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JUGEND UND BRAUCHTUM

Harfe und Ziach gehören dazu: Warum zwei junge Achentaler Schwestern die Volksmusik lieben

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  • VonLudwig Flug
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  • Elisabeth Sennhenn
    Elisabeth Sennhenn
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Zahlreiche Auftritte kennzeichnen normalerweise das Jahr an der Musikschule Grassau. In Zeiten des Online-Unterrichts haben sich die Lehrer einen besonderen Volksmusik-Wettbewerb einfallen lassen. Marlies und Katrin Hacher, 15 und 17 Jahre, wollen mitmachen.

Grassau – Wo sich sonst Auftritt an Auftritt reiht, verläuft das aktuelle Schuljahr an der Musikschule Grassau sehr ruhig. Musik wird umso mehr zu Hause gemacht: Schon seit dem ersten Lockdown bieten die Musikschullehrer Online-Unterricht an.

Zwei der Schülerinnen, die sich seit ihrer Grundschulzeit für die Volksmusik begeistern, sind die Schwestern Marlies, 15 Jahre, und Katrin Hacher, 17, aus dem Achental. Die Jüngere hat mit neun Jahren das Gitarrespielen für sich entdeckt, „aber ich habe mich auch schon lange für Harfe interessiert“. Die Mutter überzeugte das Mädchen, „erst einmal ein Instrument vernünftig zu beherrschen“.

Frühe Begeisterung für Diatonische

Marlies bewies ihren Ehrgeiz und spielt heute auch Harfe: „In der Musikschule steht eine bereit, damit ich meine eigene nicht transportieren muss.“

Ihre ältere Schwester fing früh mit der Ziach an: „An der Diatonischen Harmonika gefällt mir der schöne Klang, und, dass man sie auch für sich alleine spielen kann. Klarinette zum Beispiel hört sich erst gut an, wenn mehrere Spieler zusammenkommen.“ Mit der Gitarre hat sie dagegen etwas später angefangen.

Volksmusik mögen die beiden; uncool finden sie den Musikstil überhaupt nicht: „Die Gemeinschaft mit den anderen Musikanten ist einfach schön. Nach einem klassischen Konzert gehen die Leute nach Hause, nach einem Volksmusik-Hoagast sitzen alle noch beieinander“, ziehen sie einen Vergleich. Dabei bekommen die Musikschüler, die sich auf Zweigstellen in allen Achental-Gemeinden verteilen, aber auch Klassik-Wissen vermittelt.

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„Unsere Schüler sind auf jeden Fall multikulturell unterwegs“, sagt Fachbereichsleiter Otto Dufter. Freilich würden die auch TikTok und die neuesten Radio-Hits kennen. „Aber man sollte die regionale Musikultur nicht unterschätzen, auch hier gibt es Vorbilder für Jugendliche. Unsere Aufgabe ist es, ihnen regionales Brauchtum erstrebenswert zu machen.“

Überhaupt sei das Musizieren kein reines Privatvergnügen, sondern habe eine klare gesellschaftliche Komponente. Die Schüler lernen außerdem, „den Wert handgemachter Musik zu schätzen.“

Onlineunterricht ist ein „Kraftakt“

Um das zu unterstreichen und das Gemeinschaftsgefühl nach dem langen Lockdown zu stärken, hat sich die Musikschule einen Volksmusik-Wettbewerb ausgedacht, der alle 1050 Musikschüler aus dem ganzen Achental ansprechen soll (siehe Infokasten).

Dufter ist wie die Hacher-Schwestern der Meinung, dass Online-Musikunterricht zwar gut und praktisch ist, „aber nicht mehr sein kann als eine Übergangslösung“. Für die 38 angestellten Musiklehrer sei es auch ein „Kraftakt“.

Für viele ihrer Musikschüler bleibt das Musizieren derzeit eine einsame Sache. Die Hacher-Schwestern haben´s in dieser Hinsicht nicht ganz so schwer wie manch anderer Musikschüler: „Wir spielen in dieser Zeit einfach daheim zusammen.“

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Der Wettbewerb

Die Volksmusiklehrer und Fachbereichsleiter Otto Dufter haben für ihre Schüler einen internen Volksmusikwettbewerb ausgelobt. Unter dem Motto „Grassauer Haberspitz – das Achental musiziert“sollte er zunächst im Mai stattfinden, ist aber wegen der unsicheren Lage und der dann zu kurzen Probenzeit auf Sommer verschoben worden.

Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben. Fest steht: Musikanten, Gruppen und Familien sollen sich vor einer Jury aus Musikschullehrern messen. Drei selbst gewählte Stücke alpenländischer Volksmusik in mindestens zwei Taktarten werden verlangt. Gewertet wird in drei Altersgruppen (bis zehn Jahre, bis 14 und bis 21 Jahre). Es winkt neben Urkunden ein Gesamtpreisgeld von 2.000 Euro, das der Markt Grassau auslobt.

Im Museum Klaushäusl soll es ein Abschlusskonzert der Sieger geben. Die Schule und die Gemeinde fassen ins Auge, den Wettbewerb in einem Rhythmus von zwei Jahren zu etablieren. (re)

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