In Vachendorf pflegen Frauen und Mädchen einen typisch amerikanischen Sport - das Cheerleading

Die Cheerleadermannschaft „Classy Cats“ von den V-Town Panthers Cheerleader des SC Vachendorf mit Maskottchen Paul. Pyramiden, Hebefiguren und Stunts gehören zu den Auftritten immer dazu. re
  • Elisabeth Sennhenn
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Jumps, Twists, Pyramiden: Cheerleading ist ein anspruchsvoller Sport. In Vachendorf gibt es einen besonders regen Verein, die V-Town Panthers Cheerleader. Mädchen und junge Frauen zwischen vier und 30 Jahren trainieren dort „den tollsten Sport der Welt“, wie Senior Coach Elisabeth Kansy es nennt.

Vachendorf– Hebefiguren, Turnen, Tanzen und ganz viel Teamgeist – so würden die Vachendorfer Cheerleaderinnen ihren Lieblingssport beschreiben. Spricht man mit Elisabeth Kansy, erste Abteilungsleiterin der V-Town Panthers Cheerleaderdes SC Vachendorf und Coach des Senior Teams, hört es sich an wie eine Berufung: „Für mich ist es der tollste Sport der Welt! Neben dem Team-Zusammenhalt ist es ein super Gefühl, bei einer Meisterschaft auf der Matte oder bei einem Auftritt auf der Bühne zu stehen und man endlich das zeigen darf, für das man monatelang trainiert hat.“

Cheerleader-Coach Elisabeth Kansy –mit Schleife in den Vereinsfarben Schwarz-Rot-Weiß.

Von „Little Cats“ bis „Dashing Panthers“

Die Cheerleader-Abteilung im SC Vachendorf gibt es seit 2001. Laut Kansy wurde die Nachfrage immer größer, sodass es inzwischen sechs Mannschaften für verschiedene Altersgruppen bei den V-Town Panthers gibt: Die „Minis“ sind ein Kindershowteam ab sechs Jahren; die „Little Cats“ sind das Kinder-Meisterschaftsteam von sechs bis zwölf Jahren, neu ist seit diesem Februar das Team der „Tiny Cubs“ für Vier- bis Sechsjährige. Jugendliche von zwölf bis 15 Jahren trainieren bei den ebenfalls im Februar neu gegründeten „Rising Cats“. Elf- bis 15-Jährige können Teil des „Classy Cats“-Meisterschaftsteams sein, und wer älter ist als 15 Jahre, trainiert bei den „Dashing Panthers“.

Es geht ums Miteinander

Die Cheerleader kommen nicht nur aus Vachendorf und Umgebung, der Einzugsbereich erstreckt sich von Aschau über Salzburg und Freilassing bis nach Waging. Aus Traunstein kommt etwa die elfjährige Manuela Kösterke. Sie ist Teil der „Little Cats“ und bereits seit fünf Jahren begeisterte Cheerleaderin: „Ich habe schon bei zwei Meisterschaften mitgemacht, einer deutschlandweiten und einer auf bayerischer Ebene“, erzählt sie. „Es ist total aufregend, vor Publikum aufzutreten, und ich hoffe dann immer, dass ich nichts vergessen habe.“ Sie ist körperlich die Größte in ihrem Team, steht daher bei Aufstellungen wie der Pyramide als Stütze hinten. Ums vorn oder hinten stehen geht es aber gar nicht, erzählt die Fünftfklässlerin, „sondern ums Miteinander.“ Und das fühle sich gerade bei einem Wettkampf besonders gut an, auch wenn man mal nicht gewinne.

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Ganz anders als in den USA

Ein Gewinn ist das Cheerleading für Manuela aber allemal, denn sie hat dadurch einige gute Freundinnen gefunden. Sie will weitermachen, irgendwann zu den „Seniors“ gehören: Wenn es klappt, denn die Schule ist ja auch noch da. Leider hat das Corona-Virus vorübergehend allen Trainingsaktivitäten einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Der Cheerleader-Geist weht trotzdem durch Vachendorf: „One Family“, eine Familie, schwebt als Motto über allen Teams. Typisch amerikanisch? Gefragt, wo der Unterschied zwischen dem Cheerleadersport in seinem Heimatland, den USA, und dem in Deutschland liegt, sagt Elisabeth Kansy: „Im Amerika ist Cheerleading sehr populär, fast an jeder Schule gibt es eine Mannschaft.“

Seit 2018 auch olympischer Sport

Die Teams würden sogar gecastet; mindestens einmal am Tag werde trainiert. So weit sei man in Deutschland noch nicht mit dem Cheerleading, doch die Akzeptanz wachse – was sich auch darin zeige, dass der Sport seit 2018 olympisch ist. Zwar habe in den USA jedes Top-Team seine eigene Trainingshalle mit allem Drum und Dran, aber: „Wir sind in Vachendorf gut ausgestattet und haben eine zwölf Mal 14 Meter große Mattenfläche und eine Luftkissenbahn.“ Eine solche Bahn ermöglicht ein gelenkschonendes Training von Sprüngen und Sprungfolgen. Denn bei allem Spaß, sagt Sportwissenschaftlerin Kansy, die auch Ausbilderin beim Cheerperformance verband Bayern (CCVBY) ist, sei das Training harte Arbeit: „Cheerleading besteht aus verschiedenen Hebefiguren, wie Gruppen- und Partnerstunts und Basket Tosses.“ Dabei wird ein Mädchen in die Luft geworfen, führt einen Twist oder Salto durch und wird wieder aufgefangen. Jumps, also Sprünge, gehören immer dazu. „Ein Cheerleader hat eine gute Ausstrahlung, die Fähigkeit, das Publikum zu unterhalten und zu animieren. Kraft und eine gute Technik bei Stunts und eine gute Beweglichkeit sind wichtig“, beschreibt Kansy. Und beruhigt Neulinge und Interessierte: „Keine Sorge, das kann man alles im Training lernen.“

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Freie Plätze in der Kindermannschaft

Und wie war das noch mal mit den glitzernden Pom-Poms, die man im Fernsehen bei Cheerleadern sieht, etwa bei Footballspielen? „Little Cat“ Manuela lacht: „Die brauchen wir höchstens mal kurz zwischendurch.“

Wann die Mädels und jungen Frauen wieder loslegen können mit dem Training, ist derzeit noch ungewiss. Den Nachwuchs hat man trotzdem im Blick. Sowohl bei den „Little Cats“ als auch bei den „Minis“ meldet der Club freie Plätze. Mädchen, die Teil einer Kindermannschaft sein möchten, können sich Infos bei Trainerin Tamara Nedler holen, Email: tami.nedler@gmail.com. Seniors-Trainerin Elisabeth Kansy ist erreichbar unter der Telefonnummer 0177/ 4769 528 oder per Mail an elisabethmechlem@hotmail.com.

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