Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Franz Maget Gastredner beim Neujahrsempfang des DGB Region Südost-Oberbayern

Gute Arbeit für alle gefordert

Mit einer Flasche Wein dankte der DGB-Regionsvorsitzende Günter Zellner (rechts) dem Festredner Franz Maget für seine Festrede beim Neujahrsempfang des DGB.  Foto buthke
+
Mit einer Flasche Wein dankte der DGB-Regionsvorsitzende Günter Zellner (rechts) dem Festredner Franz Maget für seine Festrede beim Neujahrsempfang des DGB. Foto buthke

Siegsdorf - Trotz Finanzkrise und Globalisierung ist Gerechtigkeit und Arbeit für alle Arbeitnehmer möglich. Diese Auffassung vertrat der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Franz Ma-get, in seiner Festansprache beim Neujahrsempfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Region Südostbayern. "Gerechtigkeit und gute Arbeit ist ein Grundanliegen der Gewerk-schaftsbewegung, das es gilt weiterzuentwickeln und einzufordern", betonte auch der DGB-Regionsvorsitzende Günter Zellner vor Vertretern des öffentlichen Lebens und Gewerkschaftlern aus den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein im Gasthaus "Neue Post".

Maget wandte sich gegen die sich ausbreitende antieuropäische Stimmung. Europa sei ein großer Vorteil und ökonomischer Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Deutschland profitiere wirtschaftlich vom Euro und von Europa, was aber nicht bedeute, dass es auch alles bezahlen müsse. Er hob den Beitrag von Unternehmern, Mittelständlern und Handwerkern im Bemühen hervor, dass die Arbeitslosenzahlen nicht so hoch sind.

Die Gewerkschaften leisten nach Einschätzung Magets in der Verantwortung für das Gemeinwesen einen wesentlichen Beitrag. Investitionen, Forschung und Entwicklung seien wichtig, aber man müsse auch an die Arbeitnehmerrechte denken. Nicht trotz Sozialstandards und Arbeitnehmerrechten, sondern wegen ihnen laufe es in Deutschland besser als anderswo.

Zum wirtschaftlichen Erfolg gehöre auch eine zukunftsorientierte Energiepolitik. "Ich bin froh, dass wir nicht mehr über die Atomkraft streiten müssen", meinte er. Jetzt komme es auf die nächsten Schritte an. Viele Möglichkeiten der regenerativen Energien wie Solar, Wasserkraft oder Geothermie seien vorhanden.

Die Finanzkrise habe gezeigt, dass Privatisierung, Liberalisierung und Deregulierung nicht der richtige Weg sei. "Wenn der Staat die Kapitalisten in der Finanzkrise nicht gerettet hätte, wären diejenigen untergegangen, die am lautesten geschrien haben", stellte der Redner fest. Diese verfehlte marktradikale Ideologie, aber auch die bloße Gier habe uns ins Unglück geführt.

Mit dem Argument "Leistung muss sich lohnen" seien die Einkommen der DAX-Vorstände 100-mal höher als die der Arbeitnehmer. Womit sei aber begründbar, dass die Leistung dieser Leute 100-mal höher ist als beispielsweise die einer Krankenschwester oder eines Busfahrers? Dies sei eine Unverfrorenheit. Der Grund für die Krise sei, dass die Maßstäbe völlig aus dem Ruder gelaufen seien. "Deshalb müssen wir zurück zu einer anständigen Wirtschaftsordnung", verlangte Maget. Durch faire Steuern und Steuergerechtigkeit leiste jedermann einen Beitrag zum Gemeinwesen.

Die Gewerkschaften müssten ferner dafür sorgen, dass jeder eine gute Arbeit habe, von der er leben könne. Die Würde des Menschen werde dann verletzt, wenn jemand 40 Stunden arbeite und dennoch zum Sozialamt gehen müsse. Es werde dem christlichen Menschenbild nicht gerecht, wenn Menschen mit Dumpinglöhnen abgespeist würden. Außerdem seien die niedrigen Löhne von heute die niedrigen Renten von morgen. bjr

Kommentare