Grassau: Entwicklung des Gewerbeparks in der Diskussion

Überplant wird auch das Areal des ehemaligen Katek-Gebäudes, das die Marktgemeinde gekauft hat.
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Überplant wird auch das Areal des ehemaligen Katek-Gebäudes, das die Marktgemeinde gekauft hat.

Ein neues Konzept sieht im Planungsgebiet überwiegend Gewerbe vor. Aber auch Wohnbebauung, ein neuer Kindergarten sowie Plätze und Grünflächen sollen geschaffen werden.

Von Tamara Eder

Grassau – Nach einer zweistündigen Vorstellung und Diskussion hat sich der Marktgemeinderat Grassau in seiner jüngsten Sitzung auf ein Konzept für die Rahmenplanung zur künftigen Entwicklung des Gewerbeparks geeinigt. Es sieht überwiegend Gewerbe im Planungsgebiet vor. Damit wurde dem Anliegen der Gemeinde, auch weiterhin dort dem Gewerbe Vorrang zu gewähren, Rechnung getragen. Dieses Struktur-Konzept wird nun in einem Rahmenplan fixiert.

Teil des Geländes liegt lange brach

Letztmals vor drei Jahren wurde öffentlich über die Planung für den Gewerbepark diskutiert, erinnerte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD). Das im Südosten der Gemeinde gelegene Areal habe große Bedeutung für Grassau. Ein Teil liege brach, Gewerbetreibende seien abgewandert und die Gebäude seien erkennbar in die Jahre gekommen. Dies schmerze die Gemeinde. Ziel sei es, ein schönes, neues Gewerbegebiet anzusiedeln. In den Jahren sei der Marktgemeinderat aber nicht untätig gewesen. So wurde eine rechtliche Beratung eingeholt und ein Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung eines städtebaulichen Rahmenplans beauftragt.

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Außerdem konnte die Gemeinde das ehemalige Katek-Gebäude erwerben und hat nun noch größeres Mitspracherecht bei der Planung. Nun gehe es darum, sich auf eine Flächenaufteilung für Wohnen, Gewerbe und Mischgebiet zu einigen, um den nächsten wichtigen Schritt, den Erlass einer Vorkaufsrechts-Satzung einzuleiten. Damit sichere sich die Gemeinde noch mehr Mitspracherecht. Kattari betonte, dass die Gemeinde ganz am Anfang stehe und noch lange nicht so weit sei, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Planerin Ute Mitschang stellte das städtebauliche Innenentwicklungs-Konzept vor. Sie erklärte, dass Landesentwicklungsplan sowie Regionalplan Südost-Oberbayern berücksichtigt werden müssten und betonte, dass im Westen des Areals Wohngebietsflächen vorherrschen, während im Osten Gewerbe- und Industrieflächen überwiegen. Für den Gewerbepark gebe es keinen Bebauungsplan.

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Zu den Stärken des Gebiets zählte sie den hohen Wohn- und Freizeitwert, hohe Lebensqualität und Versorgungsangebot, aber auch die gute Verkehrsanbindung. Als Schwächen sah sie, dass es in diesem Gebiet keine Treffpunkte mit Aufenthaltsqualität, kein gastronomisches Angebot und auch keine Verknüpfung der Gebiete gebe.

Drei Varianten zur Nutzung der Fläche

Schließlich stellte Mitschang drei Konzepte mit unterschiedlicher Flächenaufteilung vor. Gewerbe wurde dabei vorwiegend im Osten angesiedelt, während im Westen bis zur Gänsbachstraße Wohnen vorherrschen soll. Die Varianten unterschieden sich hinsichtlich Erschließung und Grünstreifen. Zwischen Gewerbe- und Wohnareal soll ein Grünpuffer entstehen. Ebenfalls geplant ist im Bereich der Bushaltestelle ein Dorfplatz. An der Gänsbachstraße, rechts von der Erschließung gelegen, wird ein neuer Kindergarten geschaffen. Das Grundstück hierfür konnte sich die Gemeinde bereits sichern.

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Nach langer Diskussion einigte sich der Rat einstimmig auf die zweite Planvariante. Der Gewerbeanteil beträgt hier 55 Prozent, Grünflächen sind mit 15 Prozent angegeben und reines Wohnen ist nur auf 17 Prozent der Flächen möglich. Eine Mischnutzung ist auf fünf Prozent der Flächen möglich. Im Westen bei der Bushaltestelle könnte ein Dorfplatz, eventuell mit einer kleinen Gastronomie entstehen. Ein weiterer Platz ist im Osten im geplanten Grünbereich vorgesehen.

Neue Wohnformen für Senioren

Franz Pletschacher (BP) gefiel die Planvariante, allerdings wollte er das Mischgebiet entlang der Bahnhofstraße beim Einmündungsbereich Gänsbachstraße verlängert wissen. Laut Planerin sei jedoch zu überlegen, ob überhaupt Bedarf für ein so großes Mischgebiet bestehe. Nach der Bevölkerungsstruktur von Grassau werden neue Wohnformen für Senioren benötigt, ergänzte sie. Im Mischgebiet wären zudem Hotel- und Beherbergungsbetriebe denkbar.

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile der Planvarianten einigte sich der Rat einstimmig (20:0) auf die Planvariante, die das meiste Gewerbe unterbringt. Nur die Erschließung muss noch überarbeitet werden, wie auch die Flächen des Mischgebiets, geplant auf der jetzigen Parkfläche. Dann wird der Rahmenplan erstellt und dem Rat erneut vorgestellt. Parallel kann der Beschluss zum Bebauungsplan erfolgen.

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