Harfe verzaubert in der evangelischen Kirche

Harfenistin Silke Aichhorn in Aktion bei ihrem vielseitigen Konzert in Übersee.
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Harfenistin Silke Aichhorn in Aktion bei ihrem vielseitigen Konzert in Übersee.

Übersee. – Begeisterte Zuhörer hinterließ Silke Aichhorn nach ihrem Solokonzert in der ausverkauften evangelischen Kirche in Übersee.

Die Musikerin aus Traunstein ist eine der gefragtesten und vielseitigsten Harfenistinnen Europas. Den Musikgenuss ermöglicht hatte der Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur, Reiner Schöniger, mit der Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde.

„Kultur tut gut und ist in diesen kulturarmen Corona-Zeiten auch finanziell notwendig.“ Mit diesen Worten erklärte Schöniger seine Motivation für die Veranstaltung. Die wegen der Abstandsregeln der Pandemie nur 44 Besucher im Überseer Gotteshaus begeisterten sich nicht nur an den virtuos vorgetragenen Stücken der Harfenistin, sondern auch an den zwölf aufgehängten Blumengemälden des Malers Schöniger.

Als „Hausherr“ gab Pfarrer Rudolf Scheller seiner Freude darüber Ausdruck, „das Konzert in diesen Corona-Zeiten ausrichten zu dürfen.“ Er interpretierte den Harfenzauber als „eine Pflege des Seelen-Lebens, ein inneres Zur-Ruhe-Kommen sowie als ein Impuls zur Besinnung auf das Wesentliche.“

Mit ihrer unnachahmlichen Natürlichkeit und außergewöhnlichen Musikalität spielte und moderierte die Harfenistin zehn höchst unterschiedliche Stücke aus drei Jahrhunderten. Als ältestes Werk präsentierte sie von Silvius L. Weiss (1687 bis 1750) Teile aus der Sonata V für Laute. Das modernste und „eines ihrer Lieblingsstücke“ war „Alla Turca Jazz“ vom 1970 geborenen Fazil Say. Einzigartig war ihre Interpretation von der „Moldau“ von Bedrich Smetana (1824 bis 1884). Als Zugabe schenkte Aichhorn den Zuhörern „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit BMV 106“ von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750).

Bei ihrer Moderation erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass eine Konzertharfe etwa 37 000 Euro kostet und nach etwa sieben Jahren zu ersetzen ist, weil sie klangmäßig mit den Jahren immer schlechter werde. Auch könne man die Harfe nicht vom Gefühl her beherrschen, „denn sie ist ein rein intellektuelles Instrument“, sagte Aichhorn. Das mache sich allein schon am Beherrschen der sieben Fußpedale fest. Insgesamt machte sie keinen Hehl aus ihrem Bemühen, die Harfe in den Blick der Öffentlichkeit zu bringen und ihr Image zu entstauben. vd

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