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HELFER-INTERVENTIONS-TEAM (HIT)

Landkreis Traunstein: Kameradschaftliche Hilfe nach belastenden Feuerwehreinsätzen

Wenn eine Feuerwehrkamerad ums Leben kommt oder Einsatzkräfte an Unfallorten feststellen, dass die, im Fahrzeug eingeklemmte Person ein Feuerwehrhelfer, ein Angehöriger, Bekannter oder Freund ist, kann dies zu heftigen Stressreaktionen und Belastungen führen. Für die Betroffenen steht dann das Helfer-Interventions-Team (HIT) des Kreisfeuerwehrverbandes zur Verfügung, dessen Mitglieder seelische Hilfe und Beistand leisten.
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Wenn eine Feuerwehrkamerad ums Leben kommt oder Einsatzkräfte an Unfallorten feststellen, dass die, im Fahrzeug eingeklemmte Person ein Feuerwehrhelfer, ein Angehöriger, Bekannter oder Freund ist, kann dies zu heftigen Stressreaktionen und Belastungen führen. Für die Betroffenen steht dann das Helfer-Interventions-Team (HIT) des Kreisfeuerwehrverbandes zur Verfügung, dessen Mitglieder seelische Hilfe und Beistand leisten.
  • VonPeter Volk
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Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen: Seit 20 Jahren betreut das Helfer-Interventions-Team (HIT) des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein Kameraden nach psychisch belastenden Einsätzen.

Traunstein – Thomas Mayr aus Marquartstein ist Feuerwehrmann, seit mehr als 35 Jahren ehrenamtlich aktiv, bei der Freiwilligen Feuerwehr und als Kreisbrandmeister zuständig für neun Feuerwehren im Achental. Unzählige Einsätze hat er mitgemacht, hat zusammen mit seinen Kameraden kleine wie große Brände gelöscht, bei Verkehrsunfällen schwerverletzte Fahrzeuginsassen aus Wracks gerettet, aber auch geholfen Katzen aus Baumkronen zu retten oder Ölspuren auf Fahrbahnen zu beseitigen.

Thomas Mayr lässt aber auch alles Liegen und Stehen, wenn sein Funkmeldeempfänger Alarm schlägt und die Durchsage „Einsatz für das HIT-Team“ zu hören ist. Der erfahrene Feuerwehrmann engagiert sich im „Helfer-Interventions-Team“ (HIT). Er rückt aus, wenn Kameraden bei oder nach einem Einsatz „gestresst“, wenn sie psychisch belastet sind und sie im Einsatz Erlebtes – Gefühle und Gedanken – durcheinanderwirft.

Kameradschaftliche Hilfe nach belastenden Einsätzen

In diesem Tagen besteht das HIT-Team des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein seit 20 Jahren. Die kameradschaftliche Hilfe nach belastenden Einsätzen wurde im Landkreis im Februar 2001 ins Leben gerufen, um Feuerwehrdienstleistenden nach außergewöhnlichen Belastungen im Einsatzgeschehen Beistand zu leisten und in psychischen Bedrängnissen nicht allein zu lassen.

„Feuerwehrleute sind keine Maschinen, die nach jedem Einsatz ungerührt wieder zur Tagesordnung übergehen. Trotz bester Ausbildung und hoher Professionalität – jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann ist Mensch, mit Empathie, Gefühlen und Mitleid für Andere, macht sich Sorgen und fragt sich, ob alles richtig gemacht und alles getan wurde, was möglich war“, betont Dr. Holger Hübner, Kreisfeuerwehrarzt und Leiter des Helfer-Interventions-Teams; in Bergen ist der Grabenstätter als Internist niedergelassen.

Mit Belastungen nicht alleine lassen

Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr sollen mit möglichen oder offensichtlichen Belastungen der Seele jedoch nicht allein gelassen werden. Das wurde im Kreisfeuerwehrverband Traunstein schon vor mehr als zwei Jahrzehnten erkannt. Eine Gruppe aus rund zehn Aktiven machte sich die „Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen“ zur Aufgabe. Die Helfergruppe gab sich den Namen „HIT“ für „Helfer-Interventions-Team“, womit dargestellt wurde, dass es um den kameradschaftlichen Beistand für Feuerwehrmänner und -frauen geht.

Mit dem Namen „Helfer-Interventions-Team“ sollte eine Abgrenzung zur Krisenintervention im Rettungsdienst (KIT) deutlich gemacht werden, das Angehörige, Augenzeugen oder Hinterbliebene nach traumatischen Ereignissen betreut und begleitet.

Krisenintervention organisiert der Malteser Hilfsdienst

Die Krisenintervention im Rettungsdienst wird im Landkreis Traunstein vom Malteser Hilfsdienst in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz geleistet.

„Außergewöhnlichen Ereignisse, die zu einer Belastung der Psyche führen können, gibt es im Einsatzgeschehen viele“, wie Hübner betont. „Besonderes, wenn ein Feuerwehrkamerad oder -kameradin, aus der eigenen Wehr, schwer verletzt oder getötet wird, oder wenn Angehörige, Freunde oder Bekannte, zum Beispiel bei einem schweren Verkehrsunfall im Fahrzeug eingeklemmt sind, zu befreien und zu retten sind.“

HIT-Team hat eine spezielle Zusatzausbildung

Angefordert werden können die Mitarbeiter des HIT nur von Feuerwehr-Führungskräften, zum Beispiel Kommandanten oder Einsatzleitern, wenn sie an ihren Aktiven Belastungen erkennen oder befürchten. Alle Mitglieder des HIT haben eine spezielle Zusatzausbildung zum sogenannten „Peer“ an der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried absolviert. Peers sind Angehörige von Freiwilligen Feuerwehren, die im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung, als Ansprechpartner und Betreuer von Einsatzkräften der Feuerwehr fungieren.

Lob kommt von Kreisbrandrat Christof Grundner: „Den Frauen und Männer des HIT-Teams gebührt großer Dank und Anerkennung, weil sie sich über den normalen Einsatzdienst hinaus um Menschen im Feuerwehrdienst kümmern.“

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