Grassauer Schulturnhalle weiter gesperrt – Gutachten lässt weiter auf sich warten

Bei der Sanierung der Grund- und Mittelschule Grassau werden auch Lehrer in die Gestaltung eingebunden.
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Bei der Sanierung der Grund- und Mittelschule Grassau werden auch Lehrer in die Gestaltung eingebunden.

Neben Corona waren auch die Schäden an der Turnhalle ein zentrales Thema bei der Schulverbandsversammlung, bestehend aus Ratsmitgliedern der Gemeinden Grassau, Staudach-Egerndach und Marquartstein.

Von Tamara Eder

Grassau – „Alle sind am Limit wegen Corona.“ Dennoch voll des Lobes war Georg Tischler, neuer Schulleiter an der Grassauer Grund- und Mittelschule hinsichtlich der engagierten Mitarbeiter. Bei der Schulverbandsversammlung, bestehend aus Ratsmitgliedern der Gemeinden Grassau, Staudach-Egerndach und Marquartstein, berichtete Bürgermeister Stefan Kattari außerdem über die gesperrte Turnhalle.

„Es war eine große Herausforderung, die Schulleitung so plötzlich zu übernehmen“, sagte Tischler. Von Vorteil sei gewesen, dass er bereits vorab zwei Jahre als Konrektor gewirkt und er viel Unterstützung aus dem Kollegium erfahren hatte. Gefreut habe ihn, dass Philipp Bernhofer zum Stellvertreter bestellt wurde.

Was tun mit erkrankten Kindern?

Derzeit werden zwölf Grundschul- und 15 Mittelschulklassen in überschaubaren Klassenstärken unterrichtet.

„Wir sind mit vielen Talenten und einer Mannschaft die hervorragende Arbeit leistet, gesegnet“, betonte Tischler. Durch die Corona-Problematik seien alle stark gefordert, auch Hausmeister und Putzteam. Bernhofer habe ein Hygienekonzept mit Einbahnregelungen, Maskenschutzauflagen und mehr erarbeitet, dessen Einhaltung streng beachtet werde.

„Die Schüler verhalten sich sehr diszipliniert und die Eltern sind sehr kooperativ“, erklärte er. Sollten Kinder im Unterricht Krankheitssymptome aufweisen, müssen diese von den Eltern abgeholt werden. Ein spezieller Wartebereich wurde eingerichtet.

Erst wenn sich 24 Stunden nach Erkältungssymptomen kein Fieber eintritt, dürfen die Schüler wieder zurück in die Schule. Bei grippalen Symptomen betrage die Wartezeit 36 Stunden. Schwierig sei die Einschätzung: „Wir wissen nicht, ob es sich um einen leichten oder schweren Schnupfen handelt.“

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Der Schulleiter sorgt sich um den Schulbetrieb während der Erkältungszeit, denn auch erkrankte Lehrer müssen vertreten werden. „Das Kollegium setzt sich Situationen aus, vor denen allgemein gewarnt werde, wie viele Menschen auf engen Raum“, sagte Tischler und fügte hinzu, dass die Lehrer jedoch nicht daheim bleiben wollen.

Neue Raumplanung

Sehr positiv gestimmt sei er hinsichtlich Schulsanierung. Gemeinsam mit Gemeinde und Planer werde ein Raumkonzept erarbeitet und dabei auch die Lehrer befragt. Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) sprach an , dass nun alle Protagonisten, wie Schulleitung, Planer und auch Bürgermeister neu seien und man nicht zwingend das vorliegende Konzept weiterführen müsse. Schließlich solle das Raumprogramm für alle passend sein. „Was vonseiten der Schule beigetragen wird, ist sehr konstruktiv“, erklärte er.

„Wir werden die Kosten nicht übernehmen“

Leider sei die Turnhalle für den Sport immer noch nicht freigegeben, erklärte Kattari. Das Gutachten liege immer noch nicht vor, obwohl dieses bereits für Juli in Aussicht gestellt wurde. „Es wird wohl noch bis November dauern“, bedauerte er.

Dieses Gutachten soll nicht nur die Nutzbarkeit belegen, sondern auch den Schaden begründen. Schließlich stehe eine Reparatur im Raum. „Wir werden die Kosten hierfür nicht übernehmen“, sagte Kattari. Eine Übergangsnutzung sei laut Aussage des Gutachters möglich.

Turnhallenöffnung steht in den Sternen

Sobald jedoch eine Schneelast auf dem Gebäude liege, muss die Sporthalle geschlossen werden. Eine Reparatur ist aus Sicht des Bürgermeisters derzeit nicht möglich, da sonst Beweise vernichtet werden. Die Schuldfrage werde wohl vor Gericht geklärt und dies könne längere Zeit in Anspruch nehmen, befürchtete er. Kattari bat um Verständnis, dass der Schulsport wohl in den nächsten Monaten nur eingeschränkt abgehalten werden könne.

Zur Verzögerung erklärte Schulverbandsrätin Daniela Ludwig, dass der Prüfingenieur auf die Unterlagen des Gutachters wartet und mit diesem einen Vororttermin vereinbart. Leider sei der Gutachter derzeit im Urlaub.

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