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Gestiefelte und leise Boten

Roland Sievers und Daniela Ditz-Sievers bei ihrer Dialogpredigt während des Festgottesdienstes zum 20-jährigen Bestehen der Christuskirche.  Foto Mergenthal
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Roland Sievers und Daniela Ditz-Sievers bei ihrer Dialogpredigt während des Festgottesdienstes zum 20-jährigen Bestehen der Christuskirche. Foto Mergenthal

In der voll besetzten Christuskirche beging die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Inzell mit einem feierlichen Gottesdienst das 20-jährige Bestehen dieses Gotteshauses. Das frühere Inzeller Pfarrer-Ehepaar Daniela Ditz-Sievers und Roland Sievers leitete den Gottesdienst mit Abendmahl.

Inzell - Unter den Gästen waren mehrere evangelische Pfarrerskollegen sowie von der katholischen Kirche Diakon Josef Eixenberger und der ehemalige Inzeller Pfarrer Hans Krämer.

Musikalisch wurde der Gottesdienst mit Gemeindegesang und vom Johanneschor unter Leitung von Rainer Browarzyk-Späth festlich umrahmt, unter anderem mit dem Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme" und dem neuen geistlichen Lied "Vergiss nicht, zu danken dem ewigen Herrn". An der Orgel waren Browarzyk-Späth und Mirjam Dempewolf zu hören.

Höhepunkt der Feier war eine Dialogpredigt von Daniela Ditz-Sievers und Roland Sievers über den 7. Vers im 52. Kapitel des Buches Jesaja, der in der Luther-Bibel so heißt: "Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!"

Die Pfarrerin und ihr Mann ließen den Freudenboten mit zweierlei Schuhen über die Berge eilen: Roland Sievers trug Bergstiefel, während Daniela Ditz-Sievers "liebliche" Schuhe, rote Filzpantoffeln, anhatte.

Sie inszenierten ein Zwiegespräch zwischen zwei unterschiedlichen Boten. Während der "Leisetreter" meinte, es reicht, der Gemeinde freudig zu sagen "Euer Gott ist König!", meinte der gestiefelte Bote "Da erwarten sich die Leute schon ein bisserl mehr." Zum Beispiel, dass ihre Gesundheit erhalten bleibe oder dass die Krankenkassen wenigstens alle ihre Behandlungen zahlten, dass die Pharmaindustrie ihre Gewinne für die Erforschung auch seltener Krankheiten einsetze und dass weltweit und in allen Familien Frieden herrsche.

"Ich finde, wir haben mit unserem Gott echt Glück, weil er König ist und volksnah", klärte der Bergschuh-Bote seine Kollegin über das Glück in der Freudenbotschaft auf. Solche Menschen wie Jesaja, die das den Menschen weitersagen, brauche es heute auch noch, gab der leise Bote zu.

Beide Prediger erinnerten in einem Rückblick auf 20 Jahre Christuskirche an alle, die mit leisen Schritten Zeit und Kraft in die Gemeinde investiert haben, zum Beispiel bei den Gemeindefesten, Krippenspielen, beim Erstellen der Krippe und bei der Belebung des Chiemgau-Stifts.

Daniela Ditz-Sievers rief auch die "verzagten Schritte" der Freudenboten in Erinnerung, etwa wenn sie sich Sorgen machten, als der Pfarrer lang krank wurde oder wie man weitere Mitarbeiter gewinnen kann. Roland Sievers erwähnte die freudigen Ereignisse, wie Taufe, Hochzeit oder Konfirmation.

Die Pfarrer erklärten, warum es im Gemeindeleben beide braucht: die Einfühlsamen mit leisen Sohlen und die Energischen mit Bergstiefeln. Das Schuhwerk helfe auch, über Berge von Unglück und Vorurteilen zu den Menschen zu kommen. Letztlich gelte es aber, zum Kind an der Krippe wie Mose am Dornbusch barfuß zu gehen. Symbolisch zogen die Prediger ihre Schuhe am Ende aus.

In der Kollekte wurde für das sanierungsbedürftige Dach der Christuskirche gesammelt. Das Gast-Pfarrerspaar spendierte als Sockelbetrag 100 Euro.

Die Fürbitten sprachen der aktuelle evangelische Pfarrer Thomas Seitz, das Ehepaar Ditz-Sievers, Markus Ruf vom Kirchenvorstand und Diakon Josef Eixenberger.

Mit einem regen Austausch beim "Kirchenkaffee" klang das Jubiläum aus.

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