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Mehrere Varianten geprüft - das sind die Pläne

Neuer Hochbehälter in Grabenstätt: 2,6 Millionen fließen in Wasserversorgung

Der rund 70 Jahre alte Hochbehälter – hier der Eingangsbereich und die Überdeckung – der gemeindlichen Wasserversorgung Marwang hat bald ausgedient.
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Der rund 70 Jahre alte Hochbehälter – hier der Eingangsbereich und die Überdeckung – der gemeindlichen Wasserversorgung Marwang hat bald ausgedient.
  • VonMarkus Müller
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Gemeinderat Grabenstätt spricht sich für Hochbehälter-Neubau aus. Prognostiziert werden Investitionskosten von rund 2,6 Millionen Euro und jährliche Betriebskosten von 100.550 Euro.

Grabenstätt – Der in die Jahre gekommene Hochbehälter der gemeindlichen Wasserversorgung Marwang soll durch einen Neubau ersetzt werden. Einstimmig hat sich der Grabenstätter Gemeinderat in öffentlicher Sitzung für eine Bauvariante mit einem Trinkwasservolumen von 500 Kubikmetern ausgesprochen.

Zuvor hatte Matthias Gerold vom Priener Ingenieurbüro Dippold & Gerold die Studie zum Sanierungskonzept (Hochbehälter) und Versorgungskonzept der gemeindlichen Wasserversorgung vorgestellt, im Rahmen derer die Versorgungssicherheit, die Löschwasserbereitstellung und die Betriebssicherheit untersucht worden waren.

Fünf Varianten geprüft

Durchgespielt wurde das Ganze anhand von fünf Varianten – von der Sanierung des Bestandes bis zum kompletten Neubau. „Ziel ist es, dass die Sicherstellung der Wasserversorgung dauerhaft ist, darauf muss hingearbeitet werden“, betonte Gerold. Hinsichtlich des Hochbehälters werde ein Trinkwasservolumen von 479 Kubikmetern benötigt und die Prognose für 2052 (30 Jahre) liege bei 494 Kubikmetern. Der Istzustand des Hochbehälters betrage hingegen nur 275 Kubikmeter, aktuell wegen der beiden Anfang 2021 stillgelegten alten Kammern sogar nur 175 Kubikmeter.

Bereits in der April-Sitzung war der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung von dem Ingenieurbüro über die Zustandsbewertung des Hochbehälters in Marwang vorinformiert worden. Die Untersuchung war notwendig geworden, weil sich die alten Hochbehälterkammern in einem nicht mehr optimalen Zustand befinden.

„Seit Januar 2021 sind die beiden alten Kammern deshalb auch außer Betrieb“, betonte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (BG/FW) in der jüngsten öffentlichen Sitzung. Die Versorgung laufe weiterhin über den großen Rundbehälter, der Ende der 1970er Jahre gebaut worden sei und keine Mängel aufweise. Einvernehmen bestehe darin, dass sich die Mischung der Wasser aus dem Brunnen Marwang und des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Grabenstätt nur mit größeren Aufwand vornehmen lasse und der Notverbund durch die dauerhafte Mischung seine originäre Aufgabe verliere.

Hintergrund: Bis Anfang Februar 2014 bezogen die Bürger in Hirschau, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen, Oberhochstätt und Unterhochstätt ihr Trinkwasser über die gemeindliche Wasserversorgung Marwang ausschließlich aus dem Brunnen „Eggerhauser Holz“. Da die Qualität des Trinkwassers aufgrund von korrosionschemischer Eigenschaften angezweifelt worden war, wurden diese Ortsteile bis Mai 2015 vorübergehend mittels eines vorsorglichen Notverbundes mit Trinkwasser aus der Steinweiher Quelle (WBV Grabenstätt) versorgt. Seit sieben Jahren wird nun im Verhältnis ein Drittel (gemeindliche Wasserversorgung) zu zwei Drittel (WBV Grabenstätt) gemischt.

Teilweise unzureichenden Druck

Gerold zufolge könnte die Mischung zukünftig wie bisher über den Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt oder alternativ auch über die Mühlener Gruppe erfolgen. Hierfür wären unterschiedliche Leitungslängen notwendig und es gäbe unterschiedliche Notverbundsituationen. Dass das normgerechte Trinkwasservolumen aktuell nicht bereitgestellt werden könne, würde im Ernstfall auch die Löschwasserbereitstellung erschweren, mahnte Gerold an. Die Sanierungsbedürftigkeit der in den 1950er Jahren gebauten Hochbehälteranlage beschrieb er mit dem teilweise unzureichenden Druck, der in die Jahre gekommenen mineralischen Dünnbeschichtung in den Wasserkammern, dem Fehlen einer technisch ausgereiften Luftfilteranlage sowie mit der eingeschränkten Arbeitssicherheit.

Sanierung teurer als Neubau

Der Gemeinderat entschied sich für einen Neubau und gegen eine Sanierung des Hochbehälters. Eine Sanierung wäre aufgrund der örtlichen Begebenheiten mit enormem Aufwand verbunden. Während die ausgewählte Neubau-Variante 5 mit Investitionskosten von 2.557.500 Euro zu Buche schlägt, wären sie bei den Sanierungsvarianten eins bis drei bei rund drei Millionen Euro gelegen.

Die jährlichen Betriebskosten liegen bei der Neubau-Variante 5 mit 100.550 Euro aber höher als bei den Sanierungsvarianten (75.650 Euro).

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