Viele Leerstände

Gemeinde kauft Räume am Grabenstätter Marktplatz und verpachtet sie an einen Konditormeister

Die Gemeinde Grabenstätt hat das Erdgeschoss dieses Gebäudes am Grabenstätter Markplatz erworben und einen Pächter gefunden. Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (Foto) zeigt sich mit den Projekt-Fortschritten sehr zufrieden. An den Fenstern können Interessierte die Pläne des Architekturbüros Gerhard Schuster einsehen.
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Die Gemeinde Grabenstätt hat das Erdgeschoss dieses Gebäudes am Grabenstätter Markplatz erworben und einen Pächter gefunden. Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (Foto) zeigt sich mit den Projekt-Fortschritten sehr zufrieden. An den Fenstern können Interessierte die Pläne des Architekturbüros Gerhard Schuster einsehen.
  • vonMarkus Müller
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Leerstände mitten im Ort - ein Problem das viele Kommunen umtreibt. In Grabenstätt hat sich die Gemeinde nun etwas einfallen lassen.

Grabenstätt – Seit geraumer Zeit ist es der Wunsch der Bürger und des Gemeinderates, den Grabenstätter Markplatz zu beleben. Nachdem vor wenigen Jahren der zuletzt von einem Griechen gepachtete Gasthof zur Post geschlossen hatte und seitdem leer steht sowie vor zwölf Monaten der alteingesessene Edeka Huber zumachte, drohte sich dieses Vorhaben ins Gegenteil zu kehren. Die Räumlichkeiten des bisherigen Marktes im Erdgeschoss wurde im Sommer nun von der Gemeinde gekauft.

Kaffeehaus, Eisdiele und Weinhandel in einem

Verschiedene Räte hatten zur Belebung des Marktplatzes eine Eisdiele oder ein Café ins Spiel gebracht. Nun bekommen die Bürger offenbar beides inklusive einer Vinothek, denn der von der Gemeinde gewonnene Pächter, ein engagierter Konditormeister, möchte dort auf 125 Quadratmetern ein Ladenlokal „Café und Wein“ mit Café, Eisdiele und Weinhandel eröffnen. Zudem soll an der Nordseite eine etwa 20 Quadratmeter große Terrasse entstehen.

Bauarbeiten sollen im Frühjahr beginnen

„Es freut mich sehr, dass der Gemeinderat den Kauf mitgetragen hat“, betonte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer bei einem Ortstermin. Er habe schon vor seiner Wahl zum Rathauschef davon geträumt, „am Dorfplatz etwas umzusetzen, von dem alle Bürger etwas haben“. Da die neue Nutzung baurechtlich relevant ist, bedarf die geplante Nutzungsänderung einer formellen Baugenehmigung. Den notwendigen Antrag hat die Gemeinde veranlasst und zur Bearbeitung an das Landratsamt Traunstein weitergegeben. Wirnshofer zeigte sich erleichtert, dass die Eigentümergemeinschaft das Projekt so gut mittrage. Die mit dem Pächter abgestimmten Bauarbeiten sollen im frühen Frühjahr beginnen, damit das Lokal bestenfalls bereits Mitte des Jahres eröffnen kann.

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Der neue Pächter setzt auf Regionalität

Kulinarisch zu erwarten sind kleine Gerichte zur Mittagszeit, Kaffee und Kuchen, Eis und Dessert, Brotzeit, Pralinen, Schokolade, Torten und Gebäck. Ferner sollen Veranstaltungen wie Seminare über vor Ort gefertigte Schmankerl und Weinverkostungen im kleinen Rahmen stattfinden. Der Pächter setzt dabei auf Regionalität und Transparenz. Die Öffnungszeit endet spätestens um 22 Uhr. Angedacht sind auch geschlossenen Gesellschaften.

Gespräche mit dem Eigentümer über die Zukunft des leer stehenden Gasthofs zur Post

„Wir hoffen sehr, dass dieses tolle neue Angebot von unseren Bürgern und Gästen angenommen wird“, so Wirnshofer. Der entstehende Dorfladen soll laut dem Bürgermeister nur der Auftakt sein. Was die Zukunft des westlich davon befindlichen, leer stehenden Gebäudes anbelangt, in dem über viele Jahrzehnte der Gasthof zur Post zuhause war, befinde man sich laut Wirnshofer bereits in Gesprächen mit dem Eigentümer Flötzinger Bräu Rosenheim. Seiner Meinung nach wäre es wünschenswert, auch diesen Leerstand zu beenden und „Bereiche entstehen zu lassen, die den Marktplatz zusätzlich bereichern“.

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