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Gemeinde hat Millionen an Rücklagen

„Bieslgroschen“ füllt Gstadter Gemeindesäckel

Der Barfußweg am Hofanger und die Badeplattform wurden rechtzeitig vor der Saison schon im vergangenen Jahr in Eigenregie von den Mitarbeitern des Bauhofs fertiggestellt. Bürgermeister Hainz lobte den Einsatz bei der Bürgerversammlung: „Wir haben gute Leute im Bauhof.“
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Der Barfußweg am Hofanger und die Badeplattform wurden rechtzeitig vor der Saison schon im vergangenen Jahr in Eigenregie von den Mitarbeitern des Bauhofs fertiggestellt. Bürgermeister Hainz lobte den Einsatz bei der Bürgerversammlung: „Wir haben gute Leute im Bauhof.“
  • VonElisabeth Kirchner
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Fünf Millionen Euro an Rücklagen: Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz zieht in der Bürgerversammlung eine positive Kassenbilanz. Auch die Zweitwohnungssteuer spülte bislang viele Euros in die Gemeindekasse.

Gstadt – Zufrieden zeigte sich Bürgermeister Bernhard Hainz in der Bürgerversammlung in der Taverna Hofanger in Gstadt. Die gute Kassenlage lasse die Gemeinde gut dastehen, versicherte Hainz. Er führte hier unter anderem die Zweitwohnungssteuer an. Sie sei erstmalig 2021 erhoben worden und habe der Gemeinde „250.000 Euro in die Kasse gespült“. Auch der „Bieslgroschen“ habe für gute Einnahmen im Gemeindesäckel gesorgt: Das Eingangs-Drehkreuz vor den Toiletten am Haus des Gastes bescherte der Gemeinde im vergangenen Jahr knapp 18.000 Euro.

Mittels auf Leinwand projizierter Fotos und Pläne zeigte Bürgermeister Hainz, wo und wie sich der Gemeinderat „für die Belange und das Wohl der Gemeinde stark macht“. Sei es die Erweiterung und der Umbau des Kinderhauses St. Johannes, sei es der Umbau der Geschäftsstelle in Breitbrunn, sei es die für 2024 geplante Erschließung des Baugebiets „Am Maierholz“.

Keine weitere Bodenversiegelung

„Das Gremium hat hier die Ansiedlung von zehn Wohneinheiten beschlossen, die nach einem Punktesystem an Einheimische vergeben werden sollen“, so Hainz.

Des Weiteren verwies er auf den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für eine Hotelerweiterung am Seeplatz. Trotz der Erweiterung um 100 Betten werde es durch den ortsverträglichen Bau keine weitere Bodenversiegelung geben; ebenso wenig eine verkehrstechnische Belastung, da weder eine Zu- noch eine Abfahrt der Gäste über den Seeplatz erfolgen werde.

Beim Blick in die Zukunft listete der Rathauschef weitere Punkte wie das Straßensanierungskonzept im Ortsteil Loiberting, die gemeinschaftliche Bauhoftankstelle, zusätzliche E-Ladestationen am Dorfplatz, die weitere Sanierung des Kanal- und Wassernetzes und die Neuberechnung des Kurbeitrages auf.

Bürgermeister Hainz dankte allen Mitarbeitern der Verwaltung, der Feuerwehr, den vielen Ehrenamtlichen und den Vereinen. „Ohne die Vereine gibt es kein Leben im Ort.“

Geschäftsstellenleiter und Kämmerer Thomas Wagner ging auf die beiden vergangenen Haushaltsjahre ein. „Mit fünf Millionen Euro an Rücklagen steht die Gemeinde sehr gut da.“ Die größte Einnahmequelle im Verwaltungshaushalt in 2021 war laut Wagner die Gewerbesteuer mit rund 2,8 Millionen Euro, gefolgt von der Einkommenssteuer mit knapp 750.000 Euro. Investitionen gab es einige: wie die Geräte für den Bauhof (knapp 130.000 Euro), die Zuwendung für die Feuerwehr (knapp 13.500 Euro), die Abwasserbeseitigung (gut 36.000 Euro) oder die Investitionszulage an den Chiemseeringkanal (gut 60.000 Euro).

Trotz der guten finanziellen Ausgangslage warnte Wagner: „Das darf nicht zum Leichtsinn verführen.“

Wagner bedankte sich für das Vertrauen in seine Arbeit in den vergangenen elf Jahren. Er werde künftig „nur noch“ Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft sein. Das Amt des Kämmerers werde Karl-Heinz Heitauer aus der Verwaltung übernehmen.

Grundsteuerreform steht an

Heitauer ging mit einer rhetorischen Frage auf die anstehende Grundsteuerreform ein: „Was kommt auf Sie zu?“ Bürger müssen demnach ihre Grundsteuer zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober dieses Jahres einreichen, dann ermittelt das Finanzamt den Grundsteuermessbetrag, der sowohl an Eigentümer als auch an die Gemeinde übermittelt wird, informierte Heitauer. Die Gemeinde erstellt dann den neuen Grundsteuerbescheid, der ab 2025 erhoben wird.

Unter den Web-Adressen www.elster.de und www.grundsteuer.bayern.de könne man die Vordrucke für die Grundsteuer finden, unter www.grundsteuer.bayern.de oder Telefon 0 89/30 70 00 77 gebe es weitere Informationen.

Bürgermeister Hainz ging für die erkrankte Sophia Staller von der Tourist-Info Gstadt noch kurz auf die Tourist-Zahlen ein. Die Gemeinde sei trotz Corona mit einem blauen Auge davongekommen, auch wenn die Gäste- und Übernachtungszahlen noch nicht das Niveau von 2019 (gut 8800 weniger in 2021 als 2019 mit insgesamt 86.745 Übernachtungen) erreicht hätten.

In der anschließenden Fragerunde meldete sich lediglich Jakob Bichler zu Wort. Er forderte die Verwaltung auf, „verrückt und in die Zukunft zu denken“, wenn es um den Ausbau von erneuerbaren Energien gehe. Schließlich nehme die Gemeinde hier eine Vorreiterrolle ein.

Bürgermeister Hainz erwähnte das Regionalwerk Nahwärmenetz, der Gemeinderat werde demnächst darüber befinden. Vor Ort gelte es, den richtigen Standort und Ausrichtung zu finden. Aber er stimme Bichler bezüglich erneuerbarer Energien zu: „Wir müssen autarker werden.“

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