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EIN BESONDERER FLUG ÜBER DEN WOLKEN

Von der Hochries zum Ende des Chiemsees: 35 Luft-Kilometer im Tandem-Gleitschirm bis nach Hause

Am Ufer des Bayerischen Meeres entlang und mit Blick auf die Herreninsel flogen Florian Schroll (rechts) und sein Passagier Benedikt König.
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Am Ufer des Bayerischen Meeres entlang und mit Blick auf die Herreninsel flogen Florian Schroll (rechts) und sein Passagier Benedikt König.

Der Traum vom Fliegen ist für den passionierten Gleitschirmflieger Florian Schroll aus Seeon Realität. Nun flog er im Tandem 35 Luft-Kilometer weit von der Hochries bis in den Heimatort seines Fluggasts. Mitflieger Benedikt König war begeistert – trotz Magengrummeln und Eiseskälte.

von Thomas Donhauser

Seeon-Seebruck – Florian Schroll aus Staller zwischen Seeon und Truchtlaching ist ein passionierter Gleitschirmflieger, der nun einen besonderen Flug hinter sich gebracht hat. Mit dem „Tandem-Gleitschirm“ ist er von der 1570 Meter hohen Hochries über eine 35-Kilometer-Strecke nach Truchtlaching geflogen und hat seinen Passagier Benedikt König quasi nach Hause gebracht.

Der 40-jährige Schroll betreibt sein Hobby seit 2014 und hat nach seinen Aussagen trotz der Corona-Pandemie „ein gutes Jahr 2020“ hinter sich. Bislang hat er über 800 gemischte Solo- und Tandemflüge absolviert und insgesamt 435 Stunden reine „Airtime“ verbracht.

Gewinnspiel in den Sozialen Medien beschert besonderen Flug

„Ende Januar hatte ich auf Facebook und Instagram unter dem Stichwort ‚Spielplatz Natur‘ ein Gewinnspiel ausgeschrieben“, erzählt Schroll. Am Ende schafften es elf Teilnehmer in den Lostopf. Der Sieger eines Tandem-Flugs: Benedikt König (26) aus Truchtlaching.

Über der Bucht in Urfahrn.

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Nachdem die Seilbahn auf die Hochries derzeit nicht im Betrieb ist, brachen die beiden unter Einhaltung der Corona-Regeln von Aschau aus zu Fuß auf. In Zwei Stunden bewältigten sie 950 Höhenmeter mit jeweils zehn bis 15 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken durch schneereiches Berg-Gelände auf dem Weg zum Startplatz.

Spontane Entscheidung

Hier war wegen des guten Flugwetters am Ostersonntag 2021 einiges los. „Wir hatten es schon im Hinterkopf, bis nach Truchtlaching zu fliegen“ berichtet der Pilot. „Aber so richtig entschieden habe ich es nach gut 40 Minuten und einer Flughöhe von 2200 Metern“. Wichtig sei, die Höhe so gut es irgendwie geht halten zu können. „Hierzu muss man seine Sinne mit Sehen, Riechen, Fühlen und Hören schärfen“, sagt Schroll.

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Wobei so ein Flug auch eine Achterbahnfahrt sei: „Zwischendurch hatten wir auch mal eine Minimalhöhe von nur 350 Metern über Grund, die mit dem Tandem relativ schnell verbraucht sein kann“. Darum fliege man in der Regel auch nicht über den See, um jederzeit am Festland landen zu können. Die Sicherheit gehe dem Hobbyflieger über alles.

Die Reise neigt sich über Seebruck langsam dem Ende zu.

Über Prien und Rimsting genossen die Beiden am Ufer des Chiemsees die Aussicht auf die drei Inseln. „Aber auch der Blick zurück in Richtung Kampenwand und der Alpenkette hatte es an diesem Tag in sich“, erzählt Schroll. Benedikt König kann das nur bestätigen: „Aus der Perspektive sieht man erst, was unsere Heimat ausmacht und wie schön wir es haben.“

Sightseeing in der Luft

Als die Beiden das nordwestliche Eggstätt mit ihrer Seenplatte erreicht hatten, waren sie nach ein paar Thermikkreisen wieder auf 1800 Meter über dem Meeresspiegel und das Ziel, in Königs Heimat Truchtlaching zu landen, kam näher.

Über Seebruck hatte das Duo den gesamten See mit seiner grün-blauen Farbpracht und einem Bergpanoramablick vor sich. Im Gebiet der Heimatgemeinde nutzten sie eine gute Thermikquelle, mit 1450 Meter Höhe ging es weiter in Richtung Truchtlaching. „Im Bereich der Alz in Richtung Höllthal drehten wir noch eine kleine ‚Sightseeing-Extra-Runde‘, ehe wir uns entschlossen, auf Hochöd zu landen“, freute sich der Pilot.

Thermikkreisen schlägt auf Magen

Ganz ohne Schwierigkeiten verlief der Flug aber nicht, denn dem Passagier wars nach zehn Minuten Flug sauber zu kalt. „Das Thermikkreisen und die extrem kalten Temperaturen machten sich bereits zu Beginn bemerkbar und schlugen ein wenig auf den Magen“, sagt Schroll. Die Situation sei auch für den Piloten nicht einfach gewesen, der mit Durchhalteparolen an seinen Mitflieger appellierte.

Landung auf dem „Hintern“

Der Abschluss des Fluges war laut Schroll auch eher herb. „Wir sind auf unseren Protektoren am Hintern gelandet“, erzählt er lachend. Auch wenn der Flug nicht in jeder Hinsicht paradiesisch war, ist Benedikt König begeistert: „Danke an Flo, dass er mir das ermöglicht hat, und mich motiviert hat zum Durchhalten. Obwohl mir saukalt war.“

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