Gemeinderat beim Ortstermin

Katek-Gebäude soll keine Industrieruine werden: Grassau auf der Suche nach neuen Mietern

In den Scheddachhallen wird der Bauhof sein Gewächshaus integrieren. Manfred Kneis, Bürgermeister Stefan Kattari und Tobias Gasteiger (von links) besichtigten die Räume.
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In den Scheddachhallen wird der Bauhof sein Gewächshaus integrieren. Manfred Kneis, Bürgermeister Stefan Kattari und Tobias Gasteiger (von links) besichtigten die Räume.
  • vonTamara Eder
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Aus dem Grassauer Katek-Gebäude soll keine Industrieruine werden, sondern Leben soll dort blühen. Bürgermeister Stefan Kattari hat das Gebäude bei einem Ortstermin unter die Lupe genommen.

Grassau – Das größte Gebäude in Grassau sucht einen neuen Zweck: Die Marktgemeinde ist Eigentümer des fünfstöckigen, ehemaligen Katekgebäudes und der Lagerhallen an der Bahnhofstraße im Gewerbepark. Klar ist, dass der neue Eigentümer den Großteil der Gewerbeflächen vermieten möchte. Vereine und Institutionen haben ihren Bedarf für die leer stehenden Räume bereits angemeldet.

Bei einem Ortstermin besichtigten Bürgermeister Stefan Kattari, Kämmerer Tobias Gasteiger und der Vorsitzende des Vereins „Aktives Grassau“, Manfred Kneis, das 3185 Quadratmeter große Gebäude und die 3750 Quadratmeter großen Hallen.

Abriss vorerst keine Alternative

Ein Abriss des Gebäudes ist derzeit kein Thema. Denn die bestehenden Mietverträge für die Antennenanlagen auf dem Dach des Hauptgebäudes laufen noch fünf Jahre. Somit sucht die Gemeinde nun eine passende Nutzung des großen Gebäudes.

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Die dritte Etage des fünfstöckigen Gewerbebaus aus den späten Siebzigerjahren wurde bereits dem Verein „Integer“ Grassau zur Verfügung gestellt. Die Räume sind für die Projekte des Vereins mit Deutschunterricht, Community Music und Kleiderkammer ideal geschnitten.

Aufgrund der Corona-Pandemie und Quarantäne-Bestimmungen ausgelöst durch einige positive Testergebnisse der Gemeinschaftsunterkunftsbewohner ruht der Vereinsbetrieb derzeit. Vorübergehend sollte im Erdgeschoss auch der „Kleiderschrank“, die Kleiderkammer des Vereins öffnen. Doch auch diese Aktivitäten sind derzeit auf Eis gelegt.

Musiker und Sänger proben

Der vierte Stock wird nun vorübergehend vom Musik- und Gesangsverein und der Rottauer Dorfmusi als Probenraum genützt. Durch die Größe, rund 540 Quadratmeter, bietet sich die Möglichkeit, die durch Corona geforderten zwei Meter Abstand der Musikanten voneinander einzuhalten und dennoch zu proben.

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Die Scheddachhallen weisen eine einzigartige Dachkonstruktion mit viel Oberlicht auf.

Wie Gasteiger, Vorsitzender des Musik- und Gesangsvereins berichtete, habe die Marktkapelle bislang im Hefterstadel geprobt. „In den Wintermonaten wird es dort aber zu kalt“, sagte Gasteiger. Weiteren Bedarf hat der Grassauer Kunstkreis angemeldet. Dieser möchte gerne einen Bereich der Scheddachhallen als freies Atelier für die Mitglieder des „Agenda 21 Kunstkreises“ nutzen.

Tausend Blumenzwiebeln

Kattari und seine Mitstreiter besichtigten auch die Räume, die künftig dem gemeindlichen Bauhof zur Verfügung stehen. Hier möchten die Gärtner des Bauhofes ihr eigenes kleines Gewächshaus verwirklichen. Einige tausend Blumenzwiebeln werden dort bereits gelagert. „Dafür ist der Raum ideal, da die Zwiebeln bei geringen Temperaturen überwintern können, ohne auszutreiben“, sagte Kattari.

Aufgabe der Gemeinde wird es nun sein, für die verbleibenden Flächen Mieter zu finden. Für das erste Obergeschoss könnte sich der Bürgermeister, aufgrund der vielen kleinen Räume, eine Art Gründerzentrum vorstellen. Dies sei vorerst nur eine Idee, betonte er, aber durchaus diskussionswürdig. Eventuell liessen sich auch Bereiche des Anwesens für Veranstaltungen des Vereins Aktives Grassau nutzen. Manfred Kneis nahm diesbezüglich die Räumlichkeiten unter die Lupe.

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