„TAG DER FREIEN SCHULEN IN BAYERN“

Großes Interesse an Politik gezeigt

Schülerinnen diskutiertenmit den beiden Landtagsabgeordneten Gisela Sengl (links) und Klaus Steiner (Mitte). Im Bild daneben Matthias Speckner von der Erzbischöflichen-Maria-Ward-Mädchenrealschule Traunstein-Sparz, die die beiden eingeladen hatte. Wittenzellner
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Schülerinnen diskutiertenmit den beiden Landtagsabgeordneten Gisela Sengl (links) und Klaus Steiner (Mitte). Im Bild daneben Matthias Speckner von der Erzbischöflichen-Maria-Ward-Mädchenrealschule Traunstein-Sparz, die die beiden eingeladen hatte. Wittenzellner

Traunstein-Sparz – Politikverdrossenheit ist ein leidiges Phänomen, das gerade auch bei jungen Menschen um sich greift. Viele Schulen nutzten die Möglichkeit und luden Landespolitiker ein, die Rede und Antwort standen, dabei aber vor allem auch versuchten, die jungen Menschen für ein politisches Engagement gleich welcher demokratischen Richtung zu begeistern.

Dem setzt der „Tag der Freien Schulen“ in Bayern Information und Aufklärung zu politischen Vorgängen und Themen entgegen. Organisiert wird dieser Aktionstag, der unter dem Motto „Politik macht Schule – Abgeordnete schenken eine Unterrichtsstunde“ stand vom Verband Bayerischer Privatschulen, dem Katholischen Schulwerk in Bayern und der Evangelischen Schulstiftung in Bayern.

Informationsstunden wie der „Tag der Freien Schulen in Bayern“ sollen daneben auch helfen, Radikalisierungstendenzen vorzubeugen und die jungen Zuhörer sachlich mit weitgehender politischer Neutralität zu informieren.

Aber auch für die Berufspolitiker eröffneten die Besuche Chancen. Können sie doch auch ganz praktisch erleben, wie Jugendliche so „ticken“, was sie im politischen Fragenkatalog interessiert.

In der Erzbischöflichen-Maria-Ward-Mädchenrealschule Traunstein-Sparz lud man für die zehnten Klassen gleich zwei Landtagsabgeordnete ein: So war CSU-Stimmkreisabgeordneter Klaus Steiner ebenso für eine Schulstunde gekommen, wie im Nachgang die Grünen-Abgeordnete Gisela Sengl. Beide nutzen die Möglichkeit, den Schülerinnen einen Einblick in das persönliche Berufs- und Alltagsleben zu geben.

Steiner machte deutlich, dass die Arbeit als Abgeordneter ein „full-time-job“ ist, zu dem auch oft Termine am Wochenende gehören würden.

Sengls Themen konzentrierten sich – auch in der Vorstellung des eigentlichen beruflichen Werdegangs – stark auf das Thema Landwirtschaft und traf dort auf interessierte und fragende Schülerinnen.

Dass die Jugendlichen zwar nicht alle Antworten schon gefunden haben, aber gleichzeitig vielfältiges Interesse an aktuellen Themen zeigen, wurde in den jeweiligen Diskussionen deutlich. Und hier durfte natürlich auch die Flüchtlingsthematik nicht fehlen. Aber auch das derzeit verhandelte Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP oder die Auswirkung der Gentechnik kam genauso zur Sprache wie auch die Auswirkungen europäischer Gesetzgebungen auf die Bürger.

Einig waren sich die beiden Landtagsabgeordneten in dem Wunsch nach politischem Engagement der Schülerinnen: „Mein Appell an euch ist: Nicht nur schimpfen, sondern mitreden und einbringen“, forderte sie Steiner auf. Sengl freute sich über den „Außentermin“ in der Schule und dachte indirekt schon an ein wichtiges Bürgerrecht der dann überwiegend volljährigen Schülerinnen: „Ihr müsst unbedingt zur Wahl gehen.“

Die Schülerinnen äußerten sich positiv zu der politischen Abwechslung im Unterrichtsgeschehen: „Das war sehr informativ. Ich fand das gut“, sagte Melissa.Und Marie – beides Zehntklässlerinnen – meinte, dass sie nicht gedacht habe, dass der geschilderte Tagesablauf im Beruf eines Landtagsabgeordneten „so stressig sein kann“. wz

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