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Für Mitarbeiter beim Umbau

Gstadt: Containerburg beim Benediktus-Hof

Ein Kran mit langem Schwenkarm stapelte die sonnengelben Einheiten auf die Containerburg.
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Ein Kran mit langem Schwenkarm stapelte die sonnengelben Einheiten auf die Containerburg.
  • VonElisabeth Kirchner
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Wie bei den Heinzelmännchen zu Köln ging es diese Woche in Mitterndorf bei Gstadt zu: Im Halbstundentakt kamen 30 Container auf großen Lastwagen an. In der Containerburg wird in den kommenden eineinhalb Jahren ein Bautrupp der GP Papenburg Hochbau GmbH Halle wohnen. Der Benediktus-Hof soll nämlich zu einem therapeutischen Internat, die so genannte Mattisburg, umgebaut werden.

Gstadt – Liebhaber großer Maschinen, Bagger und Kräne wären begeistert gewesen beim Schauspiel, das sich diese Woche in Mitterndorf bot. Große Lastwagen mit jeweils zwei bis vier sonnig-gelben Containern hintendrauf auf der Staatsstrasse 2093 zwischen Gstadt und Gollenshausen. In Mitterndorf selbst stand ein Kran mit riesigem Schwenkarm, der die Container präzise auf- und nebeneinander stapelte, dazwischen und oben auf den Containern Männer in gelben Warnwesten, die montierten, schraubten und dübelten.

Sebastian Lörch, Techniker Leiter von Sabtec GmbH aus Bad Krozingen, erklärt, dass derlei Arbeiten für sein Team nichts Außergewöhnliches sind. Die 30 Container werden binnen weniger Tage aufgebaut, eingerichtet, an Strom, Wasser und Heizung angeschlossen: Dennoch ist es beeindruckend, wenn die großen Container vom Sattelschlepper mittels Kran aufeinander gehievt werden.

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Die 30 Container auf einer Fläche von 15 mal 15 Meter bieten nun dem Bautrupp Unterkunft. Was von außen spartanisch anmutet, ist innen möbliert und klimatisiert. Je nach Wunsch der Kunden auch verziert.

„Bei einem Kindergarten waren die Zimmer mit Tiermotiven bemalt,“ erinnert sich Lörch. „Die Kinder wollten ihre Zimmer gar nicht mehr hergeben.“ Aber in Mitterndorf geht es nicht ums Aussehen, sondern um die Zweckmäßigkeit.

David Jahnel, als Bauleiter bei der GP Papenburg zuständig für den Um- und Ausbau des Benediktus-Hofs, und seine Männer sind die Container gewohnt. „Ab dem 31. Januar gehts los. Mit acht Mann.“ Noch wird an den Gerüstaufbauten rund um den Hof gearbeitet, innen haben sie die Baustelle so hergerichtet, dass sie ab kommender Woche mit den Baumaßnahmen loslegen können.

Das Gebäude wird umgekrempelt

Das fast 3000 Quadratmeter große Gebäude wird dann komplett umgekrempelt: Die beidseitigen inneren Treppenhäuser werden nach außen verlegt, so dass in dem Gebäude vier voneinander getrennte Wohneinheiten im ersten und zweiten Stock entstehen. Im Erdgeschoss werden drei Klassenräume, Bibliothek, Lehrer- und Musikzimmer und im Dachgeschoß Verwaltung und Therapeutenzimmer untergebracht, im Keller kommen Heizung, Waschküche und Lager unter.

Bauleiter Jahnel rechnet vor: „Wir sind anfangs acht Mann, später schon mal 20. Wenn wir keine unangenehmen Überraschungen beispielsweise beim Einziehen der Trockenwände erleben, dann kriegen wir das in 18 Monaten hin.“ Bei den Begehungen bislang sei nichts Auffälliges festgestellt worden. Jahnel ist zuversichtlich, dass sie die Bauzeit hinbekommen. Doch anders als bei den Heinzelmännchen zu Köln, von denen es im Gedicht heißt, dass sie des Nachts arbeiten und nicht gesehen werden wollen, wird an der Mattisburg tagsüber gearbeitet. Einblicke also jederzeit möglich.

Umbau kostet vier Millionen Euro – Unterstützung durch Spenden:

Die Mattisburg wird nach erfolgtem Umbau Platz für Jungen und Mädchen aus der Kinder- und Jugendhilfe im Alter zwischen vier und elf Jahren bieten, Kinder, bei denen der dringende Tatverdacht auf Missbrauch, Vernachlässigung oder Misshandlung besteht. Die Zuweisung erfolgt über die Jugendämter. Das therapeutische Internat Sternstunden Mattisburg soll allerdings – anders als die Mattisburgen in Hamburg und Halle an der Saale - in Eigenregie betreiben werden. Allein der Umbau des Hofes zur Mattisburg wird vier Millionen Euro verschlingen. Sternstunden e.V. hat 1,75 Millionen Euro gespendet, auch die KfW fördert im siebenstelligen Bereich das Projekt. Landtagspräsidentin Ilse Aigner hat die Schirmherrschaft für das Internat übernommen. Für Einrichtung und Mobiliar braucht es noch Geld, das Haus wird baulich auf die Kinder abgestimmt. Weitere Informationen über die Stiftung gibt es im Internet unter www.epfk.org.

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