Handwerker lieben den Chiemsee – und alle anderen auch

Eine von vielen Bademöglichkeiten am Chiemsee: das Schramlbad am Harras in Prien. Berger
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Eine von vielen Bademöglichkeiten am Chiemsee: das Schramlbad am Harras in Prien. Berger

Ein Internetportal für Hobby-Handwerker hat den Chiemsee zum zweitbeliebtesten deutschen Badesee gekürt. Die Priener finden´s gut. Zum einen, weil man das Bayerische Meer online finden kann, zum anderen, weil es sich im Chiemsee nun mal wirklich hervorragend schwimmen lässt.

Von Heidi Geyer und Elisabeth Sennhenn

Prien – Keine Frage: Nach diesem heißen Sommer dürfte klar sein, dass der Chiemsee als Badesee mehr als beliebt ist. Das Internet-Portal heimwerker.de hat ihn nun zum zweitbeliebtesten Badesee in Deutschland gekürt.

Dass ausgerechnet ein Verbraucher-Portal, das Tipps für Hobbybastler parat hat, den Chiemsee auszeichnet, überrascht. Im Rahmen eines Beitrags über Schlauchboote werteten die Betreiber der Seite die monatlichen Anfragen zu den größten deutschen Badeseen in den vergangenen zwölf Monaten bei der Suchmaschine Google aus.

Übers Internet an den Chiemsee kommen

Klarer Sieger wurde dabei der Bodensee, der mit 1 442 120 Anfragen vor dem Chiemsee (981 900 Anfragen) liegt. Auf Platz drei folgt der Walchensee mit 931 250 Anfragen, auf Platz vier der Edersee in Hessen mit 529 570 Suchanfragen.

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Andrea Hübner, Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH, freut sich über die Auszeichnung. Ob dem hiesigen Tourismus mit einer Online-Kampagne ausgerechnet eines Heimwerker-Portals geholfen ist? „Tatsächlich“, meint Hübner, „die Wichtigkeit von Online-Medien ist nicht zu unterschätzen.“ Heimwerker sei fast jeder irgendwann in seinem Leben, und es könnte ja gut sein, dass viele Menschen die Seite besuchten und auf diesem Weg auf den Chiemsee aufmerksam würden. „Bei der Online-Vermarktung geht es in erster Linie darum, dass man gefunden wird. Das wird immer wichtiger.“

Hohe Qualität trifft auf Traum-Kulisse

Prien Marketing setze schon lange auf Online, denn das steigere die Chancen, im Gespräch zu bleibnen. „Zwar haben wir auch Stammgäste, aber die Gästeehrungen werden immer weniger. Für uns ist entscheidend, in den Köpfen zu bleiben“, sagt Hübner. Online spreche man nicht nur jungen Menschen an, inzwischen suchten auch viele Senioren im Internet nach Reisezielen.

Werner Vietz, Zweiter Vorsitzender der Wasserwacht Prien-Rimsting, freut sich über die Auszeichnung.ER kann gut verstehent, dass der Chiemsee als besonders schöner und beliebter Badesee gilt. „Zum einen die Kulisse, aber auch die Wasserqualität sind schon etwas Besonderes bei uns.“

Früher schwammen die Leute weiter

Badegäste seien gut aufgehoben, in jedem Segment des Chiemsees seien Schwimmer im Notfall gut erreichbar. Sorge macht ihm etwas anderes: Immer weniger Schwimmer gebe es, „vor allem Langstreckenschwimmer sehen wir immer seltener auf dem Chiemsee. Die meisten planschen eher im flacheren Wasser.“ Früher sei es viel häufiger vorgekommen, dass vor allem Senioren ihre ausgiebigen Runden schwammen, „bis weit in den See hinaus.“ Das sei heute anders, vor allem bei den Jüngeren. Das könne auch daran liegen, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen lernten.

„Weil hier viele Schwimmkurse stattfinden und Schulen dort ihren Schwimmunterricht haben, ist das Prienavera für den Chiemsee die perfekte Ergänzung“, wirft Priens Zweiter Bürgermeister Michael Anner ein. Selbst begeisterter Schwimmer und einst Mitglied im Schwimmverein, kennt der Priener sämtliche Buchten rund um den See und so manches versteckte Fleckerl.

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Ob Schöllkopf, Schramlbad, oder die Buchten bei Übersee oder Chieming – „je nach Tageszeit bietet der See das gewisse Etwas“, findet Anner. Das findet Fischer Thomas Lex von der Fraueninsel auch. Der See ist nicht nur beruflich seine Passion, sondern auch in seiner Freizeit beim Segeln oder Schwimmen. „Wenn es warm genug ist, springe ich nachmittags beim Netzekontrollieren schon mal schnell vom Boot aus rein“, verrät er.

War es früher nicht selbstverständlich, dass Fischer gut schwimmen konnten, sei dies in seiner Familie noch nie ein Thema gewesen.

Seit 1857 schätzen die Lex´ den Chiemsee auch zum Baden. Online ist der Fischer übrigens auch: Seine Renken, Räucheraale und Brachse verkauft er ganz zeitgemäß auch im Webshop.

Blick auf die Fraueninsel und das Alte Schloss auf der Herreninsel dahinter.

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