Grassauer Bürgermeister: „Zum Optimismus gibt es keine Alternative“

Langjährige Erfahrung: Hans Hornberger (links) gehörte dem Marktgemeinderat 30 Jahre lang an. Bürgermeister Kattari ehrte ihn mit einem Geschenkkorb und einem Bäumchen für seine Verdienste im Gremium. Eder

Stefan Kattari appellierte in seiner ersten Rede an die Marktgemeinderäte, auch in Krisenzeiten zuversichtlich zu bleiben. Er lobte die große Solidarität im Ort.

Von Tamara Eder

Grassau – „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir unsere Zukunft gestalten müssen“, appellierte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) zum Amtsantritt an die Marktgemeinderäte. „Zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative“, sagte er und betonte, dass er sich auf die Zusammenarbeit freue.

Aufmunternde und motivierende Rede

Zunächst aber durfte der älteste Marktgemeinderat, Olaf Gruß, den neuen Bürgermeister Stefan Kattari vereidigen. Kein Wahlprogramm wollte Kattari in seiner ersten Dienstansprache rezitieren, vielmehr aufmuntern und zur Zusammenarbeit motivieren. Gerade jetzt, in der Krise, schränke man sich ein, bemerke, wie gerade kleine Dinge fehlen, wie tröstende Umarmungen, Händeschütteln oder auch die Verabschiedung von einem Verstorbenen vermisst werden. Dass die Welt nach der Krise die gleiche sein werde, hoffe und hoffe er auch nicht. Natürlich wünsche er sich einen vollen Terminkalender mit Vereinszusammenkünften. Er wünsche, dass man nachhaltig schätzen lernt, wie wichtig die Gesundheitsvorsorge ist, welch hohen Stellenwert regionale Produktion habe. Offenbar lerne man dies erst zu schätzen, wenn billige Ware nicht zur Verfügung stehe.

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In der Krise werde in der Gemeinde eine große Solidarität sichtbar. Diese Solidarität sei auch im normalen Leben da, werde aber nie wahrgenommen. Kattari hob den Einkaufsservice hervor. So viele hatten ihre Hilfe angeboten und so wenig Bedarf sei vorhanden. Dies zeige, dass die Solidarität in der Nachbarschaft, der eigenen Familie funktioniere. Dass man bisher so gut durch die Krise gekommen ist, liege an der großen Disziplin der Bürger. Die erzwungene Pause sei gut gewesen, umso wichtiger sei es, in Zeiten der Krise Grassau weiter zu gestalten.

Hierzu gehöre ein laufender Überblick. Der erst vor kurzem verabschiedete Haushalt sei Makulatur. „Aber wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Zu unseren Aufgaben gehört, zu lernen, zuzupacken und das Allgemeinwohl zu schützen“, betonte Kattari.

Die erste Amtshandlung als vereidigter Bürgermeister war die Verabschiedung der ausgeschiedenen Marktgemeinderäte. „Mit Hans Hornberger verlässt ein Urgestein den Marktgemeinderat“, so Kattari. Hornberger war 30 Jahre lang im Gremium. Er habe unschätzbare Kenntnisse eingebracht und kenne jedes Bauvorhaben der letzten Jahre. Hornberger habe seine Fähigkeiten der Gemeinde und den Vereinen in vielfältiger Weise zur Verfügung gestellt, lobte Kattari. Auch die Liste der von Hornberger in den 30 Jahren belegten Ämtern in Ausschüssen ist lang, unter anderem im Bauausschuss. Seine Erfahrung brachte er auch im Mietenkam-Beirat und Hefterbeirat ein, war Verbandsrat im Abwasserzweckverband, Feuerwehrreferent und Fraktionssprecher in der SPD.

Herbert Gschöderer war 18 Jahre lang Marktgemeinderat und engagierte sich zudem im Werkausschuss, Personalausschuss und Rechnungsprüfungsausschuss. Zudem war Gschöderer auch einige Jahre Sportreferent und im Agenda-Forum tätig.

16 Jahre war Michael Strehhuber Marktgemeinderat. Auch er belegte viele zusätzliche Ämter in den Ausschüssen, war Mitglied im Agendaforum, im AZV und Schulverband, setzte sich für die Partnerschaft zur französischen Gemeinde Rognonas ein. Bei Strehhuber denke er, Kattari, auch an die Witze, den Humor und die Geschichten, die erzählt und geliefert wurden.

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Zwei Wahlperioden zählte Doris Noichl zum Gremium, darunter die vergangenen sechs Jahre als 2. Bürgermeisterin. Kattari bezeichnete sie als Organisationstalent. Sie war auch im Personalausschuss, im Rechnungsprüfungsausschuss und im Tourismusausschuss tätig. Kattari hob hervor, dass Noichl zudem Musik spiele und in der Musikschule wohl den schönsten Arbeitsplatz gefunden habe.

Sieben neue Ratsmitglieder

Verabschieden musste Kattari auch von Alfred Körner, der acht Jahre als Marktgemeinderat fungierte. Körner war im Finanz- und Haushaltsauschuss wie im Kontaktkomitee und engagierte sich Jahrzehnte lang in der Feuerwehr. Viele Jahre war Körner zudem 1. Kommandant der Feuerwehr Grassau. Letztlich verabschiedete Kattari auch Christian Buchner, der eine Wahlperiode im Gremium vertreten war. Die Zusammenarbeit mit Christian Buchner habe er sehr geschätzt. Buchner sei in vielen Vereinen aktiv und als Grillmeister bekannt.

Anschließend vereidigte Kattari die neuen Ratsmitglieder: Tobias Beck (AE), Thomas Göls (CSU), Franz Heuberger (SPD), Klaus Noichl (CSU), Franz Pletschacher (Bayernpartei), Katharina Schmuck (SPD) sowie Richard Schreiner (SPD).

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