Ein großes Herz für die Kinder im Amazonasgebiet

Hilfe für die Kinder am Amazonas:Uschi Erl (hinten), die Vorsitzende der Partnerschaftlichen Brasilienhilfe Grabenstätt, und ihre Vereinskollegen Betty und Job Wülfing besuchten Lábrea. re
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Hilfe für die Kinder am Amazonas:Uschi Erl (hinten), die Vorsitzende der Partnerschaftlichen Brasilienhilfe Grabenstätt, und ihre Vereinskollegen Betty und Job Wülfing besuchten Lábrea. re

Grabenstätt. – Aus dem Chiemgau kommt weiter viel Unterstützung: Der Verein Partnerschaftliche Brasilienhilfe Grabenstätt greift nach wie vor armen Kindern und Jugendlichen im brasilianischen Amazonasgebiet unter die Arme.

Da es im Vorjahr keine Jahreshauptversammlung gegeben hat, richtet der Verein heuer gleich zwei aus. Die erste war dieser Tage, die zweite folgte zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr.

Die Mitglieder blickten im Pfarrsaal auf das Jahr 2016 zurück. Ein voller Erfolg sei die damalige Sternsingeraktion gewesen, bei der in Grabenstätt, Erlstätt und Grünwald rund 16 000 Euro für die Brasilienhilfe gesammelt worden seien, freute sich Vorsitzende Uschi Erl. Darüber hinaus sammelten die Klöpferlsinger 518 Euro und eine Kindergruppe weitere 219 Euro. Diese Spendengelder, eine Geburtstagsspende in Höhe von 500 Euro und der 200-Euro-Erlös des Fastenessens im März 2016 kommen bedürftigen Kindern und Jugendlichen im brasilianischen Amazonas-gebiet zugute.

Halbtags besuchen sie das „Centro Esperança“ (Zentrum der Hoffnung) in Tapauá. Die andere Hälfte des Tages gehen sie zur Schule. Im Zentrum der Hoffnung belegen sie Kurse, lernen unter anderem den Umgang mit dem Computer, kochen, nähen, sticken und schnitzen. Zudem wird musiziert, gesungen und Sport getrieben. Mithilfe der dort erlernten Fertigkeiten finden sie, wenn sie mit 18 Jahren die Einrichtung verlassen, wesentlich leichter einen Job und können ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.

Aktuell hat die 1995 gegründete Partnerschaftliche Brasilienhilfe Grabenstätt, deren Wurzeln bis in die 1970er-Jahre zurückreichen, 73 Vereinsmitglieder. Laut Kassiererin Irmgard Gottsmann betrugen die Einnahmen im vorletzten Jahr 101 216 Euro – einschließlich des Übertrags aus dem Vorjahr – und die Ausgaben 28 277 Euro. „An Beständen haben wir 72 938,82 Euro ins Jahr 2017 mitgenommen“, so Gottsmann.

„Wir brauchen unsere Bestände langsam auf, was auch in Ordnung ist“, so Erl. Von den rund 20 Projekten, die man in der Hochphase unterstützt habe, seien noch vier oder fünf übrig geblieben. Viele stünden mittlerweile auf eigenen Füßen.

2016 hat man 5000 Euro nach Rio Branco überwiesen, wo man in der dortigen Diözese mit Bischof Dom Joaquim Pertinez einen wichtigen Ansprechpartner und Vertrauensmann hat. Wie er im September per Brief mitteilte, stehe man „Tag für Tag vor neuen Herausforderungen und Aufgaben, vor allem im sozialen Bereich“. Die Kirche müsse Arbeiten und Pflichten des Staates übernehmen, die dieser vernachlässige. Die etwas steigende Priesterzahl sei ein Geschenk Gottes. „Wir sind zutiefst dankbar für alles, was ihr für uns tut“, bedankte sich der Bischof bei den Grabenstättern.

Als Übersetzerin und Brasilien-Kennerin ist die dort geborene und seit rund vier Jahrzehnten in Grabenstätt lebende Betty Wülfing für die von ihr mitbegründete Partnerschaftliche Brasilienhilfe Grabenstätt unverzichtbar. Wie keine andere weiß sie, wie es in Brasilien zugeht und mit welchen Problemen die Menschen in ihrem Alltag zu kämpfen haben. So sei vom zwischenzeitlichen Aufschwung längst nichts mehr zu spüren. „Ganz im Gegenteil, es ist wieder viel schlechter geworden, eine erbärmliche Situation“, bedauerte Wülfing. Als Hauptschuldige hat sie die dortigen Politiker ausgemacht, „die sich bereichern, sobald sie an der Macht sind“. mmü

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