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Herrenchiemsee ist sein Liebling – Antoine Bonin hat größten Schlösser-Kanal auf Instagram

Instagrammer Antoine Bonin in der Schlachtengalerie im Schloss Versailles. Bonin
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Instagrammer Antoine Bonin in der Schlachtengalerie im Schloss Versailles. Bonin

Herrenchiemsee – Der weltweit beliebteste Instagram-Kanal rund ums Thema Schlösser ist @Versaillesadness. Gegründet hat ihn Antoine Bonin (25) aus Versailles, der sich diesen Sommer auf eine zweiwöchige Schlösserreise durch Oberbayern begeben hat. Sein Favorit? Herrenchiemsee.

Das Interview führte Christina Sebastian.

Woher kommt deine Leidenschaft für Schlösser?

Antoine Bonin: Seit ich mich erinnern kann, bin ich von Schlössern und Königen fasziniert gewesen. Als ich neun Jahre alt war, habe ich Schloss Versailles das erste Mal mit meinem Vater besichtigt. Seitdem habe ich nie aufgehört Bücher über Schlösser oder Biografien ihrer Bewohner zu lesen.

Heute lebst du sogar direkt neben dem Schloss Versailles.

Bonin: Heute noch kann ich es kaum glauben, dass ich direkt neben dem Schloss wohne! Früher konnte ich Versailles nur 1 oder 2 Mal im Jahr besichtigen, da die Anreise aus dem Westen Frankreichs, wo ich aufgewachsen bin, sehr weit war.

Heute verbringe ich die meiste Zeit im Schlosspark. Einmal pro Woche spaziere ich um den Großen Kanal herum. Ansonsten verbringe ich viel Zeit in der ‚Domaine de Trianon (Lustschlösser, deren Gärten sowie das Dörfchen der Königin Marie-Antoinette, Anm. d. R.). Das Hauptschloss besichtige ich aber eigentlich nicht oft, da es immer sehr voll ist.

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Wie bist du auf die Idee gekommen, den Instagram Account Versaillesadness zu starten?

Bonin: Vor vier Jahren suchte ich einen Account, auf dem man viele unterschiedliche Schlösser sehen kann. So einen Account habe ich damals aber nicht gefunden – deswegen entschied ich mich, meinen eigenen Kanal dafür zu schaffen! Die Idee war einfach: so viele Schlösser wie möglich zu zeigen.

Im Sommer warst du in Oberbayern. Welche Schlossanlage hat dir am besten gefallen?

Bonin: Ich habe in der kurzen Zeit viele Schlösser besichtigt. Angefangen habe ich mit den Münchner Schlössern: also Residenz, Schloss Nymphenburg und Schloss Schleißheim. Dann bin ich in den Süden, in die Berge gefahren, um die Schlösser Ludwigs II. zu besichtigen. Mein Lieblingsschloss in Oberbayern war Herrenchiemsee. Dieses Schloss fasziniert mich seit Jahren. Zu denken, dass jemand ehrgeizig genug war, Versailles nachzubauen, ist einfach unglaublich. Die Lage des Schlosses, seine Architektur und die dort herrschende Atmosphäre machen es zu einem ganz besonderen Ort.

Was fasziniert dich an Ludwig II. und seinen Schlössern?

Bonin: Alles! Die Persönlichkeit Ludwigs II. ist heute noch rätselhaft und es ist schwer vorstellbar, dass so ein Mann wie er wirklich existiert hat. Seine Schlösser sind genauso unglaublich. Ludwig II. hatte das Talent und den Mut, seine Träume zu verwirklichen und das ist etwas, das nicht jeder erreichen kann!

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Hast du einen Tipp für unsere Besucher?

Bonin: Steht früh auf! Am Morgen ist das Licht am besten und die Schlösser sind auch am ruhigsten. Ich würde euch – wo möglich – auch empfehlen, euch Zeit zu nehmen, um jedes Detail zu genießen.

Gibt es ein Schloss, das du unbedingt noch besuchen willst, es bisher aber noch nicht geschafft hast?

IBonin: n Bayern gibt es noch viele Schlösser, die ich sehen will. Nächstes Mal fahre ich dann unbedingt nach Würzburg. Es gibt aber so viele Schlösser, die ich noch besuchen will, wie etwa die preußischen Schlösser, die russischen Schlösser und auch noch einige in Europa, die manchmal gar nicht so berühmt sind!

Obwohl Herrenchiemsee „nur“ eine Kopie von Versailles ist, hat das Schloss Antoine Bonin sehr beeindruckt.

Woher kannst du so gut Deutsch?

Bonin: Das ist eine längere Geschichte mit Deutsch und mir! Ich habe angefangen, Deutsch zu lernen, als ich 14 war. Dann habe ich nach meinem Abitur einen Freiwilligendienst im schönen Saarland gemacht. Als ich nach Frankreich zurückgekommen bin, habe ich mich entschieden Deutsch zu studieren, um meine Kenntnisse zu vertiefen. Nach drei Jahren hatte ich den Bachelor in Germanistik abgeschlossen.

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