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Tennishallenareal

Droht der Parkplatzkollaps bei Grassauer Großprojekt?

So stellen sich die Investoren die neue Wohn- und Sportbebauung an der Mietenkamer Straße vor. Die alten Tennishallen werden abgerissen.
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So stellen sich die Investoren die neue Wohn- und Sportbebauung an der Mietenkamer Straße vor. Die alten Tennishallen werden abgerissen.
  • VonTamara Eder
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Mitarbeiterwohnungen, neue Tennishallen – und das mitten im Dorf. Das neue Bauprojekt in Grassau klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch eine Sache fehlt.

Grassau – Beim vorhabenbezogenen Bebauungsplan, wie dieser erstmals im Bereich der alten Tennishallen aufgestellt wird, ist nicht der Investor, sondern die Gemeinde selbst der Planer. Architekt Rickert Wüstinger stellte in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung den Vorentwurfsplan vor und ging speziell auf die Parkplatzsituation ein.

Gebäude stehen schon lange leer

Die Tennishallen stehen seit mehreren Jahren leer. Eine energetische Sanierung stehe nicht im Verhältnis zu den Kosten, teilte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) mit. Das Hotel „Das Achental“ wiederum brauche Mitarbeiterapartments, erinnerte der Bürgermeister. Folglich möchte der Eigentümer des Grundstücks gemeinsam mit dem Vorhabensträger die alten Tennishallen entfernen und neue Tennishallen und 48 Mitarbeiterwohnungen für Hotelangestellte bauen.

Vorhabensträger ist das Hotel, dass neben der Wohnanlage zwei Tennishallen eine Mehrzweckhalle, Bowlingbahnen, eine Boulderwand und einen Billardsalon realisieren möchte. Bürgermeister Kattari erinnerte, dass dieses Vorhaben im Marktgemeinderat bereits diskutiert wurde und der Rat diesem positiv gegenübersteht.

Differenz von 30

Von den Investoren können 80 Stellplätze nachgewiesen werden, wobei sich 54 dieser Stellflächen in einer ebenerdigen, im Hauptgebäude integrierten Parkgarage befinden.

Nochmals berechnet wurden die Stellplätze. Laut Planer werden zur Nutzung der Tennishallen sechs Stellplätze geplant. Seiner Berechnung nach seien 17 notwendig, somit ergebe sich eine Differenz von elf Stellplätzen. Für die 48 Apartments werde pro Einheit lediglich ein Stellplatz bereitgestellt. Nimmt man die jedoch die gemeindliche Forderung, ergeben sich 78 Stellplätze und damit eine Differenz von 30 Stellplätzen. Eine Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken, sei ein Car-Sharing-Konzept, so der Planer. Für seltene Ereignisse, besondere Veranstaltungen, könnten die nördlich angrenzenden Parkplätze beim Tennisplatz mitgenutzt werden. Das Parkproblem müsse gelöst werden, sonst könnten Konflikte entstehen, betonte Wüstinger.

Wie entwickelt sich Bedarf?

Mögliche Lösungen könnten im Durchführungsvertrag, der ergänzend zum Bebauungsplan erarbeitet wird und immer wieder angepasst werden könne, festgeschrieben werden. Das Gebäude soll laut Kattari mindestens eine Lebensdauer von zwei Generationen aufweisen und es sei nicht prognostizierbar, wie sich der Stellplatzbedarf entwickelt wird.

Josef Grießenböck (FW) warf ein, dass er bislang von drei Tennishallen ausgegangen sei und er sich nun wundere, dass es zwei Tennishallen und eine Mehrzweckhalle geben soll. „Der ergänzende Durchführungsvertrag biete eine relativ große Sicherheit“, ergänzte Kattari.

Thomas Göls (CSU) und Franz Pletschacher (BP) forderten, dass die Nutzung der Mehrzweckhalle auf den Sport beschränkt werde. Kathi Schmuck (SPD) kritisierte die Abstandsfläche nach Norden, die keine drei Meter aufweise. Die Abstandsfläche könne über den Bebauungsplan reduziert werden, informierte Wüstinger. Schmuck verwies zudem auf die Versiegelung und fragte, wie Oberflächenwasser versickern könne. Kattari erklärte, dass diesbezüglich ein Grundstückstausch möglich wäre und damit der tatsächlich benötigte Abstand hergestellt werden könnte.

Car-Sharing eher unrealistisch

Richard Schreiner (SPD) bemängelte die Anzahl der Parkflächen. Er kenne keinen Plan mit so niedriger Anzahl von Parkflächen für Wohnräume. Auch Manfred Huber meinte, 72 Stellplätze für die Wohnungen müssen gefordert werden. Ob ein Car-Sharing-Projekt auf dem Land Sinn mache, bezweifelte er. Daniela Ludwig kritisierte ebenfalls die Anzahl der Parkplätze. Ein Ausweichen auf die nördlichen Tennisplätze gehe ihrer Ansicht nach nicht. Zur Grundversiegelung erinnerte Ludwig an das große Projekt Turnhalle. Hier musste eigens eine große Muldenfläche für die Entwässerung geschaffen werden. Die Versickerung und Entwässerung müsse ebenfalls der Bauträger nachweisen, ergänzte Wüstinger.

Das Gremium stimmte geschlossen dem Vorentwurf unter Berücksichtigung einiger Ergänzungen. So müssen die tatsächliche Seitenhöhe nachgetragen und die Höhe der Zäune überarbeitet werden. Die Stellplätze müssen komplett nachgewiesen und die Abstandsfläche zum Nachbargrundstück eingehalten werden.

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