DR. RUPERT BERGER IN TRAUNSTEIN

Herausforderungen immer neu gestellt

Dr. Rupert Berger beim Zelebrieren der Eucharistiefeier im Gottesdienst zu seinem Eisernen Priesterjubiläum, assistiert von Stadtpfarrer Georg Lindl (links) und Prof. Dr. Winfried Haunerland. Effner
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Dr. Rupert Berger beim Zelebrieren der Eucharistiefeier im Gottesdienst zu seinem Eisernen Priesterjubiläum, assistiert von Stadtpfarrer Georg Lindl (links) und Prof. Dr. Winfried Haunerland. Effner

Die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist eines der großen Lebensthemen von Dr. Als einer der wenigen Träger des Ehrenrings des deutschen liturgischen Instituts ist er eine „anerkannte Größe“ in der Fachwelt, wie Professor Dr.

Rupert Berger. Der Traunsteiner Geistliche promovierte in Liturgiewissenschaft, verfasste wichtige Fachschriften und wegweisende Übersetzungen.

Winfried Haunerland erklärte. Der Lehrstuhlinhaber für Liturgiewissenschaft und Direktor des Herzoglichen Georgianums in München hielt als Ehrengast die Festpredigt zum 65. Priesterweihejubiläum von Dr. Rupert Berger in der Traunsteiner Stadtpfarrkirche St. Oswald. Dort hatten Berger und die prominenten Brüder Georg und Joseph Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. – vor 65 Jahren ihre Primiz gefeiert.

Entsprechend feierlich gestaltete sich der Festgottesdienst zum Eisernen Priesterweihejubiläum in der vollbesetzten Kirche, bei dem Berger zugleich auch seinen 90. Geburtstag feierte. Assistiert von Stadtpfarrer Georg Lindl und Professor Haunerland zelebrierte Dr. Rupert Berger die Messe selbst, zu der ein feierliches Hochamt erklang mit der „Missa octo vocum“.

Dazu sangen und spielten der Kirchenchor St. Oswald und „Chiemgau Brass“. Die Nichte des Traunsteiner Geistlichen, die Sopranistin Nicoletta Göttlicher, setzte der Musik mit Einlagen aus Rossinis „petite messe solennell“ und Händels Oratorium „Samson“ zusätzliche Glanzlichter auf. Mit reichlichen Weihrauchgaben unterstützten die Ministranten den feierlichen Geist des Gottesdienstes auf ihre Weise.

In seiner Predigt setzte Professor Haunerland den Evangelientext vom Wort Jesu über seine Nachfolge angesichts der kommenden Ereignisse in Jerusalem in Bezug zur nicht leichten Entscheidung von Priesteranwärtern. Die Zurechtweisung Jesu von Anhängern, die vor der Nachfolge erst ihre Toten begraben oder sich von der Familie verabschieden wollen, klinge auf den ersten Blick herzlos und provozierend. Angesichts von Ablehnung, Leid und Kreuzestod sei Jerusalem für Jesus aber zum Ort der Entscheidung und Bestimmung geworden, der ein klares inneres Ziel erforderte für die Überwindung des Todes und dem Neubeginn in der Auferstehung. Christi Nachfolge wagen heiße damit, auf das innere Ziel von Jesus zu vertrauen und damit auch eigene Stationen voller Widrigkeiten zu überwinden.

Ungewissheit, Irritationen und starke Veränderungen in Kirche und Gesellschaft hätten vor 65 Jahren auch den Weg der drei frischgebackenen Traunsteiner Priester Dr. Rupert Berger sowie Georg und Joseph Ratzinger geprägt. Berger habe mit seinem tatkräftigen Einsatz für eine Erneuerung der Liturgie in deutscher Sprache und als langjähriger Pfarrer in Bad Tölz seine Bestimmung gefunden, „ein anderer Traunsteiner fand sein Jerusalem in Rom“, so Haunerland.

Stadtpfarrer Georg Lindl gratulierte dem Jubilar unter langanhaltendem Applaus zum 90. Geburtstag und dessen Lebendigkeit, Frische und Feuer im Glauben: „Du bist hineingeboren in eine schwierige Zeit und hast dich – offen für Gottes Ruf – immer wieder neuen Herausforderungen gestellt.“

Berger, dessen profundes Wissen immer wieder überraschend sei, überzeuge als Persönlichkeit durch seine Freude im Glauben und Offenheit für die Menschen. Lindl überbrachte die Glückwünsche des emeritierten Papstes Benedikt XVI., der in einer Privataudienz im Februar mitgeteilt habe, dass er zur Primizfeier „mit Geist und Herz in Traunstein“ weile.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel erinnerte daran, dass die Stadt die Rückkehr der drei neu geweihten Priester vor 65 Jahren mit einem großen Fest gefeiert habe und die Geistlichen mit Herzlichkeit empfangen wurden.

Ein Höhepunkt sei später die Weihe von Joseph Ratzinger zu Papst Benedikt XVI. am 19. April 2005 gewesen, an die sich im gleichen Jahr die Verleihung der Ehrenbürgerwürde anschloss. Seine Heimatstadt sei für ihn Inbegriff für die „liberalitas, humanitas und christianitas“ Altbayerns gewesen. Kegel gratulierte allen drei Traunsteinern im Namen der Stadt zum Priesterjubiläum. An den Gottesdienst schloss sich ein Empfang an, den Besucher für Glückwünsche an Dr. Rupert Berger nutzten.

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