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Großes ehrenamtliches Engagement

Grassauer Verein Integer hilft Geflüchteten

Ein Blick in die gut bestückte Kleiderkammer des Grassauer Vereins Integer.Eder
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Ein Blick in die gut bestückte Kleiderkammer des Grassauer Vereins Integer.Eder
  • VonTamara Eder
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In Zeiten des Krieges und vieler ukrainischer Geflüchteten ist die ehrenamtliche Arbeit des Vereins Integer noch unverzichtbarer geworden. Über die Arbeit informierte Vorsitzende Uta Grabmüller in der Jahreshauptversammlung.

Grassau – Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und angesichts der vielen Geflüchteten ist die ehrenamtliche Arbeit des Grassauer Vereins Integer noch unverzichtbarer geworden. Das wurde in dessen Jahreshauptversammlung in den Vereinsräumen deutlich, als Vorsitzende Uta Grabmüller Bilanz aus dem zurückliegenden Jahr zog.

Der Verein sei 2021 mit dem Einrichten der neuen Räume im ehemaligen Katekgebäude beschäftigt gewesen, so Grabmüller. Neben einem Aufenthaltsraum mit Küche, genutzt zudem als Café Integer, wurden ein Nähstüberl eingerichtet und ein Musikzimmer ausgestattet. Der Betrieb des „Grassauer Kleiderschranks“ mit einem Team aus 13 Ehrenamtlichen konnte unter strengen Hygienevorschriften aufrechterhalten bleiben. Die Spendenbereitschaft und somit das Angebot an Gebrauchtkleidung nahm laut Vorsitzender zu.

Mitgliedsbeiträge als Hilfestellung

Im Gebäude untergebracht sind auch ein Lager und die kleine Werkstatt der „Radlgarage“ unter Leitung von Franz Kunert, die bis zum Jahresschluss 300 Räder an die Geflüchteten abgegeben hatte.

Für die Bildungsarbeit steht der bestens ausgestattete Schulungs- und Seminarraum zur Verfügung. Laut Uta Grabmüller setzte sich der Deutschunterricht und einzelne Seminare kontinuierlich fort. Mühsam sei die Teilnehmergewinnung aus der Gemeinschaftsunterkunft.

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Umso stärker werde das Angebot nun von den ukrainischen Kriegsflüchtlingen angenommen. Sie verwies weiter auf die Produktion von Upcycling-Taschen im Nähstüberl und auf den ständig steigenden Vorrat an gespendeten Instrumenten für das Musikzimmer. Das Konzept „Community Music“, gemeinsames Musikmachen ohne Vorkenntnisse, soll nun wieder stärker angeschoben werden.

Einnahmen aus Kleiderschrank wie auch Mitgliedsbeiträgen haben die kleine Starthilfeunterstützung für die Ukrainer ermöglicht. „Wer die Arbeit unseres Vereins unterstützen möchte, kann dies durch eine Mitgliedschaft“, so Grabmüller. Anträge seien auf der Homepage des Vereins hinterlegt.

Upcycling-Taschen, vorgestellt von Uta Grabmüller.

Vor allem die Situation der ukrainischen Geflüchteten beschäftigten die Mitglieder in der Aussprache. Hilfreich sei dienstags der runde Tisch, an dem Hilfsangebote vorgestellt, Fragen der Geflüchteten diskutiert, möglichst geklärt und aufgearbeitet werden. Die Vorsitzende: „Ein Ziel ist, Geflüchtete mit ihren Kompetenzen und Berufserfahrung ins Ehrenamt einzubinden.“

Aus Privatunterkunft in Obdachlosigkeit

„Durch die Kriegsflucht werden große Probleme auf die Gemeinden zukommen“, mutmaßte Dr. Hans Grabmüller. Er lege dringend dem Marktgemeinderat ans Herz, zu bedenken, dass die Ukrainer, die derzeit privat untergekommen sind, irgendwann wohnungslos sein werden, appellierte er an den anwesenden Dritten Bürgermeister Manfred Huber. Die Gemeinde müsse sich Gedanken machen, wo diese dann Obdachlosen untergebracht werden könnten.

Huber erklärte, es gebe in Rottau Unterkunftsangebote, die noch nicht belegt seien.

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Dr. Grabmüller fragte nach, ob Zweitwohnungsinhaber angeschrieben und auf die Situation hingewiesen werden können.

„Es werden noch viele Probleme kommen“, prophezeite Uta Grabmüller. Ihrer Ansicht nach sollte eine kontinuierliche Betreuung folgen. Vor allem betonte sie, dass hier Kompetenzen brachliegen und ein Personalentwickler gefordert wäre. Sie nannte einige Konflikte, die es bereits jetzt bei der Unterbringung gebe. Traumatisierte Kinder und Geflüchtete stellen eine Herausforderung dar, wenn beispielweise nachts nicht geschlafen werden kann, oder das bereitgestellte Zimmer doch selbst benötigt wird.

„Es ist beeindruckend, was ihr leistet, was ihr an Hilfe gebt. Das ist von enormem Wert, und herzlichen Dank im Namen der Gemeinde“, lobte Dritter Bürgermeister Huber die Vereinsarbeit.

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