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Schreibstube öffnet ihre Pforten: 17 Mundartautoren verfassen Texte

"Gickerl" entkommen "Bratreindl"

Grabenstätt - Um "Gickerl", die gerade noch einmal dem "Bratreindl" entfliehen konnten, Stammtischgeschichten und lustige Alltagserlebnisse drehten sich die Geschichten in der "Boarischen Schreibstubn" im Vereinsheim in Grabenstätt. Dort bekommen die Mundartautoren das Rüstzeug zum Verfassen guter Mundartliteratur. Das Thema lautete dieses Mal "Humor in der Literatur".

Mit Monika Krautgartner, einer in Österreich bekannten Schriftstellerin, Kolumnistin und Liedtexterin, hatten sich Gustl Lex und Rudi Mörtl vom Verein "Bairische Sprache und Mundarten" eine kompetente Referentin in die "Schreibstubn" geholt.

Fälschlicherweise gelten die humorigen Werke laut Krautgartner als seichte Dichtung. Heitere Texte seien dreimal so schwer auf das Papier zu bringen als Dramen. Die heitere Dichtung verlange ein hohes Niveau. Abstand genommen werden solle vom Verdichten von Witzen sowie banalen und trivialen Themen. Stets müsse die Grenze des guten Geschmackes beachtet und dürfe Humor nicht verletzend sein. Jeder solle ganz bei sich und in seiner Sprache dichten, dann sei er authentisch und werde vom Publikum angenommen. Ein wichtiger Faktor in der Mundartdichtung sei, das Schriftbild der Schriftsprache anzupassen, ansonsten seien die Texte oft kaum lesbar. Die Grammatik erfolge dann in Mundart.

Gut vorbereitet, galt es nun für die Autoren aus der Region, die Seiten mit lebendigen Geschichten und Anekdoten zu füllen. Während die einen ihre Worte sofort zu Papier brachten, brauchten die anderen einige Minuten des Nachdenkens, doch alsbald arbeiteten alle intensiv an ihrer Aufgabe.

Nicht alle wollten bei der anschließenden Besprechung ihre Werke preisgeben, doch Walter Mayer beispielsweise war in seinem geografischen und historischen Text der Namensgebung der Ortschaften auf der Spur. Evelyne von Heimburg wiederum erzählte vom Viktualienmarkt, auf dem vom "Preißn" bis zum Bayern alles zu finden sei. Siegi Götze wiederum bemerkte bei drei bildsauberen Sängerinnen einen glücklichen Gesichtsausdruck, als sie sich bei einer Veranstaltung in einer Kirche hoch oben auf einem Berg im Wald Erleichterung verschafften. Annemarie Biller fand sich in ihrem alten Klassenzimmer wieder und stellte fest, dass sie heut das Schreiben gar nicht freut. Mathilde Schuler tat sich als "Preiß" schwer und Gustl Lex gab ein Telefonat mit der "Vierholzer Kathi" aus Halfing zum Besten. Robert Gapp schließlich beschrieb die Prozession einer Stammtischrunde zu nächtlicher Stunde. Als Schuss nach hinten erwies sich der Einbruch, den Michael Innberger beschrieb. Glück hatte der "Gickerl" von Katharina Starzer, der nach einem Schlag mit dem Stecken, trotz heftiger Schlagseite, dem "Bratreindl" davonlief. kem

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