Große Trauer um Michael Poller (†21) im Heimatort Siegsdorf

Michael Poller
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
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  • Barbara Forster
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Eine Gemeinde steht unter Schock: Michael Poller ist mit nur 21 Jahren ums Leben gekommen. Wie sehr er ein Bestandteil der Siegsdorfer Gesellschaft war, untermauern nicht nur seine Mitgliedschaften in Vereinen, sondern auch die große Anteilnahme am Seelengottesdienst in der Pfarrkirche Siegsdorf.

Siegsdorf – Der 21-jährige Michael Poller wurde auf tragische Weise bei einem Unfall auf der A8 aus dem Leben gerissen.

Als lebensbejahende Persönlichkeit sei er von Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen geschätzt worden. „Michael war spontan, freundlich und immer hilfsbereit. Ich habe mich immer auf meinen Jungen verlassen können“, so Mutter Sigrid Poller gegenüber unserer Zeitung.

Von den Bergen begeistert

Und weiter: „Er konnte mit jeden Menschen ein Gespräch anfangen, gleich ob es um Sport, Politik oder die Natur ging“, schildert die Mutter. Und gerade in der Natur hielt sich Michael Poller besonders gerne auf. Er war begeisterter Bergsteiger, und seit dem Sommer 2019 auch von der Kletterei fasziniert. Sein liebstes Ausflugsziel: der Zinnkopf. Zuletzt war er an Silvester dort mit seinem Vater. „Gemeinsam saßen sie auf dem Aussichtsbankerl und genossen den Blick auf den Wallfahrtsort Maria Eck“, so Sigrid Poller. Der 21-Jährige war ein fröhlicher Mensch mit noch großen Plänen. Vor einigen Semestern habe er in Rosenheim neben der Arbeit ein Bankfachwirt-Studium angefangen. Ende März hätte er Prüfungen gehabt.

Sonnenuntergänge genoss er besonders: Oft ging Michael Poller (Vordergrund) mit seiner Mutter abends in die Berge. Fotos re

2015 hatte er mit der Ausbildung als Bankkaufmann in der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost in Traunstein begonnen. Nach seiner Lehre wurde er direkt übernommen und arbeitete fortan als Kundenberater. Weniger als Arbeitgeber, mehr als eine „große Familie“ habe er seine Arbeitsstätte angesehen, schildert Mutter Sigrid Poller. Standfest sei er durchs Leben gegangen. „Überall mochten sie ihn.“ Die Ausbildung hat Michael Poller nach der Mittelschule in Siegsdorf, die er mit der Mittlereren Reife abgeschlossen hat, absolviert.

Heimatverbunden und doch gerne auf Reisen

Siegsdorf war seine Heimat. Dort aufgewachsen, war er im Vereinsleben verwurzelt. Zu seinen Leidenschaften zählte das Fußballspielen im TSV Siegsdorf. Dort war er in der ersten und zweiten Mannschaft auf dem Spielfeld im Einsatz. Auch dem Trachtenverein Heutau gehörte er als aktives Mitglied seit der ersten Klasse an.

So heimatverbunden Poller auch war, das Reisen zählte ebenso zu seinen Steckenpferden. In der Woche vor Weihnachten flog er mit einem Freund nach London, um sich dort ein Fußballspiel und die Dartmeisterschaften anzusehen.

Was besonders seinen Eltern berührte: Michael konnte sich ihnen zufolge an den kleinen Dingen erfreuen. So zum Beispiel an Sonnenuntergängen. Gemeinsam mit seiner Mutter ging er abends oft in die Berge, um dort das leuchtende Abendrot zu bestaunen. Dieses persönliche Symbol haben die Eltern auf für die Traueranzeige ausgesucht.

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