Grabenstätter Schulkinder erst Stars im Musical, jetzt im Film

Mit dem boarischen Musical „Löwenkini“ wollte die Grundschule Grabenstätt an die umjubelten, teilweise sogar preisgekrönten Produktionen vergangener Jahre anknüpfen, doch die Corona-Krise vereitelte die mit Spannung erwarteten Aufführungen. Alternativ hat man sich dazu entschlossen, zwei Musical-Filme mit zwei unterschiedlichen Besetzungen abzudrehen. Diese könnten bis zu Beginn der Sommerferien fertig sein und zeitnah in der Turn- und Mehrzweckhalle Grabenstätt oder im Rahmen eines Open-Air-Kinos gezeigt werden.

Weil Corona eine Live-Aufführung vor Zuschauern nicht zulässt, verfilmen Schüler ihren „Löwenkini“, die bayerische Version des „Königs der Löwen“. Und das mit großem Eifer.

Von Markus Müller

Grabenstätt –  „Löwenkini“ heißt das auf Grabenstätt und Bayern umgemünzte König-der-Löwen-Musical der Grundschule Grabenstätt, das eigentlich Anfang Juli nach über eineinhalbjähriger Vorarbeit eine umjubelte Premiere hätte feiern sollen. Die Corona-Krise machte diesen Planungen einen Strich durch die Rechnung.

Absage wäre für alle bitter gewesen

„Mit der schrittweisen Wiederaufnahme des Schulbetriebes habe ich gehofft, dass wir es doch noch in diesem Schuljahr vor Publikum aufführen können, doch diese Hoffnungen haben sich schnell zerschlagen“, bedauert Rektorin Josephine Brunnhuber. Da eine Komplettabsage für alle Beteiligten, aber insbesondere für die scheidenden Viertklässler nach all den Mühen „sehr bitter“ gewesen wäre, hat man sich dann für eine Verfilmung entschieden und mit der Firma Musik Mayer einen professionellen Partner gefunden.

Lesen Sie auch: Grabenstätter „Somma dahoam am See“ startet fetzig

Anstatt mit zwei unterschiedlichen Besetzungen das Musical aufzuführen, wurden kürzlich in der Grabenstätter Turnhalle der Prolog, die Szenen eins bis neun und der Epilog in doppelter Ausgabe abgedreht. Auch der Bayerische Rundfunk und das Regionalfernsehen Oberbayern machten sich vor Ort ein Bild. Entstehen sollen nun zwei gut einstündige Musical-Filme. Fertig sollen sie laut Aufnahmeleiter Stefan Mayer zu Beginn der Ferien sein. Gezeigt werden sollen sie dann zeitnah im Rahmen eines Open-Air-Kinos oder – wenn es die Corona-Situation zulässt – in der Turnhalle.

Aus dem Löwen Simba wird Simmerl

Alle kennen das Löwenkind Simba aus dem weltbekannten Walt-Disney-Film „Der König der Löwen“, doch in der Grabenstätter Version wird die Geschichte vom Simmerl erzählt – großartig gespielt von Leni und Sepherl. Auch er ist ein kleiner Löwe, der aber in München und nicht in Afrika lebt. Seit 1229 ist der Löwe offiziell das Wappentier Bayerns und die Löwen sind die heimlichen Herrscher im Bayernland. Sie haben sogar einen eigenen König namens Muhakl (Clara und Moritz D.), der Simmerls Vater ist.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Um jedoch selbst Löwenkini zu werden, muss Simmerl in Afrika auf dem Königsfelsen geweiht werden. Auf der aufregenden, teils auch gefährlichen Reise durch das Land seiner Wurzeln begegnet er vielen der bekannten Filmfiguren. Das völlig neu interpretierte löwenstarke Musical mit Melodien von Elton John stammt aus der Feder der stellvertretenden Schulleiterin Birgit Gebert-Schwarm. Insgesamt sind rund 70 Schüler der Klassen eins bis vier beteiligt. „Gebrüllt“ wird natürlich auf Boarisch.

Auch interessant: Nach dem Lockdown wieder Führungen im Grabenstätter Moos - dem Seeadler auf der Spur

Die passenden Klänge steuert das Orff-Schulorchester von Nicole Schenk bei. Der Schulchor unter der Leitung von Michaela Mannhardt konnte wegen der geltenden Abstands- und Hygieneregelungen nicht vor der Kamera singen, doch in den Filmen wird er trotzdem stimmgewaltig auftauchen – alten Aufnahmen sei Dank. Ursprünglich war es wie bei den vergangenen Projekten geplant, dass alle Schüler auf der Bühne stehen, wegen Corona mussten aber viele Klassenbeiträge und der Einsatz der Bläserklasse entfallen. Eine klangvolle Bereicherung ist das Mitwirken der Grabenstätter Harfenistin Katharina Wiesholler. Großartig ist auch das Bühnenbild des hiesigen Künstlers Lars Hönigl.

Kinder lernen etwas fürs Leben

So ein Großprojekt kostet natürlich eine Menge Geld und so war es ein Glückfall, dass es von Dieter Freiherr von Wrede aus Grabenstätt mit einer großzügigen, vierstelligen Spende bedacht wurde. Er war von der 2017 uraufgeführten boarischen Erfolgsoper „Zauberflöte“ so beeindruckt, dass er im Vorjahr die Festgäste an seinem 80. Geburtstag darum gebeten hatte, statt Geschenken für das neue Schulmusical zu spenden. „Ich bin ganz begeistert, mit welcher Freude die Kinder dabei sind und wie ihre Charaktere dabei zum Ausdruck kommen“, betonte von Wrede. Die Kinder würden dabei viele wichtige Dinge fürs Leben lernen, beispielsweise wie man selbstbewusst vor anderen Menschen auftritt und erfolgreich im Team zusammenarbeitet.

Stolz auf ihre Schützlinge ist auch Rektorin Brunnhuber: „Was mich unglaublich beeindruckt hat, ist, dass die Schüler so lange mit großem Eifer durchgehalten haben, große Kreativität entwickelten und immer voll konzentriert waren.“

Kommentare