Grassau: Neue Turnhalle einsturzgefährdet – durch tiefe Risse im Gebälk

Geschlossene Turnhalle in Grassau:Bei der Einweihung Ende Oktober wurde die Dachkonstruktion bewundert. Jetzt hat sie große Risse.Die Statik ist in Gefahr Eder
  • vonTamara Eder
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Nach wenigen Monaten im Betrieb musste die neugebaute Grassauer Sporthalle auf unbestimmte Zeit geschlossen werden. Tiefe Risse in den langen Leimbindern stellen möglicherweise eine Gefahr für die Statik dar.

Grassau– In seiner letzten Marktgemeinderatssitzung im Heftersaal musste Bürgermeister Rudi Jantke über dieses sehr unerfreuliche Thema berichten. „Wir mussten die neue Turnhalle sofort sperren“, bedauerte der scheidende Rathauschef. Bei der Installation der Basketballkörbe seien der ausführenden Firma die Risse in den Leimbindern aufgefallen.  Daraufhin wurde mit den Ingenieuren und Statikern sofort eine Besichtigung durchgeführt. Diese Risse seien, so Jantke, hätten keine untergeordnete Bedeutung. Die statische Berechnung der Tragfähigkeit des Daches beruhe auf unbeschädigten Bauteilen.

Alle Leimbinder in der Halle sind beschädigt

Wie es mit der Tragfähigkeit der Dachkonstruktion mit diesen Balken aus verleimtem Holz aussehe, müsse nun untersucht werden. Nicht wenige, sondern alle Leimbinder sind betroffen. Manche Risse weisen einen Spalt bis zu fünf Millimeter auf. Risse sind bei den Balken sowohl längs als auch quer zu erkennen. Die Ingenieure empfahlen, die Halle, die für den Schulsport, aber auch für den Freizeitsport der Vereine genutzt wird, sofort zu sperren. „Wir haben ein sofortiges Betretungsverboterteilt“, so Jantke und die Schließanlage so programmiert, dass ide Halle keiner mehr betreten kann. Die Gemeinde habe bereits Kontakt zu einem Anwalt aufgenommen und auch ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Dieses Gutachten könnte, weil es von der Gemeinde und nicht vom Gericht in Auftrag gegeben wurde, bei einem Rechtsstreit nicht zählen, so Jantke. Es sei aber wichtig, dass dieser Mangel so schnell wie möglich untersucht werde. „Das ist eine äußerst bittere Angelegenheit“, so der Rathauschef wörtlich. „Im besten Falle kann es repariert werden. Im schlechtesten Falle muss das Dach runter und erneuert werden. Dabei könne auch der Boden beschädigt werden“, fügte er hinzu. Dass dies bei diesem großen Bauwerk keine günstige Angelegenheit werden dürfte, steht außer Frage. In erster Linie geht es aber um die Sicherheit der Sporttreibenden.

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Auch wird es einige Zeit dauern, bis die Sporthalle wieder genützt werden kann. „Wir hoffen, dass der Schaden so schnell wie möglich behoben wird“, sagte Jantke. Im Gutachten soll unter anderem geklärt werden, ob diese Risse auf einem Konstruktions-, Material-, oder Herstellungsfehler beruhen. Erst dann kann auch festgestellt werden, welche Firma letztlich verantwortlich ist. Manfred Huber (AE) erkundigte sich, wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei. Laut Jantke, werde sich der Gutachter sofort an die Arbeit machen. Er hoffe, dass in den nächsten vier Wochen ein Ergebnis vorliege.

Dach hätte bei viel nassem Schnee einstürzen können

Die Schadensmeldung, so Jantke, sei eine schlimme Nachricht. Dennoch dürfe man glücklich sein, dass nichts passiert sei, und dass es in diesem Winter kaum Schnee gegeben habe. Es sei nicht auszudenken, wenn es auch dieses Jahr so viel nassen Schnee wie 2019 gegeben hätte.

Zudem müsse man froh sein, dass der Schaden frühzeitig entdeckt worden sei. In dieser Höhe seien die Risse mit dem bloßen Auge nämlich kaum zu sehen.

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