PROJEKT LÄUFT SEIT 17 JAHREN

Grassauer Ortsgeschichte lebendig wiedergegeben – Zwölfter Chronikband ist erschienen

Eine Buchreihe mit zwölf Bänden dokumentiert die historische Entwicklung der Marktgemeinde Grassau. Die Realisierung ist vor allem ein Verdienst des ehemaligen Bürgermeisters Rudi Jantke. 15 Autoren wirkten mit.
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Eine Buchreihe mit zwölf Bänden dokumentiert die historische Entwicklung der Marktgemeinde Grassau. Die Realisierung ist vor allem ein Verdienst des ehemaligen Bürgermeisters Rudi Jantke. 15 Autoren wirkten mit.
  • vonTamara Eder
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Der Chronikkreis betreut seit 17 Jahren das Projekt, das mit dem zwölften Band der Grassauer Ortschronik vorläufig abgeschlossen ist. Der jüngste Band widmet sich der Entwicklung der Gemeinde von 1945 bis 2020. Der Ort hat damit eine Dokumentation seiner Geschichte, untergliedert in Themen.

Grassau – Erhältlich ist der neue Band im Rathaus sowie in der Buchhandlung Mengedoth. Über 500 bebilderte Seiten beleuchten die Geschichte von Grassau und Rottau ab 1945.

Im ersten Teil des Buches beschreibt Gerd Evers das Leben in der Nachkriegszeit, Zeitzeugen kommen zu Wort. Evers zeichnet ein sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Bild. Er berichtet über die Zustände am Ende des Krieges und die Veränderung der Bevölkerungsstruktur. Beleuchtet werden die Wirtschaftswunderjahre, der Aufstieg und Fall der Körtingwerke, der touristische Aufschwung und politische Herausforderungen, wie Wohnungsnot.

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Im zweiten Teil des Buches informiert der Historiker Dr. Hans-Jürgen Grabmüller, der das gesamte Chronikprojekt wissenschaftlich begleitet hat, über das Gemeindegeschehen von 1990 bis zur Kommunalwahl 2020. Er stellt die Parteien vor und berichtet über die Bürgermeisterwahlen. Rudi Jantke, der in Grassau das Amt des Bürgermeisters 18 Jahre und damit am längsten innehatte, kommt zu Wort.

Des Weiteren erinnert Grabmüller an Sanierungen und Restaurierungen. Auch die jüngste Geschichte, mit Ortserweiterungen und Gewerbepark sowie Generalsanierung der Grassauer Schule, ist dokumentiert. Bildung, Kunst und Kultur, Partnerschaften sowie Feste finden Betrachtung. Grabmüller zeigt die rasante Entwicklung zu einem modernen Ort mit vielen Freizeiteinrichtungen.

Renommierte Bürger bleiben mit Straßenbezeichnungen in Erinnerung

Im dritten Teil erinnert Uta Grabmüller an Würdenträger sowie Geehrte der Gemeinde und erklärt Straßennamen, welche Bürger ins Gedächtnis rufen. „Die Grassauer Chronik wäre nicht denkbar ohne die äußerst engagierte Arbeit des Chronikkreises, bestehend aus Dr. Hans-Jürgen Grabmüller, Fritz Seibold, Robert Höpfner, Peter Enzmann und Erich Kamm“, lobt Bürgermeister Stefan Kattari. Die Chronik sei das Verdienst des ehemaligen Bürgermeisters Jantke.

Laut dem Historiker Grabmüller stand das Projekt unter dem Slogan „Grassauer schreiben für Grassau“. Von den 15 Autoren stammen elf aus Grassau oder Rottau. Erich Kamm hatte die Projektorganisation inne.

Wie Uta Grabmüller erläutert, ist eine Kommune kein anonymes Gebilde, sondern besteht aus vielen Individuen und deren unterschiedlichen Lebenslinien, die einen Sozialraum und seine Entwicklung prägen. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts bestimmten zunehmend Ehrenamtliche die Heranbildung der Zivilgesellschaft.

Nun folgen kürzere Publikationen

Es geht weiter: „Hefte zur Ortsgeschichte“ werden die Chronik ergänzen. Zunächst erscheint 2021 eine geologische Arbeit von Dr. Robert Darga zum Naturraum um Grassau. Eine Aufarbeitung der Geschichte der wichtigsten Ortsteile soll folgen, beginnend mit Viehhausen. Uta Grabmüller wird, ausgehend vom „Häuserbuch“ von Dr. Stefan Breit, vier alte Höfe aus dem 16. Jahrhundert sowie die neuen Anwesen im Ortsteil darstellen. In einem Nachbarschaftsprojekt werden Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart zusammengetragen, auch Bewohner neuer Häuser kommen zu Wort.

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