AUS DEM GEMEINDERAT

Haushaltsplan: Inzell will fit für Tourismus sein

Hohe Investitionskosten kommen auf die Gemeinde zu, um die Max Aicher Arena wieder auf Vordermann zu bringen. Die Eisschnelllaufbahn muss saniert werden und hierfür sind im Haushalt 1,15 Millionen Euro veranschlagt.
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Hohe Investitionskosten kommen auf die Gemeinde zu, um die Max Aicher Arena wieder auf Vordermann zu bringen. Die Eisschnelllaufbahn muss saniert werden und hierfür sind im Haushalt 1,15 Millionen Euro veranschlagt.
  • vonHelmut Wegscheider
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Wann die Touristen wieder kommen, steht noch nicht fest. In Inzell will man dennoch in Infrastruktur für Urlauber investieren. Wofür die Gemeinde noch Geld ausgeben will und wie es um die Schulden steht.

Inzell – Zusammen mit dem Haushaltsplan wird auch der jährliche Finanzplan in der Gemeinde Inzell aufgestellt, der neben dem Vorjahr und dem aktuellen Planungsjahr auch die drei Folgejahre, diesmal bis 2024, umfasst. Rund 5 Millionen Euro wird die Gemeinde heuer investieren. Der Haushaltsplan wurde vom Gremium bei der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen. Für Bürgermeister Hans Egger ist es ein „solide aufgestellter Haushalt.“ Der Verwaltungshaushalt schließt mit knapp 16 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit fast 5,9 Millionen Euro.

Badepark und Aicher-Arena reißen ein Loch

Kämmerin Maria Hardt stellte dem Gemeinderat den Gesamthaushalt für dieses Jahr vor. Detailliert ging sie auf die verschiedenen Investitionsmaßnahmen ein, die in der Gemeinde anstehen und 2021 und in den Folgejahren umgesetzt werden sollen.

Lange gab es die Überlegung, Abreißen oder Sanieren. Der Inzeller Gemeinderat entschied sich für die zweite Variante. Somit belastet die Generalsanierung des Inzeller Badeparks den Inzeller Haushalt in den nächsten Jahren, doch dieses Geld ist in vielen Augen der Bürger und vor allem auch der Gäste gut angelegt.

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Die coronabedingten Veränderungen wirken sich bereits in diesem Jahr auf den gemeindlichen Verwaltungshaushalt aus. Gerade im Bereich Sport und Gesundheit wird es wegen der Schließung des Badeparks und der Teilschließung der Max Aicher Arena zu enormen Einsparungen kommen müssen. Ebenso erwartet Maria Hardt einen massiven Einbruch bei den Schlüsselzuweisungen: „Das Stück vom Kuchen wird diesmal deutlich kleiner ausfallen“.

Auch Wasser- und Straßensanierungen

Trotz allem werden in 2021 viele Investitionen in Inzell geplant. Unter anderem die Generalüberholung des Hallenbades im Badepark und eine Erneuerung der Eisschnelllaufbahn in der Max Aicher Arena. Die Sanierung der Gemeindestraßen und damit auch verbunden die Sanierung der Wasser- und Abwasserversorgung und des Regenrückhaltebeckens bedürfen ebenfalls hoher Haushaltsmittel. Fast 600 000 Euro steckt die Gemeinde heuer in die Straßenerneuerungen und dazu kommt noch die Brücke in Wien mit 533 000 Euro. 720 000 Euro fließen in den sozialen Wohnungsbau mit dem Mehrfamilienhaus im Baugebiet Gschwall Nord.

Die Brücke im Inzeller Ortsteil Wien in Richtung Gschwall soll in diesem Jahr erneuert werden. Die Kosten hierfür werden mit über 530000 Euro veranschlagt.

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Eine weitere hohe Investition ist für den Badepark Inzell mit 500 000 Euro veranschlagt. Das mit Abstand größte Vorhaben in den nächsten Jahren ist die Sanierung des Hallenbades, die Planungen dafür sind angelaufen. Jedoch gibt es noch keine genaue Zusage über die Höhe der Förderung.

Radler werden berücksichtigt

Wichtig für die Gemeinde und damit den Fremdenverkehr wird der Ausbau der Radbegleitinfrastruktur sein, für die 180 000 Euro angesetzt sind. Für die Heizung und die Kühltechnik im Festsaal sind 60 000 Euro vorgesehen und für die Rathaussanierung werden 42 000 Euro eingeplant.

Anders stellt sich die Sachlage bei dem geplanten Mehrfamilienhaus im Baugebiet Gschwall Nord dar, bei dem die Finanzierung über mehrere Jahre mittels Förderungen und Kreditaufnahme planbar ist. Dem Finanzplan für die Folgejahre bis 2024 und wurde einstimmig zugestimmt.

800 Euro Verschuldung pro Kopf in der Gemeinde

Bürgermeister Hans Egger zeigte sich zufrieden über den aufgestellten Haushaltsplan. „Trotz Corona kann die Gemeinde in diesem Jahr viele geplante Maßnahmen in die Tat umsetzen und die Investitionen für die Zukunft sehe ich durchweg positiv. Durch die hohen Rücklagen ist der Schuldenstand trotz einer leichten Erhöhung nach wie vor auf einem sehr niedrigen Stand. Das Mehrfamilienhaus ist in meinen Augen eine durchaus gute Entscheidung für die Zukunft, um jungen Familien Wohnmöglichkeiten zu bieten“.

Der Schuldenstand zum Ende dieses Jahres wird auf 3,6 Millionen Euro berechnet, das bedeutet eine pro Kopf Verschuldung von knapp über 800 Euro. Dem gegenüber steht eine allgemeine Rücklage in Höhe von 6,2 Millionen Euro mit Stand vom 1. Januar 2020. Ein aktueller Stand kann derzeit noch nicht angegeben werden, weil die Jahresrechnung noch nicht feststeht.

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