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Bebauungsplan für Projekt eines Hoteliers

50 Hotel-Betten mehr in Gstadt geplant - Was die Gemeinde dazu sagt

Der am See gelegene, eingesessene Familienbetrieb hat mehrere Hotels in der Region. Er ging unter anderem bereitwillig auf die Forderung der Gemeinde ein, den Gstadter Seeplatz nicht zusätzlich zu belasten und für eine Anfahrt zum geplanten Anbau über die Reiterstraße zu sorgen.
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Der am See gelegene, eingesessene Familienbetrieb hat mehrere Hotels in der Region. Er ging unter anderem bereitwillig auf die Forderung der Gemeinde ein, den Gstadter Seeplatz nicht zusätzlich zu belasten und für eine Anfahrt zum geplanten Anbau über die Reiterstraße zu sorgen.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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50 neue Betten sind mit dem Anbau bei einem Hotel in Gstadt nahe des Seeplatzes geplant. Um das große Projekt aus baurechtlicher Sicht überhaupt verwirklichen zu können und weil die Gemeinde bei gestalterischen Aspekten mitreden will, kommt ein Bebauungsplan.

Gstadt – Was vor zwei Jahren mit einer Bauvoranfrage seinen Anfang nahm, endete in der jüngsten Gstadter Gemeinderatssitzung mit einem einstimmigen Beschluss für die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Ein eingesessener Familienbetrieb mit mehreren Hotels in der Region möchte am Seeplatz 4 das bestehende Hotel mit einem Anbau für 50 Betten erweitern. Die Gemeinde begrüßt das Projekt, will sich aber ihre Interessen bei der Planung sichern.

Satteldach für den Wellnessbereich

Das Vorhaben war in der Sitzung im Februar vergangenen Jahres vom Gemeinderat wie berichtet als „wünschenswert und positiv“ bewertet worden. Allerdings gab es auch Kritikpunkte an der ersten Planung. So stieß zum Beispiel das vorgesehene Pultdach des Wellnessbereichs auf wenig Gegenliebe. Der Betreiber hat sich entgegenkommend gezeigt und plant nun ein Satteldach, erklärt Bürgermeister Bernhard Hainz (FW) im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen.

In seiner Satzung zur Ortsgestaltung schließt die Gemeinde Gstadt solche Flachdächer ausdrücklich aus. Mit einer Ausnahme in diesem Fall konnte sich der Gemeinderat nicht anfreunden.

Weiterer Kritikpunkt aus dem Gemeinderat war bei der ersten Fassung der Planung, dass das Gebäude als zu massiv betrachtet worden war. Damals war von einem Anbau an das Hauptgebäude in einer Größe von 41 mal 14 Metern die Rede. Zusätzlich sollten ein Empfangsbereich und ein Nebengebäude entstehen.

Der Gemeinderat wünschte sich eine ortstypische Bauweise für das Grundstück, passend zum dörflichen Charakter am Seeplatz. Mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan, so die Argumentation, könnten gemeindliche Interessen und die Vorstellungen des Bauherrn auf einen Nenner gebracht werden.

In der jüngsten Sitzung leitete der Gemeinderat nun mit seinem Beschluss das Verfahren für die Bauleitplanung ein, dessen Kosten der Bauherr trägt.

Gemeinde redet bei der Planung mit

Die Bauverwaltung erklärte, dass das Bauvorhaben ohne Bebauungsplan nicht der aktuellen Rechtslage des Paragraphen 34 im Baugesetzbuch entsprechen würde. Dieser regelt die Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile. Das heißt, Bauvorhaben müssen sich nach Art und Maß in die Eigenart der Umgebung einfügen.

Ein Bebauungsplan kann nun die rechtlichen Grundlagen für den großen Anbau schaffen, über Festsetzungen macht die Gemeinde gestalterische Vorgaben. Mit dem Bauwerber und den Fachplanern ist laut Bauverwaltung ein entsprechender Planentwurf erarbeitet worden.

Zufahrt künftig über die Reiterstraße

Dieser sieht 50 Zimmer und einen neuen Empfangsbereich vor. Die Erschließung sei ausschließlich über die Reiterstraße im Westen geplant, die vorhandene Tiefgaragenzufahrt solle geschlossen werden. Außerdem seien ein weiterer Laden und ein Müll-Nebengebäude vorgesehen. Bürgermeister Bernhard Hainz (Freie Wählergemeinschaft) erklärte im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen, dass der Gemeinde wichtig gewesen sei, den Seeplatz zu entlasten. Der Anreise sowie der logistische Verkehr, zum Beispiel Warenanlieferung, werde deshalb künftig über die Reiterstraße und das hoteleigene Grundstück abgewickelt. In der gemeinsam erarbeiteten Endfassung der Planung sei der Hotelier auf die Forderungen der Gemeinde eingegangen.

Informationsveranstaltung für die Nachbarn

Hainz betonte, dass zeitnah eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Nachbarn stattfindet, um ihnen die konkreten Pläne vorzustellen.

„Der Gemeinderat und ich begrüßen das geordnete Bauleitverfahren, die Gemeinde hat dann einfach mehr Einfluss“, so das Gstadter Gemeindeoberhaupt. Die Investition des heimischen Hotelbetreibers bezeichnet er als „Glücksfall“ für so eine kleine Gemeinde wie Gstadt. Er ist davon überzeugt, dass der ganze Ort profitieren werde, vom Bäcker über den Nahversorger bis zu den Gastronomiebetrieben. Nicht zu vergessen, die Arbeitsplätze, die damit geschaffen würden.

Tourismus in der Gemeinde Gstadt:

Die rund 1200 Einwohner fassende Gemeinde Gstadt am Chiemsee ist ein begehrter Urlaubsort. Im Jahr 2019 kamen laut Andy Weiller von der Tourist-Info über 88 000 Übernachtungsgäste nach Gstadt, im stark eingeschränkten Corona-Jahr 2020 waren es immerhin auch noch fast 70 500. „Gstadt hat mit die schönste Lage am See mit Blick die Berge“, begründet dies Weiller. Die Gemeinde sei optimaler Ausgangspunkt zur Überfahrt auf die Inseln und habe den kürzesten Weg zur Fraueninsel. Auch der Naturpark Hofanger direkt am Chiemsee sei zum Beispiel bei den Gästen beliebt mit seinem Rosen- und Kräutergarten, Steinlabyrinth und Aussichtsplateau. Unterhalb befindet sich die neue Strandanlage.

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