Hotz befasst sich mit Ausbeutung und Renaturierung des Moores

Geschunden - Geschützt

Claus-Dieter Hotz beschreibt in seinem Buch auch den 20-jährigen Kampf um den Erhalt der Kendlmühlfilze. Foto Tb
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Claus-Dieter Hotz beschreibt in seinem Buch auch den 20-jährigen Kampf um den Erhalt der Kendlmühlfilze. Foto Tb

Grassau - Zum 20-jährigen Bestehen des Naturschutzgebietes Kendlmühlfilze hat Claus-Dieter Hotz ein Buch geschrieben und herausgegeben. Der Titel lautet: "Die Kendlmühlfilzen. Ein Hochmoor. Gebraucht. Geschunden. Geschützt." Der Vorsitzende des Trägervereins des "Bayerischen Moor- und Torfmuseums", des Torfbahnhofes in Rottau, befasst sich sowohl mit dem Torfstich und dem 20-jährigen Kampf um die Ausweisung der Kendlmühlfilze zum Naturschutzgebiet 1992, als auch mit den anschließenden Renaturierungsmaßnahmen. Hotz erzählt auch viele Geschichten und Anekdoten.

Kennengelernt habe er, Hotz, die Kendlmühlfilze über Theodor von Hötzendorff, der bereits 1966 erkannt habe, dass der Bereich um den Eglsee zunehmend trockener werde, was den Maler sehr besorgt habe. Auch ihm, Hotz, sei dann das Moor zum Anliegen geworden. Dass sich die Ausweisung zum Naturschutzgebiet nun zum 20. Mal jähre, habe ihm den Anlass gegeben, ein Buch zu schreiben. Im Rahmen seiner Arbeit sei ihm bewusst geworden, wie viele Menschen sich eingesetzt haben, um der Filzn eine Zukunft zu geben.

Im ersten Drittel seines Buches widmet sich Hotz dem Hochmoor als Gebiet für den - früher vorgenommenen - Abbau von Torf, der dann als Brennmaterial diente. Das Moor sei in dieser Zeit ein Stück Land gewesen, das von vielen "gebraucht" worden sei.

Professor Anton Baumann hatte 1894 die Moore südlich des Chiemsees erkundet und eine Karte gezeichnet, die noch heute aussagekräftig und aufschlussreich ist. Größere Torffelder gab es damals in Mietenkam. In diesem Bereich gewann man Brennstoff für die Saline Traunstein. Hotz beschreibt die industrielle Nutzung des Hochmoores an Hand des Torfwerks unmittelbar an der Südseite des Westerbuchbergs, aber auch den für viele Bauern wichtigen Handtorfstich. Wie wichtig die Filzn für die Bürger war, zeigt Hotz durch die Beschreibung "aus dem Leben eines Torfarbeiterbuben" von Ludwig Hieber. Interessant ist zudem, dass es von den rund 30 Kilometer Gleisstrecken im Moor heute nur mehr zehn gibt - und die wachsen auch immer mehr zu.

Das "geschundene" Hochmoor musste, wie Hotz im zweiten Teil seines Buches schreibt, geschützt werden. Diese Ziel verfolgte auch der 1972 gegründete Kreisverband Traunstein im Bund Naturschutz. Wie Hotz recherchierte, setzte sich der damalige Vorsitzende Fritz Lindenberg bereits 1973 für eine Unterschutzstellung ein.

Der Bund Naturschutz machte sich stark gegen den industriellen Raubbau durch die Firma Samenmaier, der trotz Kampf um die Unterschutzstellung 1976 überraschend genehmigt wurde. Große Fräsmaschinen und Bagger fuhren in der Filzn auf und begannen mit dem Abbau. Es bildete sich die Bürgerinitiative "Rettet die Kendlmühlfilzen", die einen langen Weg des Kampfes vor sich hatte. Erst 1992 erreichten die Naturschützer ihr Ziel.

Im letzten Drittel des Buches beschreibt der Autor die Renaturierung der Kendlmühlfilze - und wie sie weitergehen sollte. Schließlich dokumentieren am Ende der Broschüre viele Fotos die Flora und Fauna des Hochmoores und belegen damit, dass sich der Kampf um den Erhalt mehr als gelohnt hat.

Die Broschüre ist in der Geschäftsstelle Traunstein des Bund Naturschutz wie auch zu den Öffnungszeiten des Museums am Torfbahnhofes und bei Zeitschriften Rucker in Rottau an der Hauptstraße erhältlich. tb

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