Der Giersch: nützlicher, als man denkt

Der Giersch isteine vielfach nützliche Gartenpflanze und entgiftet. Hötzelsperger

Prien – In der Reihe „Kräuter-Tipps von einem Kräuterweibe“ informiert Maria Zierer aus Prien-Siegharting diesmal über den Giersch.

„Essen und Nutzen anstatt Bekämpfen“ – dieses Motto gibt Zierer aus, wenn die Sprache auf die Pflanze Giersch aus der Familie der Doldenblütler kommt. Der Giersch, auch Geißfuß, Zipperleinkraut oder lateinisch Aegopodium podagraria genannt, wird bei vielen Gärtnern als Unkraut beschimpft. Doch dies zu Unrecht.

Duft von Möhre undPetersilie

Die Erkennungsmerkmale für den Giersch sind dreiteilige, grüne Blätter mit Teilblättchen, die am Rand gezahnt sind, der Blattstiel ist im Querschnitt dreieckig und v-förmig. Beim Zerreiben riecht die Pflanze leicht nach Möhre und Petersilie. Weitere Merkmale sind die nicht behaarten Blütenstängel und die starken Ausläufer der Wurzeln. Verwendung finden vom Giersch Blätter, Blüten und Früchte, deren Inhaltsstoffe sind unter anderem Calcium, Magnesium, Phosphor, Vitamin C und Karotin.

Zur Wirkung des Giersch weiß Zierer: „Der Giersch entgiftet, ist blutreinigend und harnsäuretreibend. Schon im Mittelalter wurde das Kraut als Heilmittel gegen Gicht eingesetzt. Bei Gichtknoten kann eine Abkochung des Krautes als Krautwickel oder Umschlag zur Linderung verhelfen. Ein Absud für das Bad kann bei Gicht und Rheuma versucht werden. Ein zerquetschtes Blatt kann auch Linderung bei einem Insektenstich bringen. Ich bevorzuge bei Insektenstichen jedoch den Spitzwegerich. Der Tee wirkt entsäuernd und harntreibend.“ Giersch muss genau bestimmt werden, um eine Verwechslung mit anderen Doldenblütlern zu vermeiden.

Unbeliebt macht sich der Giersch bei den Gartenfreunden, ist er erst einmal da, ist er nur noch schwer wegzubringen. Jedes noch so kleine Wurzelstückchen treibt erneut aus. Deswegen gibt das Kräuterweibe den Rat, den Giersch nicht als Feind anzusehen, sondern ihn als Genuss- und Nahrungsmittel zu verwenden. Schließlich ist der Giersch eines der ältesten und bekanntesten Wildgemüse mit einem fein-würzigen Aroma nach Möhre und Petersilie. Dazu Zierer: „Die Blätter können überall dort verwendet werden, wo man Petersilie einsetzt. Ich finde, es ist ein idealer Petersilienersatz. Ich habe ihn schon in Fleischpflänzchen, Bratlingen, Kräuterbutter oder Kräuterquark verwendet. Besonders heuer ist für mich der Giersch noch wertvoller, da meine Petersilie im Kräutergarten noch zu wünschen übrig lässt.

Rezept für Semmelnmit Wildkräutern

Auch ein gutes Kräutersalz lässt sich damit herstellen. Ich verwende die jungen Blätter, da die älteren eher einen herben Geschmack haben. Die Blüten und die Früchte eignen sich frisch und getrocknet als Gewürz.“ Von einer Freundin hat Maria Zierer nachfolgendes Rezept für Wildkräutersemmerl erhalten: „Man nehme 300 Gramm glattes Dinkelmehl, 600 Gramm griffiges Dinkelmehl, fünf Handvoll zerkleinerte Wildkräuter (Giersch, Löwenzahn, Brennnessel), etwas Liebstöckel, 375 bis 400 Milliliter Wasser, 30 Gramm Hefe, 150 Milliliter Olivenöl, zwei Teelöffel Salz und eine Prise Zucker – alles kneten, bis der Teig geschmeidig ist.

Etwa 30 Minuten ruhen lassen. Dann aus dem Teig kleine Brötchen formen, nochmals gehen lassen. Anschließend bei 175 Grad Heißluft 20 bis 25 Minuten backen.“ hoe

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