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Sonderausstellung

Grassau: Spielzeug der Goldenen Zwanziger im Klaushäusl zu sehen

Automobile, detailgenau ihren großen Vorbildern nachgeahmt, sind in der Spielzeugausstellung zu sehen.
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Automobile, detailgenau ihren großen Vorbildern nachgeahmt, sind in der Spielzeugausstellung zu sehen.
  • vonTamara Eder
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Nicht nur Kinderaugen werden bei der Besichtigung der neuen Spielzeug-Sonderausstellung im Museum Klaushäusl strahlen. Die Sonderausstellung „Altes Spielzeug, Schätze aus Kindertagen“ mit Leihgaben aus der Sammlung Antikes Spielzeug der Familie von Heimendahl öffnet am Samstag, 22. Mai 2021.

Grassau – Museumsleiterin Anette Grimm, Bürgermeister und Hausherr Stefan Kattari gewährten vorab einen Blick auf die gelungene, interessante Ausstellung

Die Sonderausstellung hätte eigentlich begleitet zur Landesausstellung „Götterdämmerung II“ auf Herrenchiemsee gezeigt werden sollen. Allerdings wurde diese in die Landesausstellung nach Regensburg verlegt, so dass die Ausstellung mit antikem Spielzeug im Klaushäusl-Museumhinfällig gewesen wäre. Doch die Museumsnetzwerke Rosenheim und Chiemgau entschieden sich, ihre Ideen nun unter dem Motto „Goldene Jahre“ zu zeigen.

Kunstvoll und teilweise sehr teuer

Zu den goldenen Jahren gehörte auch das Spielzeug, kunstvoll und teils auch sehr teuer. Wie Museumsleiterin Anette Grimm informierte, bot sich für Grassau Spielzeug aus den Zwanziger-Jahren an, da der ausgewiesene Kenner, Spielzeugliebhaber und Sammler Dr. Manfred von Heimendahl in Grassau lebte und über 40 Jahre Blechspielzeug sammelte.

Die Sammelleidenschaft teilte er mit seiner Frau Gayangi. Während sie sich von Puppen, Puppenstuben und „Mädchenspielzeug“ angezogen fühlte, waren es die imposanten Automobile, Fluggeräte und Lokomotiven, die Manfred von Heimendahl hegte und pflegte.

Spielzeug ist ein Spiegel der Zeit

Ihrer Sammelleidenschaft ist es nun zu verdanken, dass im Museum die Sonderausstellung zu sehen ist. Ein Teil der Sammlung ist eine Leihgabe des Spielzeugmuseums Traunstein.

Museumsleiterin Anette Grimm.

Der sehr gute Erhaltungszustand der Spielzeuge weist darauf hin, dass mit diesen kaum gespielt wurde. „Das Spielzeug ist auch immer ein Spiegel der Zeit“, sagt Anette Grimm im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Die Welt der Erwachsenen sei damit nachgeahmt und die Kinder seien auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet worden.

Automobile und Lokomotiven als Spielzeug

In den „Goldenen Zwanzigern“ sei immer mehr das Blechspielzeug aufgekommen, etwa Automobile, die detailgetreu dem großen Original nachgefertigt wurden, oder auch Lokomotiven, oftmals sogar mit Antrieb. Nur wenige konnten sich diese Spielzeuge leisten, erklärt die Museumsleiterin weiter. Für die weniger betuchte Bevölkerung gab es stattdessen Papierspielzeug und später auch die begehrten „Penny-Toys“, die weit weniger aufwendig, dafür günstig gefertigt wurden.

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Die Ausstellung ist in Themenbereiche unterteilt. Während die Mädchen eher auf ihre Rolle als Mutter vorbereitet wurden, galt technisches Spielzeug als Antrieb für die Jungs, mehr über Technik und Erfindungen der damaligen Zeit zu lernen.

Besonders imposant ist das Puppenladen-Bekleidungsgeschäft mit liebevoll, handgefertigten Hüten, Stoffballen und Nähmaschinchen. Aber auch Dampfmaschinen und technische Spielgeräte sind zu sehen. Hier, so Grimm, schließe sich der Bogen zum Museum und zu der Wassersäulen-Hebemaschine, die im Original zu sehen ist, aber auch in Miniatur in Spielzeugen verbaut wurde.

Carrera-Rennbahn und Bilderrätsel

Die Ausstellung wird durch einige Mitmachstationen ergänzt. So kann eine Kugelbahn gebaut oder ein Bilderrätsel gelöst werden. Auch eine Malstation und eine Hörstation sind vorhanden. Wer möchte und sofern es die Bestimmungen zulassen, darf auf der Carrera-Autorennbahn Gas geben.

Mit einem neuen Ausstellungskonzept soll künftig zudem umweltfreundlicher gehandelt werden. So wurde zwar vorhandenes Inventar verwendet, jedoch neu arrangiert und ein neues LED-Lichtkonzept verwirklicht. Anstelle von Plakatwänden wurden Papierplakate bedruckt.

Lob für die Leitung in schwieriger Zeit

Bürgermeister Kattari zeigte sich bei dem Besuch vor wenigen Tagen begeistert. Anerkennung zollte er der neuen Museumsleiterin Anette Grimm, die mit ihrem Team, darunter Valentin Diem, der sich mit neuen Ideen einbringt, das Museum in dieser schwierigen Zeit hervorragend leite.

Sammelleidenschaft begann im Jahr 1977 mit dem Besuch eines Spielzeugladens

Ohne die Sammlung der Familie von Heimendahl wäre die Ausstellung so nicht möglich gewesen. Schwiegersohn Michael von Heimendahl half die Ausstellung zusammenzustellen. Er berichtet im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung über das Leben der Familie von Heimendahl und den Beginn der Sammelleidenschaft, die bei einem Spaziergang durch Nürnberg im Jahr 1977 mit Blick auf eine Lokomotive in einem Spielzeugladen ihren Anfang nahm. Manfred von Heimendahl habe die Lok aus seinen Kindheitstagen wiedererkannt und wollte nun den gesamten Zug sammeln. Wie der Schwiegersohn berichtete, dauerte es fünf Jahre, viele Besuche bei Tauschbörsen und Flohmärkten bis er den kompletten Zug sein eigen nennen konnte. Der Werkstoffwissenschaftler und Professor schrieb Bücher über seine Leidenschaft. Michael von Heimendahl betont, wie sehr sich der Professor auf die Ausstellung gefreut hätte. Leider verstarb vergangenes Jahr.

Öffnungszeiten:

Der Besuch des Museums Klaushäusl in Grassau ist dienstags bis sonntags sowie an den Feiertagen möglich. Eine telefonische Terminbuchung unter der Nummer 0 86 41/54 67 ist notwendig. Öffnungszeiten sind jeweils 11 bis 17 Uhr. Führungen können aktuell noch nicht angeboten werden. Doch die Sonderausstellung erklärt sich wie das gesamte Museum dank zahlreicher Tafeln und Beschreibungen von selbst.Zeitgleich öffnet auch das Museumscafé, das jedoch nur an schönen Wettertagen Gäste bewirten.

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