"Gutes tun leicht, wenn viele helfen"

"Gutes tun leicht, wenn viele helfen" - Gemäß diesem Motto versammelten sich im Breitbrunner Haus des Gastes mehr als 60 Interessierte, um sich über die Idee der Nachbarschaftshilfe zu informieren und gegebenfalls mitanzupacken.

Breitbrunn - In vielen Gemeinden bereichern Angebote der Nachbarschaftshilfe das Zusammenleben der Generationen. Im Landkreis Rosenheim geschieht dies in fast jeder zweiten Kommune.

Sei es beim Ausfüllen von Anträgen, beim Einkaufen oder beim Rasenmähen: Der eine ist für den anderen da, und das meist ehrenamtlich.

In der Gemeinde Breitbrunn wollen nun Rita Maurer-Wimmer und Seniorenbeauftragte Martina Wagner die Idee "Bürger helfen Bürgern" aufgreifen. Vorbild soll die Nachbargemeinde Rimsting sein, so Rita Maurer-Wagner in ihrer Begrüßung.

Als Gastredner erläuterten deshalb Vorstand und Altbürgermeister Florian Hoffmann sowie Leiterin Elisabeth Oster die Arbeit der Bürgerhilfe Rimsting. 1997 startete dieses Angebot dort, das vor knapp drei Jahren schließlich in einen Verein ungewandelt wurde. Wichtig sei bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit die Unterstützung durch die Gemeinde. Zudem gelte absolute Verschwiegenheit und gegenseitiges Vertrauen, erläuterte Hoffmann weiter. Natürlich leiste man auch finanzielle Unterstützung, wenn diese erbeten werde, aber die menschliche Hilfe sei wichtiger als die finanzielle. Die Gelder kämen von Privatleuten und Rimstinger Firmen.

Oster betonte, dass bei der Nachbarschaftshilfe die Betreuung den größten Anteil ausmache. Man sei keine Konkurrenz zu einem Pflegedienst und man sei auch keine Bank, jeder einzelne Antrag werde genau geprüft. Jeder Helfer biete seine Dienste freiwillig an und er sei auch nicht Helfer auf Lebenszeit.

So mancher ehrenamtliche Einsatz werde in Rimsting vergütet, denn nicht alle Dienste seien unentgeltlich zu leisten, aber ein Kaffeehaus-Besuch oder das Miteinander-Reden bei einem Besuch im Seniorenheim sei unbezahlbar, berichtete Oster.

Und oftmals sei das Ehrenamt für den Helfer auch mehr als nur ein Ehrenamt. Rimsting habe derzeit 49 Helfer und 68 betreute Personen. "Wir sind ja vielleicht auch einmal auf Hilfe angewiesen", gab Oster abschließend zu bedenken, dass jeder in die Situation kommen könne, in der er auf andere angewiesen und froh um solche Unterstützung sei.

In der aufkommenden Diskussion wurde nach dem Prinzip der Bürgerschaftshilfe gefragt, das laut Oster ganz einfach funktioniert. Am Anfang stünden natürlich die Helfer. Der oder die Einsatzleiter müssten deren Termin-Möglichkeiten und angebotene Hilfsleistungen zusammenstellen und sobald sich ein Bürger, der Hilfe benötigt, an die Gemeinde oder an die Ansprechpartner wende, könne der Einsatzleiter dann den oder die geeigneten Helfer ausschicken, berichtete Oster aus der Praxis.

Breitbrunns Bürgermeister Hans Thalhauser sicherte der örtlichen Initiative Unterstützung durch die Gemeinde zu.

Florian Hoffmann fügte an, dass der Rimstinger Gemeinderat damals die Vereinsgründung bezuschusst habe und dass die Gemeinde immer die Hilfsanfragen an die Einsatzleiterin weiterleite, die aber die Mehrzahl der Anfragen direkt erhalte.

Dritter Bürgermeister Reinhard Bauer ergänzte, dass die Bürgerschaftshilfe sich nach einer Orientierungs- und Organisiationsphase zu einem Verein weiterentwickeln wolle, denn das erleichtere die Abwicklung finanzieller und steuerlicher Vorgänge.

Die Idee der Nachbarschaftshilfe hat wohl gegriffen, denn mehr als zehn Helfer unterschrieben schon am gleichen Abend die ausliegenden Faltblätter. elk

Kommentare