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ÄLTESTER TEILNEHMER IST ÜBER 80

Gold, Silber, Bronze: So trainieren Freizeitsportler beim TuS Prien fürs Sportabzeichen

Weitsprung aus dem Stand: Springer Gert Kleinhans, dahinter Ingrid Ziegmann, mit Maßband Wolf Kutzbach.
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Weitsprung aus dem Stand: Springer Gert Kleinhans, dahinter Ingrid Ziegmann, mit Maßband Wolf Kutzbach.
  • VonElisabeth Kirchner
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In Prien Bronze, Silber oder Gold holen – der Turn- und Sportverein (TuS) Prien macht das möglich mit dem Deutschen Sportabzeichen. Ab sechs Jahren geben Sportler in den Disziplinen Laufen, Schwimmen, Radfahren, Werfen, Kugelstoßen, Hoch- und Weitsprung sowie Geräteturnen ihr Bestes. Der Älteste ist 81.

Prien – Die gute Seele und Übungsleiterin ist Ingrid Ziegmann (68). Seit 1994, als sich die Abteilung Sportabzeichen beim TuS Prien gründete, ist sie als aktive Sportlerin mit dabei. Und so steht sie seitdem jeden Mittwoch von Mai bis Oktober – „außer es schneit oder hagelt“ – auf dem Sportplatz und leitet Sportbegeisterte an.

Bastian , Simon und Daliah Vodermair.

„Schau, mit den zwei Fingern nimmst du den Schleuderball“, erklärt sie Henrik Korte (45) und führt ihm die richtige Dreh- und Wurftechnik vor. Der Neu-Priener ist wegen seiner Tochter hier, die beim TuS Prien Handball spielt und heute mit ihrer Mannschaft draußen am Sportplatz bei Trainer Stefan Bauer Ausdauertraining absolviert.

„Arme nach vorne ...“

Er selbst, sagt Korte, sei vorgeprägt, seine Eltern waren aktive Leichtathleten, ehe er wieder den Schleuderball aufnimmt und die Drehbewegung übt. Ingrid Ziegmann wechselt zur Sprungbahn. Dort messen und rechen heute zwei weitere gute Geister der Abteilung Sportabzeichen, Uschi Hinterholzer-Mayer (58) aus Rottau und Hans Stocker (76) aus Prien. Die beiden sind schon jahrelang dabei, als aktive Sportler und selbstverständlich auch als Helfer. Zwischen dem Messen erklärt Hans Stocker geduldig, wie der Absprung für den Standweitsprung funktioniert.

„Beine leicht gebeugt, mit beiden Armen Schwung holen. Mit geradem Rücken leicht in die Hocke gehen, mit beiden Beinen abspringen, Arme nach vorne beziehungsweise oben reißen, und wenn du nochmal Schwung während des Sprungs holen willst, die hochgehaltenen und gestreckten Arme zum Körper drücken.“

Unter lautem Jubel vom Ehrgeiz gepackt

Die Handballmädchen lachen erst verschämt, doch dann packt sie der Ehrgeiz und unter lautem Jubel „ich hab einen Zentimeter mehr als du“ spornen sie sich gegenseitig an und springen in das Sandbecken. Zwei junge Männer drehen derweil ihre Runden auf der Tartan-Bahn. Die beiden Tischtennisspieler des TuS Prien wollen heute noch 3000 Meter auf Zeit absolvieren. Für Bronze müssen sie die Strecke in 17:20 Minuten schaffen, 13:20 Minuten schnell braucht es für Gold in ihrer Alterskategorie.

Raphael Ebner (19) macht sich derweil am Sprungbecken warm. Hochkonzentriert im Absprung schafft er locker aus dem Stand 2,5 Meter. Das reicht schon jetzt für Gold, sagt Ingrid anerkennend zu ihm. Dann steigt Raphael aufs Rad. 200 Meter Radeln auf der Tartanbahn erscheinen ihm „angenehmer und machbarer als der 100-Meter-Sprint.“ Er hat schon zweimal Gold geholt, heuer will er wieder ganz oben stehen.

Jeder hat die Chance, sich zu verbessern

Coronabedingt sind heuer erst seit Anfang Juni wieder Ingrid und ihre Helfer auf dem Sportplatz, ein Antreiben ist und war da gar nicht nötig. „Wir wollen doch nur fit bleiben“, erklärt etwa Johnny Eichhorn (75).

Das Abnehmen der Prüfungen laufe ganz locker ab, wirbt Ingrid Ziegmann. Die Gruppe trifft sich einmal die Woche, um die entsprechenden Disziplinen wie Werfen, Laufen, Radfahren oder Weitsprung zu üben.

Neulinge werden herzlich aufgenommen

Sie führt Buch über die Leistungen. Somit hat also jeder die Chance, sich zu verbessern: „Wir sind auch nicht streng.“ Im Gegenteil, es wird viel gelacht und geplaudert, auch Neulinge werden sofort in die Sportfamilie mitaufgenommen.

Das gemeinsame Sporteln, der Teamspirit, wie es auf Neudeutsch so schön heisst, steht im Vordergrund. Ein harter Kern von gut zehn Personen sei eigentlich immer da, sagt Ingrid Ziegmann, der zweite Kern seien die, die solange mitmachen, bis das gewünschte Abzeichen abgelegt worden ist.

Wolf Kutzbach hat 62 Abzeichen:

81 Jahre alt und immer noch topfit: Wolf Kutzbach.

Jährlich Übungsleiterin Ingrid Ziegmann die Statistiken für die Sportlerehrung. Los ging es 1994 mit sieben Urkunden, 2003 war das beste Jahr mit insgesamt 325 verliehenen Urkunden, in den letzten Jahren sind es immer so um die 80 gewesen. Der eigentliche Star, auch wenn er das nicht hören will, ist Wolf Kutzbach (81). Er hätte schon mindestens das diamantene Sportabzeichen, wenn es das denn gebe. „62 Sportabzeichen habe ich,“ strahlt der Senior. Er erinnert sich, dass Bürgermeister Kollmannsberger seinerzeit fünfmal das Sportlerabzeichen gemacht habe. Die letzten Jahre war es an der Politiker-Front etwas weniger sportlich-ambitioniert, meint er. Dabei wissen es die Sportabzeichen-Profis Eichhorn und Kutzbach doch ganz genau: „Die Ingrid motiviert jeden, egal, ob jung oder alt.“

Höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports:

Das Deutsche Sportabzeichen (DSA) ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit Ordenscharakter. Es ist die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsportes und wird als Leistungsabzeichen im Breitensport für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit verliehen. Dabei geht es um die motorischen Grundfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Je nach Alter gestaffelt gilt es Punkte in den unterschiedlichsten Disziplinen aus den Sportarten Leichtathletik, Radfahren, Schwimmen und Geräteturnen. Um das Deutsche Sportabzeichen zu erwerben, muss in jeder Disziplingruppe mindestens eine Leistung in Bronze erbracht werden. Bis 2013 konnte man in Bayern sowohl das Bayerische als auch das Deutsche Sportabzeichen ablegen, seit 2013 gibt es nur noch das bundeseinheitliche Sportabzeichen. Training beim TuS Prien ist jeden Mittwoch.

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