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BÜRGERMEISTER SEIT 100 TAGEN IM AMT

Herbert Strauch aus Übersee mag es transparent und ehrlich

Herbert Strauch von den Freien Wählern löste den freiwillig aus seinem Amt ausgeschiedenen Eberhard Bauerdick (GfÜ) als Erster Bürgermeister von Übersee ab.
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Herbert Strauch von den Freien Wählern löste den freiwillig aus seinem Amt ausgeschiedenen Eberhard Bauerdick (GfÜ) als Erster Bürgermeister von Übersee ab.

Übersee – Der Start von Herbert Strauch (Freie Bürgerliste, FBL) als Erster Bürgermeister in Übersee war ungewöhnlich. Nachdem sein gewählter Vorgänger Eberhard Bauerdick (GfÜ) nach nur wenigen Monaten sein Mandat zum 31. Januar 2021 zurückgegeben hatte, kam es am 18. April zu außerplanmäßigen Neuwahlen. Als bisheriger Dritter Bürgermeister ging der Bauunternehmer Strauch als Sieger gegen Brigitte Stahl (CSU) hervor.

Am 22. April wurde Strauch im Amt vereidigt. Jetzt hat er die „traditionelle Schonzeit“ von 100 Tagen erreicht.

Herr Strauch, haben Sie sich ihren Bürgermeister-Alltag so vorgestellt oder gab es Überraschungen?

Herbert Strauch: Es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Da ich durch die Tätigkeit als Dritter Bürgermeister und die zahlreichen Vertretungen schon viel mitbekommen hatte, hat mich bisher noch nichts direkt überrascht.

Arbeiten Sie jetzt mehr oder weniger als zu Ihrer Zeit als Unternehmer?

Strauch: Wer einmal selbstständig war, weiß, dass dabei nicht mit 40 Stunden in der Woche Schluss ist. So ist es jetzt auch.

Hat sich seit der Amtsübernahme Ihr privates Leben verändert?

Strauch: Nicht gravierend, ich bin durch meine verschiedenen Ämter schon vorher viel in der Öffentlichkeit gestanden. Durch die Wahl zum Ersten Bürgermeister ist man halt fast immer im Dienst und wird auch in seiner Freizeit von Bürgern zu verschiedenen Anliegen angesprochen.

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Was macht Ihnen in Ihrem neuen Job Spaß und was ärgert Sie?

Strauch: Die Vielfältigkeit der Aufgaben und der Kontakt zu den Menschen macht richtig Spaß. Nicht selten hat man an einem Tag Termine aus den vielfältigsten Themenfeldern und mit den unterschiedlichsten Menschen. Richtig geärgert hat mich ehrlich gesagt bis jetzt noch nichts.

Sehen Sie jetzt manche Sachprobleme anders als noch zu Wahlkampfzeiten?

Strauch: Die Probleme an sich sehe ich nicht viel anders, der Weg, sie zu lösen ist jedoch etwas langwieriger und anders als geplant.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit im Gemeinderat und im Rathaus?

Strauch: Im Rathaus läuft es ganz gut, natürlich müssen sich die Mitarbeiter auch immer wieder auf die Arbeitsweise und Ausrichtung des Bürgermeisters einstellen. Es ist es nun wichtig, wieder Ruhe und Beständigkeit ins Rathaus zu bringen. Im Gemeinderat läuft es meiner Meinung nach gut. Die Ausgeglichenheit bei der Sitzverteilung der einzelnen Parteien wirkt sich zudem positiv aus.

Worauf legen Sie den größten Wert?

Strauch: Auf Ehrlichkeit, Transparenz und einen fairen Umgang miteinander, ob im Gemeinderat, mit den Bürgern oder den umliegenden Gemeinden und dem Landkreis.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Amtszeit?

Strauch: Auf die vielen schönen kleinen Momente, wenn man beispielsweise jemandem zum Geburtstag oder zum Hochzeitsjubiläum gratuliert, oder auch auf Besuche im Kindergarten oder in der Schule. Schön ist es, wenn man bei einem Termin bei der Regierung, dem Landratsamt oder dem Straßenbauamt für die Gemeinde etwas erreicht hat.

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Haben Sie schon etwas von dem angehen können, was Sie sich vorgenommen haben?

Strauch: Die Planungen für den Rathausbau habe ich wieder aufgenommen. Hier ist eineinhalb Jahre lang nichts unternommen worden. Im Bereich „kommunaler Wohnungsbau“ konnte ich schon erste Gespräche mit der Regierung führen. Die Verbesserung des Miteinanders im Dorf und die Unterstützung der Vereine konnte ich gleich angehen, dies ist ein stetiger Prozess, der bei der täglichen Arbeit gleich umgesetzt wird.

Welche drei Probleme sind in Übersee am dringlichsten, was lässt sich am schnellsten lösen?

Strauch: Probleme würde ich es nicht nennen, vielmehr Aufgaben. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beziehungsweise Bauland für Einheimische, Realisierung einer Pflegeeinrichtung vor Ort sowie Sicherung bzw. Modernisierung der Infrastruktur mit Kindergarten, Bauhof, Rathaus und Bürgerzentrum sind die Themen, die anstehen. Eines der wichtigsten Projekte ist die Erschließung und die Baureife für das Gewerbegebiet Entenfeld Anfang nächsten Jahres. Auch das wurde bislang etwas vernachlässigt. Was am schnellsten geht, kann ich noch nicht beurteilen.

Welche Ihrer Pläne für Übersee lassen sich in Ihrer Amtsperiode bis 2026 verwirklichen?

Strauch: In den nächsten fast fünf Jahren halte ich es für realistisch, dass wir eine örtliche Pflegeeinrichtung in welcher Form auch immer anbieten können, bezahlbare Wohnungen für den einheimischen Bedarf geschaffen haben, das Rathaus mit dem ganzen drum herum in der Umsetzung, möglichst in der Fertigstellung ist und mit vielen kleineren Projekten der Ort als lebens-, und liebens-wert von unseren Bürgern und Gästen empfunden wird.

Wie sehen Sie Übersee 2026?

Strauch: Als einen attraktiven und modernen Ort, der sich aufgrund seiner Lage zwischen See und Bergen, und des breiten Angebots an Arbeitsplätzen, Freizeit, Kunst und Kultur immer wieder weiter entwickelt, und dabei die Tradition nicht aus den Augen verliert.

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