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Grünes Licht für Erweiterungsbau

Der Medical Park Chiemseeblick in Felden will wachsen: Geplant ist ein neuer Flügel im Osten. Der Bauherr, die Freiberger Holding AG, hat eine Computeranimation anfertigen lassen und zeigt nun, wie der neue Trakt einmal ausschauen wird (unser Bild).  Repro  Freiberger Holding AG
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Der Medical Park Chiemseeblick in Felden will wachsen: Geplant ist ein neuer Flügel im Osten. Der Bauherr, die Freiberger Holding AG, hat eine Computeranimation anfertigen lassen und zeigt nun, wie der neue Trakt einmal ausschauen wird (unser Bild). Repro Freiberger Holding AG

Grünes Licht aus dem Rathaus: Der Gemeinderat in Bernau hat in seiner Sitzung am Donnerstag die Erweiterung der Klinik Medical Park Chiemseeblick in Felden befürwortet. Nachdem der Bauherr, die Freiberger Holding AG in Amerang, vor Weihnachten keine Zustimmung bekommen hatte, änderte sie noch einmal ihre Planung.

Und so gab das Gremium jetzt sein Okay. Nach der Zustimmung der Gemeinde wird der Bauantrag nun dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt.

Bernau - Das Unternehmen will die Fachklinik für Psychosomatik, die im ehemaligen Rasthaus in Felden untergebracht ist, mit einem Flügel im Osten erweitern. In diesem Trakt sind 80 Einzelzimmer für Patienten geplant. Der Hintergrund: Die Nachfrage nach Therapieplätzen nimmt stetig zu.

Einen Bauantrag hatte der Gemeinderat Ende letzten Jahres abgelehnt. Vor allem die Gestaltung der Nordfassade in Richtung See gefiel ihm nicht. Freiberger unternahm einen neuen Anlauf und präsentierte einen geänderten Bauantrag, den der Gemeinderat jetzt am Donnerstag mit 13:8-Stimmen mehrheitlich befürwortete.

Bürgermeister Philipp Bernhofer erläuterte die Veränderungen, die die Freiberger Holding - nachdem sie vor Weihnachten keine Zustimmung erhalten hatte - vornahm. Das Unternehmen habe den Baukörper um zehn Meter verkürzt - womit der neue Trakt nun eine Länge von rund 110 Metern aufweise. Das Gebäude sei durch "intensiv begrünte Fassadeneinschnitte" in mehrere Bauteile untergliedert, das Dach erhalte eine Begrünung. Und, so Bernhofer: "Vor der Nordfassade zum See werden großkronige Laubbäume gepflanzt, die das Gebäude verdecken und ebenso die Ansicht gliedern."

Der Bürgermeister machte kein Hehl daraus, dass es ihm - was er dann aber machte - schwer falle zuzustimmen. Ausschlaggebend war für ihn am Ende jedoch, dass Besucher des Parks am Ufer das neue Gebäude an der Ostseite der Klinik nicht sehen können. Die Sicht sei verdeckt. Allein Segler auf dem Chiemsee können den neuen Trakt laut Bernhofer erblicken.

Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich erstaunt, dass das Landratsamt das Bauvorhaben als Erweiterung eines Gewerbebetriebs eingestuft habe - und damit ein Verfahren mit Beteiligung der Bürger nicht zustandegekommen sei. In anderen Fällen im Außenbereich verlange die Genehmigungsbehörde immer wieder gerade solche Verfahren. Sie habe das Gefühl, so Zeitlmann, dass das Landratsamt im vorliegenden Fall der Klinikerweiterung durch Freiberger einen anderen Maßstab anlege, als wenn etwa ein Landwirt eine Baumaßnahme auf seinem Hof plane.

Parkhotel

auf der anderen Seite "vergammelt"

Eine Verringerung des Baukörpers um zehn Meter war für Renate Wendlinger (CSU) zu wenig. Und wenn der Bauherr lediglich nur diese zehn Meter abtreten wolle, dann solle er doch das Gebäude teilen und einen so langen Zwischenraum schaffen. Hartl Hinterholzer (Bündnis 90/Die Grünen) hätte es "gut gefunden", wenn die Firma Freiberger gesagt hätte, was sie denn mit dem Gebäude südlich der Autobahn plane. Es komme "schlecht rüber, wenn das Parkhotel vergammelt und auf der anderen Seite was Neues gebaut wird".

Heidi Jungbeck (CSU) hingegen befürwortete das Bauvorhaben und sprach von einer "hochwertigen Lösung". Der Streifen an der Autobahn, den Freiberger für seine Baumaßnahme nutzt, ist laut Jungbeck ein wenig attraktives "Stück Land". Das Grundstück und damit letztlich auch der neue Trakt könne nicht eingesehen werden. Irene Biebl-Daiber (auch CSU) erinnerte daran, dass Freiberger der größte Arbeitgeber in Bernau sei. Die Patienten kommen ihren Angaben zufolge auch in den Ort - und kaufen dann zum Beispiel auch in den Geschäften in Bernau ein.

Zweiter Bürgermeister Gehard Jell (CSU) betonte, dass Freiberger vielen Bürgern in der Gemeinde Bernau Arbeit gebe. "Etwa ein Drittel aller Mitarbeiter sind aus Bernau und Umgebung." Mit der Erweiterung schaffe das Unternehmen 40 neue Arbeitsplätze. Für Wendlingers Vorschlag hatte er nichts übrig: "Ein geteiltes Gebäude wäre vollkommen unsinnig."

Peter Steindlmüller (CSU) blickte weit in die Vergangengeit zurück und sagte, er sei heute noch froh, dass seinerzeit Freiberger das Rasthaus gekauft habe - und nicht ein anderer Investor. Vom Tisch gefegt worden seien damit auch Befüchtungen, dass das Rasthaus aus den 30er-Jahren womöglich eine Nazi-Gedenkstätte werde.

40 neue

Arbeitsplätze sind

"eine Menge"

Christian Hügel (CSU) zeigte Verständnis für die Bedenken. Die Baumaßnahme sei ein "deutlicher Eingriff in die Landschaft". Auch die Verhandlungen mit den Vertretern des Medical Park seien wieder "ein bisschen zäh" gewesen. Ein "zentrales Argument" lasse ihn jedoch zu einer Befürwortung der Baumaßnahme kommen: Die Gemeinde Bernau sei angehalten, die langfristige Entwicklung in Betracht zu ziehen und das Unternehmen Freiberger zu unterstützen, damit dann die Firma ihrerseits - wenn die Zeiten einmal nicht mehr so gut sind wie jetzt - die Arbeitsplätze erhält. Hügel: "Wir leben nicht auf Dauer auf einer Insel der Glückseligen." Und weiter: 40 neue Arbeitsplätze seien "eine Menge".

Georg Bauer (Bernauer Liste) sagte, dass sich in der neuen Planung im Vergleich zur alten "außer ein paar grünen Strichen nicht viel geändert hat". Er hätte sich gewünscht, dass Freiberger das Gebäude "strukturiert" - was aber nicht erfolgt sei. Josef Wörndl (CSU) meinte, dass Freiberger "uferlos wächst". Das Unternehmen sollte sich einmal Gedanken machen, einen "Betriebskindergarten" zu schaffen.

Dritter Bürgermeister Alexander Herkner (SPD) meinte, Freiberger habe in der Planung für das neue Bettenhaus eine "deutliche Verbesserung herbeigeführt". Michaela Leidel (Bernauer Liste) sagte hingegen, dass sich "keine Verbesserung" ergeben habe. Sie kritisierte die Größe und die Optik des neuen Traktes. "Das alte Gebäude wird in die Zange genommen." pü

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