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Das Geheimnis ihrer Liebe

Seit 65 Jahren durch Dick und Dünn: Grassauer Ehepaar hält eisern zusammen

Seit 65 Jahren gehen Karolina und Joseph Springer verständnisvoll und glücklich gemeinsam durch Leben.
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Seit 65 Jahren gehen Karolina und Joseph Springer verständnisvoll und glücklich gemeinsam durch Leben.
  • VonTamara Eder
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„Ganz wichtig ist für uns der Humor“: Die Grassauer Karolina und Joseph Springer sind seit 65 Jahren ein Ehepaar.

Grassau – Alles begann bei einem Ausflug an die Isar, denn dort lernten sich die beiden gebürtigen Münchner Karolina und Joseph Springer kennen. Nun sind sie seit 65 Jahren verheiratet. Vielseitig interessiert und kreativ gehen die beiden weiterhin Hand in Hand durchs Leben, genießen die Zeit im Garten und mit Freunden und lieben den Humor. Bürgermeister Stefan Kattari gratulierte dem Paar im Namen der Marktgemeinde

An ihre Kindheit, geprägt vom Krieg, können sich beide gut erinnern und angesichts des Krieges in der Ukraine kommen die Erinnerungen wieder hoch. In München ausgebombt, schickte die Familie von Joseph Springer die Kinder, er hatte vier Geschwister, an den Tegernsee und Karolinas Familie fand in Landau an der Isar einen Rückzugsort.

Als junger Koch an den Bayrischen Hof

Wären beide dortgeblieben, hätten sie sich nie kennengelernt. Doch es kam anders.

Joseph Springer begann seine Lehre im Feinschmeckerlokal Humplmayr in München und stieg dort schnell auf. Als junger Koch wechselte er dann an den Bayrischen Hof und zur gehobenen Küche. Er rückte zum Demi-Chef auf und wechselte erneut in das Delikatessen-Restaurant Dallmayr und bliebt dort in führender Position bis zur Pensionierung vor 23 Jahren. Karolina Springer arbeitete 40 Jahre in einer Anwaltskanzlei in München. „Frag Frau Springer, die weiß es immer“, so habe damals der Spruch im Büro gelautet.

Ans Kennenlernen gut erinnert

An das Kennenlernen kann sich die Jubilarin gut erinnern. Ihre Freundin wollte unbedingt ihren Freund an der Isar treffen, was ihr von den Eltern nicht erlaubt wurde und so habe sie mitgehen müssen. Die Freundin traf ihren Freund, breitete die Decke aus und die beiden waren mit sich beschäftigt. Sie habe allein auf ihrer Decke gesessen – bis Morle – so der Spitzname von Joseph Springer, vorbeikam und sich zu ihr setzte. „Alle haben rumgeschmust und da haben wir es auch ausprobiert“, sagt sie amüsiert und lächelt ihren Morle an. Josephs Bruder war der Freund der Freundin und man hatte sich auch schon früher gesehen. Also kam es nicht so überraschend.

„Viel haben wir damals nicht gehabt“, berichtete sie und so fiel auch die Hochzeit nicht groß aus. „Ich hab wenigstens ein Radl und den Buben mit in die Ehe gebracht“, freut sie sich im Nachhinein und erklärt, dass das Heiraten damals gar nicht so einfach war, denn hierfür musste man 21 Jahre alt sein und brauchte eine Genehmigung. In den ersten Jahren wohnten die Beiden bei den Eltern, die ein Zimmer für die kleine Familie freimachten. So einfach in München eine Wohnung zu bekommen, war schon damals schwer. Dank der familiären Unterstützung in der Erziehung des Sohnes konnten beide arbeiten und sich gemeinsam die Zukunft aufbauen.

Joseph Springer schwärmt von den Herrschaften

Joseph Springer hatte es in seinem Berufsleben mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, mit der Münchner Prominenz und mit dem Adel – und er schwärmt „von den Herrschaften“. Zuvorkommendes Benehmen und gute Umgangsformen musste ein Chef de Cuisine mitbringen und das tat Joseph Springer, der sogar nach Tokio geschickt wurde, um dort im Dallmayr den japanischen Köchen deutsche Küche zu lehren. Mit seinen spannenden Geschichten könnte er ein ganzes Buch füllen.

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Was die beiden auszeichnet, ist ihre Bodenständigkeit. „Wir sind immer gerne gewandert und das bereits in jungen Jahren“. Es ging auf Tiroler Berger über einige Gletscher. Später führten die Reisen des Paars nach Tibet und Pakistan, Thailand und weitere Länder. Auf Kreta war das Paar wochenlang mit dem Rucksack unterwegs und in Nepal wurden beide höhenkrank.

Hochzeitstag im Familienkreis gefeiert

Seinen Hochzeitstag feierte das Paar im Kreise der Familie, zu der neben dem Sohn zwei Enkelkinder und mittlerweile vier Urenkel zählen. „Ein schönes, bewegtes Leben hatten wir, nicht ohne Entbehrung, aber wir waren immer zufrieden“, sind sich beide einig. Darin liegt wohl auch „ihr Geheimnis“ der langjährigen Partnerschaft. „Ganz wichtig ist der Humor in einer Beziehung. Im Leben sind Freunde, die man so annehmen muss, wie sie sind, wichtig, denn gute Freunde braucht man bis zum Lebensende.“

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