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Latonabrunnen

Herrenchiemsee: Ein Schmuckstück im Schlosspark

Der Latonabrunnen vor Schloss Herrenchiemsee wurde im Sommer vor 50 Jahren wieder in Betrieb genommen. Die Restaurierungsarbeiten haben damals über 1,8 Millionen Mark gekostet und wurden zu mehr als Zweidrittel durch einen Aufschlag auf den Eintrittspreis zum Königsschloss finanziert. Archiv Berger
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Der Latonabrunnen vor Schloss Herrenchiemsee wurde im Sommer vor 50 Jahren wieder in Betrieb genommen. Die Restaurierungsarbeiten haben damals über 1,8 Millionen Mark gekostet und wurden zu mehr als Zweidrittel durch einen Aufschlag auf den Eintrittspreis zum Königsschloss finanziert. Archiv Berger
  • VonKlaus Oberkandler
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Vor 50 Jahren wurde der Latonabrunnen auf der Herreninsel wiederhergestellt. Der Brunnen ist ein Nachbau des entsprechenden Brunnens im Schlossgarten von Versailles.

Herrenchiemsee – Vor wenigen Tagen jährte es sich zum 50. Mal, dass der Latonabrunnen vor Schloss Herrenchiemsee nach umfangreichen Wiederherstellungsarbeiten in Betrieb genommen wurde.

Vorausgegangen waren Restaurierungsarbeiten, die mehr als 1,8 Millionen Mark gekostet haben. Zur Inbetriebnahme der Wasserspiele war sogar der damalige Bayerische Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel auf die Insel gekommen. Mehr als 1500 Menschen wohnten dem denkwürdigen Ereignis bei, wie die Chiemgau-Zeitung damals berichtete. Noch heute ist der mächtige, kunstvoll gestaltete Brunnen ein herausragendes Schmuckstück im Schlosspark. Mit der Wiederherstellung des Latonabrunnens war ein gewichtiger Anfang gemacht im Vollausbau der einst vorhandenen Wasserspiele.

Die Baustelle 1971: Im Vordergrund lagert einer der alten Mamorringe, hinten die neue Unterkonstruktion. Foto Berger

Ein Nachbau des Versailles-Brunnens

Der Brunnen ist ein Nachbau des entsprechenden Brunnens im Schlossgarten von Versailles. Er wurde 1883 auf Herrenchiemsee erbaut. Unter der Figur der Latona sind auf den Stufen die der Sage nach zu Fröschen, Lurchen und Schildkröten verwandelten Bauern dargestellt, die Latona verweigert hatten, Wasser aus ihrem See zu trinken. Latona ist eine Gestalt der griechischen Mythologie, die Tochter der Titanen Koios und Phoibe.

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Neben dem Ministerpräsidenten nahmen an der Einweihungsfeier 1972 auch Prinzessin Helmtrud von Bayern aus Wildenwart als Vertreterin des Hauses Wittelsbach teil, Minister, Abgeordnete, die Landräte der Kreise Traunstein und Rosenheim, Leonhard Schmucker und Georg Knott.

Wenige Wochen vor der Fertigstellung Brunnen nimmt Gestalt an unter einer Traglufthalle.

Treibende Kraft für die Wiederherstellung war der Verein der Freunde von Herrenchiemsee mit seinem rührigen Vorsitzenden Dr. Hugo Decker an der Spitze. Der freute sich in der an diesem Tag stattfindenden Versammlung des Vereins, dass nach einer Stille von 85 Jahren und nach mehr als einem Jahrzehnt voller Bemühungen des Vereins das Werk nun vollendet sei.

Aufschlag auf den Eintrittspreis

Finanziert wurde die Maßnahme mit über 1,3 Millionen Mark durch einen Aufschlag auf den Eintrittspreis im Königsschloss. Die Idee dazu hatte der ehemalige Finanzminister und Traunsteiner Stimmkreisabgeordnete, Dr. Ludwig Huber.

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Der sprach bei der Einweihung von der Vollendung eines Werkes, das der Märchenkönig begonnen habe. Von den geplanten Wasserspielen wurden zu Königszeiten der Fama- und der Fontanabrunnen fertiggestellt und schließlich der Latonabrunnen. Das Apollo-Bassin blieb unvollendet und auch die Bronzegruppe „Apollo im Sonnenwagen“ kam über ein Modell nicht hinaus. Huber erinnerte daran, dass schon vor dem Tod Ludwigs die Bauarbeiten am Schloss wegen finanzieller Schwierigkeiten eingestellt wurden. Weil an eine Fortführung nicht zu denken war, wurden Maschinen und Leitungen 1889 demontiert.

Anlage war Wind und Wasser ausgesetzt

Die großen Wasserbecken wurden zugeschüttet. Die Brunnenanlagen waren Wind und Wetter ausgesetzt und litten darunter stark. Der Wunsch, die Wasserspiele gemäß den Plänen des Königs zu vollenden, verstummte nie.

Erst als 1961 die Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee gegründet wurde, bekam die Forderung wieder Nachdruck. Mit pathetischen Worten endete Hubers Rede: „Möge der wiedererstandene Latonabrunnen noch in ferner Zeit allen Menschen, die die Herreninsel besuchen, Freude bereiten und einen unvergesslichen Eindruck von der glanzvollen Zeit König Ludwig II. vermitteln.“

Der Wunsch ist zumindest für die 50 Jahre seither in Erfüllung gegangen.

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