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Nur jeder 20. zahlt per Smartphone

Handyparken wird in Prien wenig genutzt - Vertrag mit Anbieter wird aber verlängert

Grün-weiße Schilder zeigen, wo die Parkgebühr mit dem Handy bezahlt werden kann und wie es funktioniert.
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Grün-weiße Schilder zeigen, wo die Parkgebühr mit dem Handy bezahlt werden kann und wie es funktioniert.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Seit gut zwei Jahren können Autofahrer in Prien ihre Parkgebühr mit dem Handy bezahlen. Allerdings nutzt bisher nur jeder 20. Autofahrer diese bargeldlose Möglichkeit. Der Marktgemeinderat hat jetzt den Vertrag mit dem externen Anbieter zu neuen Konditionen einstimmig verlängert.

Prien – Bis Anfang 2019 konnten Autofahrer ihre Gebühr nur mit Münzen am nächstgelegenen Automaten bezahlen. Der damalige Marktgemeinderat gab dann dem Anbieter Parkster den Vorzug fürs neue Handyparken, denn dessen Konditionen erlaubten es, die Parkgebühren unverändert zu lassen, wurde seinerzeit argumentiert. Parkster bekommt 7,5 Prozent der Einnahmen, die durch das Handyparken in die Gemeindekasse fließen, als Provision.

„Ziel ist Steigerung der Annahmequote“

Vor Ablauf des befristeten Vertrags hat Parkster dem Markt Prien einen neuen Vertrag angeboten. Dessen Eckdaten erläuterte Martin Plenk, Leiter des Ordnungsamtes, dem Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung. „Ziel von Parkster ist selbstverständlich die Steigerung der Annahmequote“, betonte er.

Bei einer Quote bis zu 20 Prozent, also viermal so viel wie bisher, müssten demnach nur noch sechs Prozent „Transaktionsgebühr“ abgeführt werden. Wenn mehr als 20 Prozent der Autofahrer ihre Parkgebühr per Handy bezahlen, müsste der Markt Prien acht Prozent der Einnahmen an Parkster überweisen. Manche Marktgemeinderäte wunderten sich zwar über diese Staffelung, nahmen sie aber zur Kenntnis.

Das kurzzeitige Parken mit der Semmeltaste bleibt erhalten. An vielen der bewirtschafteten Parkflächen im Ort kann der Autofahrer durch Drücken der grünen Taste am Automaten ein kostenloses Ticket für 15 Minuten ausdrucken lassen.

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Die Gebühren in Prien richten sich nach der Entfernung zum Zentrum, Es gibt nach dem Farbmuster einer Ampel drei Gebührenzonen, die mit farbigen Schildern gekennzeichnet sind. Rote Parkplätze sind am teuersten, grüne am günstigsten.

Dass bisher nur jeder 20. Autofahrer das Handyparken nutzt und mit dem Smartphone bezahlt, löste im Gremium Bedauern aus. „Das Angebot wird leider nicht so angenommen wie gewünscht“, konstatierte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Johannes Dreikorn schlug vor, die Zahl der Parkscheinautomaten zu reduzieren, um die Akzeptanz zu erhöhen.

Bisher stehen knapp 20 Automaten aufs Gemeindegebiet verteilt. Der Markt Prien betreibt einen nicht unerheblichen Aufwand, um sie zu warten und jede Woche durch einen Bauhofmitarbeiter leeren zu lassen. Früher wurde jede Woche ein Berg Münzen in einer örtlichen Bank automatisch gezählt und der Betrag aufs Gemeindekonto überwiesen.

Seit die Banken diesen Service nicht mehr anbieten, muss die Gemeinde das Münzgeld einen externen Dienstleister übergeben, der es zählt und verarbeitet – natürlich gegen eine Gebühr.

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Um seine Parkgebühr mit dem Handy zu bezahlen, braucht der Autofahrer nur eine App, die bei Google Play oder im App-Store kostenlos heruntergeladen werden kann. Hat der Handybesitzer GPS auf seinem Gerät aktiviert, meldet sich das Smartphone, sobald er auf einen gebührenpflichtigen Stellplatz der Gemeinde fährt. Mit zwei bis drei Klicks sind der Fahrer und sein Auto angemeldet.

Der Autofahrer erhält vom Betreiber Parkster dann per Post oder E-Mail eine monatliche Rechnung, die detailliert seine Parkvorgänge auflistet.

Wer darauf hofft, ohne Parkgebühr davonzukommen, weil Handyparker ja keinen Parkschein hinter der Windschutzscheibe haben und es für den Kontrolleur vom beauftragten Zweckverband nicht nachvollziehbar ist, ob jemand bezahlt hat oder nicht, hat sich zu früh gefreut: Die Mitarbeiter des Zweckverbands müssen nur das Kennzeichen einscannen und wissen in Sekundenschnelle, ob der Fahrer seine Gebühr bezahlt hat.

System kennt auch die Höchstparkdauer

Wer GPS auf dem Smartphone nicht aktiviert hat, findet auf den grün-weißen Infotafeln fünfstellige Nummern. Bei der Erfassung der öffentlichen Stellplätze in Prien durch Parkster wurde jedem Bereich eine individuelle Kennzahl zugeteilt. So kennt das System dann zum Beispiel auch die erlaubte Höchstparkdauer.

Über sie hinaus kann niemand den Parkplatz buchen. Parkster bietet aber nach Angaben der Betreiber den Service, den Parkvorgang früher als geplant zu beenden, also die Parkzeit zu verkürzen, wenn die Erledigungen schneller vonstatten gingen als gedacht. Am Handydisplay funktioniert das mit einer Zeitleiste. Auf ihr kann der Kunde auch die Parkzeit bis zur zulässigen Höchstparkdauer verlängern, zum Beispiel aus dem Wartezimmer der Arztpraxis heraus.

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Im Vergleich zu anderen Kommunen, die Parkster anbieten, befindet sich Prien mit Akzeptanzquoten im Bereich von fünf Prozent aktuell nach Angaben einer Unternehmenssprecherin im unteren Mittelfeld. 2019 hätten sich die Akzeptanzquoten zögerlich entwickelt. 2020 folgten dann die beiden Lockdowns sowie Reise- und Kontaktbeschränkungen aufgrund von Corona.

Heuer sieht Parkster bisher einen deutlichen Aufwärtstrend: „Trotz des Lockdowns werden in diesem Jahr in Prien täglich bis zu 100 digitale Parkscheine gelöst. Auch die Akzeptanzquoten entwickeln sich positiv. Im Januar 2021 lag der Wert erstmals bei zehn Prozent.“

Parkster ist nach Angaben der Sprecherin zuversichtlich, dass sich dieser Trend über das Ende der Pandemie hinaus fortsetzen wird.

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