Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Aus dem Gemeinderat

Gstadt: Hohe Beitragsdifferenzen für Versicherungen aufgefallen

Auch die Liegenschaften Bauhof (vorne) und Feuerwehrgerätehaus will die Gemeinde Gstadt versicherungstechnisch neubewerten lassen.
+
Auch die Liegenschaften Bauhof (vorne) und Feuerwehrgerätehaus will die Gemeinde Gstadt versicherungstechnisch neubewerten lassen.
  • VonElisabeth Kirchner
    schließen

Gstadt will die Gebäudeversicherungen für ihre gemeindliche Liegenschaften neu bewerten.

Gstadt – Einstimmig hat der Gemeinderat Gstadt in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Gebäudeversicherungen bei gemeindlichen Liegenschaften neu bewerten zu lassen.

Zuvor hatte Bürgermeister Bernhard Hainz (FWG) den Sachverhalt erläutert. Bei der zurückliegenden örtlichen Rechnungsprüfung sei aufgefallen, dass sich zwischen der Gebäudeversicherung des Gemeindehauses in Gollenshausen (Wert 1,4 Millionen Euro und rund 980 Euro Versicherung) und dem Chiemseewirt in Gollenshausen (Wert 3,6 Millionen Euro und knapp 2900 Euro Versicherung) eine hohe Beitragsdifferenz ergebe. Die Höhe des Beitragssatzes errechne sich aus der Höhe der Versicherungssumme und der Höhe des Gefährdungsgrades, so der Bürgermeister.

Küche gilt als Gefahrenquelle

Bei einer ständig betriebenen Gaststätte gehe eine andere Gefahrenlage aus als von einem Bürgerhaus beziehungsweise Gemeindehaus, denn dort gebe es mehr Gastverkehr oder die Gefahrenquelle Küche.

Die Gebäude- und Versicherungssummen wurden laut Hainz von der früheren Brandversicherung übernommen. Bei Neubauten wird demnach in der Regel eine Gebäudebewertung anhand der Grundrisspläne, der Baubeschreibung und eventuell vorhandener Kostenaufstellungen durchgeführt. „Aufgrund der extrem gestiegenen Baupreise ist bei einer Neubewertung von erheblich höheren Versicherungssummen für die beiden Gebäude auszugehen“, sagte der Bürgermeister.

Laut Aussage der Versicherungskammer Bayern seien die Deckungssummen indexiert, „hinken aber immer hinterher“.

Lesen Sie auch: Warum herzkranke Kinder auf dem Irmengardhof ihr Ferienglück finden

Am Beispiel des Gemeindehauses erläutere der Bürgermeister dies näher: Im Basisjahr 1990 wurde ein Wert von 698 400 Euro veranschlagt, der sich mittlerweile auf 1,4 Millionen Euro beziehungsweise um 200,5 Prozent erhöht habe. Für das Beitragsjahr 2023 seien zusätzlich 14,2 Prozent prognostiziert und für 2024 nochmals 20 Prozent, was den extrem gestiegenen Baukosten geschuldet ist. „Dadurch erhöht sich auch der Beitrag“, so Hainz.

Sollte die Versicherungskammer bei der Berechnung einen Fehler gemacht haben, wie zum Beispiel Nichtberücksichtigung von Belangen des Denkmalschutzes oder

Zahlung muss garantiert werden

Nichtberücksichtigung eines ausgebauten Dach- oder Kellergeschosses, gehe dies zu Lasten der Versicherungskammer, betonte der Bürgermeister. „Aufräumungs-, Abbruch-, Absperr- und Feuerlöschkosten werden bei Versicherungssummen bis 2,5 Millionen Euro 100-prozentig ersetzt, was auf das Gemeindehaus zutreffe. Der angesetzte Wert von 1,4 Millionen Euro sei allerdings in seinen Augen „nicht mehr ausreichend“. Da brauche es eine Neubewertung.

Beträge über 2,5 Millionen Euro werden nach Worten des Bürgermeisters mit 15 Prozent der Versicherungssumme beziehungsweise mindestens 2,5 Millionen Euro bis maximal 12,5 Millionen Euro ersetzt. Zusätzlich sei auch ein Mietverlust für gewerbliche Nutzung für maximal zwölf Monate miteingeschlossen. „Dieser Fall tritt ein, wenn bei einem Schaden die Räumlichkeiten nicht mehr nutzbar sind und alternative Räumlichkeiten angemietet werden müssen“, erklärte Hainz.

Michael Rappl (FWG) hakte nach, wie es bei anderen gemeindlichen Liegenschaften wie der Tourist-Info oder dem Bauhof aussehe und ob es auch andere Anbieter gebe. Alle Liegenschaften seien bei der Versicherungskammer versichert, so Bürgermeister Hainz. Er fügte noch hinzu, dass eine Versicherung leistungsfähig sein und eine Zahlung garantieren müsse.

Weitere Nachrichten aus deM Chiemgau finden Sie hier

Florian Pletzenauer befürwortete eine Neubewertung. Das Gemeindehaus erfahre „im Falle eines Falles am meisten einen Werteverlust“. Dominikus Schneider (FWG) äußerte sich ähnlich: „Gemeindliche Liegenschaften müssen vernünftig versichert werden.“

Stephan Lindner (Bürgerliste) forderte auch eine Neubewertung des Restaurants Hofanger und des Feuerwehrhauses.

Beschluss einstimmig angenommen

Bürgermeister Hainz fasste die Einwände im Beschlussvorschlag zusammen. Für das Gemeindehaus, das Restaurant Hofanger sowie die Tourist-Info soll eine Gebäudebewertung durchgeführt werden. Außerdem soll ein Vergleichsangebot einer zweiten leistungsfähigen Versicherung vorgelegt werden. Der Bauhof sowie die Feuerwehr sollen zu einem späteren Zeitpunkt neu bewertet werden. Die Bewertung sowie die Angebote sind dem Gremium zur Entscheidung vorzulegen.

Diesem Vorschlag schloss sich das Gremium einstimmig an.

Kommentare