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Die Geheimnisse der Nacht

Spanner und Schwärmer? Worum es in der Ausstellung im Grassauer Klaushäusl geht

Mitmachstationen ergänzen die informative Ausstellung. Eder
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Mitmachstationen ergänzen die informative Ausstellung. Eder
  • VonTamara Eder
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Bei den Stichworten Spanner und Schwärmer drängen sich schon gewisse Gedanken auf. Was hinter einer Ausstellung im Grassauer Klaushäusl wirklich steckt.

Grassau – In der Nacht sind alle Katzen grau, heißt es. Tatsächlich mag das für Katzen gelten, bei Faltern stimmt es aber nicht. Denn bei dieser Gattung existieren nur 144 Arten von Tagfaltern und sage und schreibe über 700 Arten von Nachtfaltern. Über das Nachtleben der Spinner, Spanner, Schwärmer und Eulen informiert nun eine Ausstellung im Grassauer Klaushäusl bis zum 17. Oktober. .

Grund für die naturwissenschaftliche Ausstellung sei der Artenrückgang der Insekten, das neue Bewusstsein hierfür in der Bevölkerung und die Frage, wie es im südlichen Chiemgau mit den Nachtfaltern aussehe, erklärte Museumsleiterin Anette Grimm vor Ausstellungseröffnung. Die gute Datenlage zum Nachtfalter, bedingt durch die Sammelaktivität von Stefan Kattari senior wie auch das Monitoring Projekt des Experten sei ausschlaggebend für die Ausstellung gewesen.

Sammelfieber seit Jugend

Bereits in seiner Jugend habe ihn die Sammelleidenschaft gepackt, erzählte Kattari. Anfang der 1980er Jahre und auch bedingt durch das Washingtoner Artenschutz Abkommen, ließ Kattari seine Sammlung ruhen. Als er 2013 von dem Monitoring Projekt der oberbayrischen Regierung erfuhr, bewarb er sich um eine Lizenz zum Fangen. Seither fängt er im Auftrag der Regierung Nachtfalter. Seine Erkenntnisse liefert er jährlich akribisch dokumentiert an die öffentlichen Stellen.

Wie das genau funktioniert, erklärt die Ausstellung: Wie er Fallen aufstellt, um die Nachtfalter anzulocken, um Kenntnisse aus der Population zu gewinnen. Zu Kattaris größten Sammelerfolgen zählt, dass er einen Falter, der bereits seit 120 Jahren nicht mehr nachgewiesen wurde, finden konnte.

Buch zur Ausstellung

Als Grundlage für die Ausstellung dient ein von Kattari erstelltes Buch über Nachtfalter, das ebenfalls im Klaushäusl erhältlich ist und sich wie die Ausstellung ebenfalls der Biologie, dem Monitoring Projekt, dem Untersuchungsgebiet sowie den Lebensräumen widmet. In der Ausstellung werden die vier Großgruppen der Nachtfalter, die Spinner, Spanner, Schwärmer und Eulen vorgestellt, abgebildet und erklärt.

Der südliche Chiemgau, so Anette Grimm, biete aufgrund unterschiedlicher Lebensräume, Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Flora-Fauna Habitate eine besondere Ausgangssituation. Die Ausstellung erklärt zudem, was zum Schutz dieser Nachtfalter unternommen werden kann.

Schutz vor Fressfeinden

An verschiedenen Hörstationen wird dies zusätzlich erklärt. Beschrieben wird zudem, wie sich die Nachtfalter vor Fressfeinden schützen. Natürlich können nicht alle Falter im Original ausgestellt werden, zu empfindlich sind Grimm zufolge diese Exponate. Doch eine Reihe von besonderen Faltern sind in Schaukästen zu betrachten.

An Mitmachstationen werden Kinder und Eltern angehalten selbst aktiv zu werden. Valentin Diem, Mitarbeiter des Museums, gestaltete ein Schmetterlingspuzzle, wie auch mehrere Klappstationen, um die Larve und den Falter zuzuordnen und um die Informationen aus der Ausstellung zu festigen.

Experte für Nachtschwärmer: Stefan Kattari sen.

Wie Diem betonte, soll der Entdeckungsgeist geweckt werden. Mittels eines Binokulars kann ein Falter unter die Lupe genommen werden. Mit speziellen Brillen sieht der Besucher die Umgebung aus der Perspektive eines Nachtfalters.

Jede Woche wird zudem ein neuer Falter vorgestellt und den bislang sechs hinterlegten Faltern hinzugefügt. Bis Oktober entsteht so eine Sammlung. Ein QR-Code weist den Weg auf dem Handy. Anette Grimm dankte an vorderster Stelle Stefan Kattari sen., der für die Ausstellung viel Zeit investiert habe wie auch allen anderen Akteuren.

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