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KULTUREINRICHTUNG KÄMPFT MIT CORONA-LOCKDOWN

Grundstücksverkauf macht es möglich: Sawallisch-Villa in Grassau renoviert

Zwei Drittel der Kosten der Renovierungsarbeiten sind von einem Bundesprogramm gefördert.
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Zwei Drittel der Kosten der Renovierungsarbeiten sind von einem Bundesprogramm gefördert.
  • VonChristiane Giesen
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Wie wohl alle Kultureinrichtungen kämpft auch die Wolfgang Sawallisch-Musikakademie auf dem „Grünen Hügel“ in Grassau, um einigermaßen gut aus den Lockdowns herauszukommen. Seit Januar 2021 mussten zwölf Kurse, davon neun Abschlusskurse mit Teilnehmern aus aller Herren Länder abgesagt werden

Grassau – Da es sich dabei um „außerschulische Bildung handelt, hätten die Kurse selbst zwar theoretisch stattfinden dürfen und viele Dozenten wären dazu bereit gewesen, berichtet Robert Höpfner, einer der beiden Vorstandsvorsitzenden der Sawallisch-Stiftung im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. In der Realität jedoch sagten die meisten Teilnehmer schon wegen mangelnder Reisemöglichkeiten, drohender Quarantäne und auch Bedenken um die eigene Gesundheit ab.

„Auch wir wären weder finanziell noch psychisch mit dieser Situation klar gekommen“, so Höpfner.

Abonnenten spendeten das Geld

Abgesehen von den üblichen Abschlusskonzerten der Meisterkurse mussten so in diesem Jahr bisher auch die regulären, lange vorher geplanten Klassikkonzerte abgesagt werden, erklärt Höpfner. Gott sei dank seien die meisten der 40 Abonnenten verständnisvoll und spendeten die schon bezahlten Beiträge. Kaum habe sein Abo gekündigt.

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Die Verantwortlichen des Sawallisch-Hauses Hinterm Bichl in Grassau aber wussten die Zeit für Renovierungen aller Art gut zu nutzen: Die größte Baumaßnahme waren komplett neue Fenster im großen Konzertsaal im Untergeschoß, dem ehemaligen Schwimmbad der Villa. Vorher konnten die riesigen Panoramafenster hier gar nicht geöffnet werden, jetzt sind sie zu Schiebetüren geworden, von denen aus die große Terrasse, zum Beispiel in den Pausen betreten werden kann.

Neue Fenster und Bäder

Auch die Fenster im Konzertsaal im Parterre wurden komplett erneuert und mit Außenjalousien versehen. Vom Bundesförderprogramm der Staatsregierung namens „Neustart Kultur – Verbesserung der Raumlüftung“ wurden von den Kosten in Höhe von 40 000 Euro zwei Drittel übernommen.

Dazu gab es noch kleinere Bauarbeiten, zum Beispiel im Gästehaus und im Keller der Villa, die dringend notwendige, vollständige Erneuerung dreier Bäder für die Gästewohnungen, die Sanierung der Auffahrt oder die aufwändige Entsorgung einer riesigen alten Fichte im Garten, deren morscher Stamm Ende Februar nachts bei einem Sturm buchstäblich abgebrochen und zersplittert war.

Sparkurs angesichts hoher Unterhaltskosten

Trotz der staatlichen Zuschüsse, auch der sofort beantragten und erhaltenen Sofort- und Überbrückungshilfen, galt es für die Stiftung so viel wie möglich zu sparen.

Die laufenden Unterhaltskosten für das gesamte Anwesen sind hoch, wenn die Haupteinnahmequelle, die Meisterkurse, mit Vermietung und Vollpension wegfallen.

Die große neue Fensterfront im unteren Konzertsaal der der Villa Sawallisch, hier mit Robert Höpfner, einem der beiden Stiftungsvorstände.

Die fest angestellte Hauswirtschafterin Irmi Stadler musste in Kurzarbeit gehen, ebenso zwei Teilzeitkräfte und Praktikantin Lisa Rosenhuber aus Übersee, die ab Sommer ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin mit betriebswirtschaftlichem Abschluss beendet und dann – bei hoffentlich wieder regulärem Betrieb der Stiftung – in Vollzeit übernommen werden soll.

Grundstücksverkauf finanziert Baumaßnahmem

Trotz aller Hilfen und Sparmaßnahmen war es der Stiftung nur möglich, die Baumaßnahmen zu bezahlen, indem ein rund 1500 Quadratmeter großes Grundstück im unteren Bereich an eine benachbarte Firma verkauft wurde.

Das Stiftungsvermögen sei dadurch nicht verringert worden – was nach der Satzung der Sawallisch-Stiftung nicht möglich ist, weil das Geld für Investitionen verwendet wurde, erklärt Höpfner. Ohne diesen Verkauf wären die Wert erhaltenden Investitionen an den Häusern nicht zu finanzieren gewesen.

Vorstände bei Wahlen bestätigt

Die Finanzen der Stiftung stehen unter Aufsicht: Jedes Jahr wird der Rechnungsabschluss von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer kontrolliert.

Im Februar standen Neuwahlen des Stiftungsrates an. Dabei wurden die beiden ehrenamtlichen Vorstände Paul Bischof und Robert Höpfner bestätigt, ebenso der Vorsitzende des Stiftungsrates Wolfgang Diem. Stiftungsräte sind weiterhin Albert Osterhammer, Josef Crump und Professor Reinhard Seifried.

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