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Tourismus-Bilanz in Grassau

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“

Um die Besucherströme in der Grassauer Tourist-Info zu entzerren, wurde der Zugang zum Ticket-Verkauf an den Hintereingang verlegt.
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Um die Besucherströme in der Grassauer Tourist-Info zu entzerren, wurde der Zugang zum Ticket-Verkauf an den Hintereingang verlegt.
  • VonTamara Eder
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Der Marktgemeinderat Grassau hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine neue Satzung für Fremdenverkehrsbeiträge beschlossen, die den kleineren Betrieben zugute kommt. Bisher war der Gewinn maßgeblich, ab 2023 ist es der Übernachtungspreis.

Grassau – In der Sitzung zog zudem die Leiterin der Tourist-Info, Christiane Lindlacher, eine Jahresbilanz. Trotz wochenlangem Beherbergungsverbot im Corona-Lockdown konnte sie einen positiven Rückblick auf 2021 vorlegen. Zuversichtlich blickte sie auf die kommende Saison, denn im ersten Monat dieses Jahres sei das Buchungsaufkommen sehr stark gewesen.

Viel hatte das Personal der Tourist-Info unternommen, um die Ansteckungsgefahr in seinen Räumen möglichst gering zu halten. Wie die Leiterin informierte, wurde der Ticketverkauf in den hinteren Bereich des Gebäudes verlegt, um Besucherströme zu entzerren.

Kinderkrippe als Untermieter

Mittlerweile hat zudem eine Kinderkrippe in der Tourist-Info ein Übergangsquartier bekommen. Wegen den kleinen Gästen in der ehemaligen Ruheoase musste die öffentliche Toilette für Passanten gesperrt werden. Ein öffentliches WC ist auf der anderen Straßenseite im Gasthof „Zur Post“ zu finden.

Corona hat die Digitalisierung in der Tourist-Info beschleunigt. Lindlacher zufolge konnte das gesamte Meldewesen umgestellt und digitalisiert werden. Die Gästekarte erscheine nun auf dem Handy und die Gäste könnten bereits vor der Ankunft einchecken. Diese Möglichkeit werde sehr gut angenommen.

Erfreulich sei im Rückblick, dass wider Erwarten alle Eigen-Veranstaltungen im Sommer durchgeführt werden konnten. Ein großer Werbeerfolg sei das „Picknick zwischen Almen und Chiemsee“, bei dem den Urlaubern schöne Picknick-Plätze verraten werden. Durch die ausgewiesenen Picknick-Touren gelinge auch eine Besucherlenkung.

An Übernachtungen konnten nach Angaben der Touristikerin knapp 100.000 und zusätzlich 24.000 in den Zweitwohnungen gezählt werden. Der pauschale Berechnungsschlüssel bei den Zweitwohnungen habe angepasst werden. Es dürfen nur mehr 42 Nächte pro Jahr und Person je Zweitwohnung berechnet werden.

Trotz Pandemie hätten die Kleinvermieter fast keine Einbußen, konstatierte Lindlacher. Leidtragende der Lockdowns seien die Hotels gewesen.

Für die kommende Saisonstehen die Zeichen sehr gut, zeigte sich die Leiterin der Tourist-Info optimistisch. Bereits im Januar konnte ein Rekord-Buchungsumsatz von 122.000 Euro gemessen werden. Vor der Pandemie, im Jahr 2019, sei dieser um 49 Prozent geringer gewesen. Lindlacher wertete diese Entwicklung als ein Indiz, dass immer mehr Urlauber ihren Jahresurlaub in Grassau verbringen.

Die Buchungen würden vermehrt online betätigt. „Wir hoffen, dass wir das alles stemmen können“, sagte sie und lobte im gleichen Atemzug ihr „starkes Team“.

„Mit blauem Auge davongekommen“

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, kommentierte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) die touristische Jahresbilanz. Die Buchungszahlen im Januar seien „beeindruckend“.

Einstimmig entschied sich das Gremium für die Änderung der Fremdenverkehrsbeitragssatzung. Bislang wurde der Beitrag von Vermietern nach dem Gewinn berechnet. Neu ist nun eine Staffelung nach dem Übernachtungspreis. Dies komme vor allem Vermietern mit geringerem Übernachtungspreis entgegen. So ist künftig eine Vorauszahlung pro Person und Übernachtung für einen Mietpreis bis zu 19,99 Euro von 0,29 Cent zu leisten. Kostet das Bett zwischen 20 und 39,99 Euro pro Nacht, hat der Vermieter einen Fremdenverkehrsbeitrag von 0,54 Euro vorauszuzahlen. Liegt der Mietpreis zwischen 40 und 59,99 Euro pro Übernachtung und Person, beträgt der Beitrag 0,92 Euro pro Nacht.

Sind für die Übernachtung vom Gast mehr als 60 Euro zu zahlen, ergibt sich ein Fremdenverkehrsbeitrag von 2,63 Euro pro Nacht. Dieser Fremdenverkehrsbeitrag, den der Vermieter trägt, ersetzt nicht den Kurbeitrag, den der Gast zahlt. Die neue Satzung tritt zum 1. Januar 2023 in Kraft.

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