Hauptmannschaft im Jahr 1346 erstmals urkundlich erwähnt - Vor 15 Jahren wieder gegründet

Die Heimat immer wieder verteidigt

Auf das Wiedergründungsfest der Gebirgsschützenkompanie Bernau freuen sich auch schon Marketenderin Kathi Renger und Fähnrich Thomas Lemberger.  Foto  re
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Auf das Wiedergründungsfest der Gebirgsschützenkompanie Bernau freuen sich auch schon Marketenderin Kathi Renger und Fähnrich Thomas Lemberger. Foto re

Bernau - Die Gebirgsschützenkompanie Bernau feiert am Samstag, 19. September, ihre Wiedergründung vor 15 Jahren. Sie blickt zurück auf eine über 660-jährige Tradition.

Die Bernauer Gebirgsschützen waren ausschließlich zur unmittelbaren Heimatverteidigung eingesetzt - Der Befehl des Landesherrn lautete: Verteidigung des eigenen Herdes. Sie wurden erstmals im Jahr 1346 als selbstständige Hauptmannschaft erwähnt. Die Bernauer Gebirgsschützen sind von diesem Datum an bis zu ihrer Auflösung 1869 insgesamt 27-mal bei kriegerischen Auseinandersetzungen als Heimatverteidiger urkundlich aufgeführt. Der Einsatzort war ausschließlich die unmittelbare Umgebung von Bernau sowie das Kampenwandgebiet und das Sachranger Tal.

Die Gebirgsschützenkompanie kann von 1477 bis 1869 jeden einzelnen Gebirgsschützen mit Namen und Haus urkundlich nachweisen. In der Musterungsrolle von 1477 werden 74 Bernauer Männer mit Wehr und Harnisch erwähnt.

Im Februar 2000 begann Max Herrmann mit der Erforschung der Historie von 1346 bis zur Auflösung 1869 durch den Befehl König Ludwigs II., der wortwörtlich lautete: "Spätestens zum 1. Januar 1870 sind alle Standarten und Fahnen des untergehenden Institutes (Gebirgsschützen) unter würdiger militärischer Begleitung bei dem Bürgermeister abzugeben."

Im Jahr 2000 schlossen sich dann circa 35 Bernauer Männer um Max Herrmann zur Wiedergründung einer Bernauer Gebirgsschützen-kompanie zusammen, um an die älteste Tradition von Bernau, das wehrhafte Brauchtum, zu erinnern. Im Frühjahr, während der Wiedergründung, wurde durch Zufall auf dem Speicher der Pfarrkirche Bernau eine alte Fahne gefunden, die nach gründlicher Prüfung durch Fachleute als die alte Bernauer Gebirgsschützenfahne bestätigt wurde. Die Begeisterung über diesen Fund war so groß, dass innerhalb kürzester Zeit das Geld für eine Neuanfertigung nach dem Muster der alten Fahne gespendet wurde. Die alte Fahne ist inzwischen so restauriert, dass sie in einer Glasvitrine im neuen Rathaus ausgestellt werden soll. re

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