Grassauer Ortsverband des Sozialverbands VdK verleiht Rampen für Rollstuhlfahrer

Für Rollstuhlfahrer ist der Alltag alles andere als barrierefrei. Im Gegenteil: Treppen und hohe Türschwellen machen ihnen das Leben schwer. Im Achental gibt es eine offenbar wenig bekannte Abhilfe. Der Grassauer Ortsverband des Sozialverbands VdK bietet die Möglichkeit, sich eine mobile Rampe kostenlos auszuleihen.

Grassau/Achental–„Wir haben zwei Rampen im Angebot“, erklärt Grassaus VdK-Vorsitzender Franz Heuberger. Mit dem einen Modell könne ein Rollstuhlfahrer eine Treppe hochfahren, mit dem anderen ansonsten unüberwindbare Türschwellen überqueren. Sie waren nicht billig: Die größere Treppenrampe hat 4000 Euro gekostet, die kleinere 2000.

Eine Spende der VR-Bank

„Das Geld für die Mobilitätshilfen ist damals von der Volksbank/Raiffeisenbank gestiftet worden“, erinnert sich Siegfried Götze, Behindertenbeauftragter der Gemeinde Marquartstein. Die Bank habe einen Teil ihres Gewinns vom Gewinnsparen für soziale Zwecke spenden müssen. Im Achental seien diese Rampen dringend gebraucht worden, vor allem bei Veranstaltungen.

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„Die Rampen sind aus Aluminium gefertigt, aber trotzdem sehr stabil und tragfähig“, erklärt Heuberger. „Da kann man sogar mit einem schweren Elektrorollstuhl drüberfahren, das halten die aus.“ Trotz der großen Tragfähigkeit von 350 Kilogramm können sie zusammengerollt werden, nehmen also gar nicht so viel Platz weg. Was Rollstuhlfahrern sehr wichtig ist: Die Rampen haben einen Abrollschutz, damit man nicht herunterfällt. Die Treppenhilfe war lange an einen Rollstuhlfahrer in Marquartstein verliehen, doch der ist mittlerweile gestorben.

Rampen im Museum untergebracht

Bis sie wieder gebraucht werden, sind die Rampen im Museum Salz und Moor untergebracht. Im Rathaus oder anderen Räumen der Gemeinde gab es keinen Platz dafür. Der damalige Museumsleiter und heutige Grassauer Bürgermeister Stefan Kattari hatte angeboten, die Rampen im Museum zu lagern. Sie können dort für den Besuch des Museums oder einer Veranstaltung genutzt werden.

Wer eine solche Rampe braucht, der wendet sich direkt an Franz Heuberger, den 1. Vorsitzenden des VdK Grassau unter Telefon 08641/3808.

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