Erfolg für Umweltschutzverband Alztal

Gericht stoppt Kiesabbau in Seeon-Grünweg – Voraussichtlich nicht das letzte Wort

Das Verwaltungsgericht München hat den Kiesabbau in Seeon-Seebruck östlich des Bansees gestoppt.
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Das Verwaltungsgericht München hat den Kiesabbau in Seeon-Seebruck östlich des Bansees gestoppt.

Das Verwaltungsgericht München gibt dem Antrag des Umweltschutzverbands Alztal statt. Mit sofortiger Wirkung wurde der Kiesabbau in Seeon-Seebruck östlich des Bansees gestoppt.

München/Seeon – Das Verwaltungsgericht (VG) München hat laut Beschluss vom 29. September mit sofortiger Wirkung den Kiesabbau in Seeon-Seebruck östlich des Bansees gestoppt (Az. M 1 SN 20.3658).

„Damit hat das Gericht einem Antrag des Umweltschutzverbands Alztal und Umgebung e.V. (UVA) stattgegeben“, sagte am Donnerstag VG-Pressesprecher Florian Schlämmer der Chiemgau-Zeitung auf Anfrage.

Schädliche Wirkung auf die Natur nicht hinreichend geprüft

Das Kiesabbaugebiet liegt etwa 50 Meter entfernt von naturschutzrechtlich besonders geschützten Gebieten (Fauna-Flora-Habitat und Vogelschutzgebiet). „Im Genehmigungsverfahren war nicht hinreichend ermittelt und geprüft worden, ob sich in den lichtarmen Jahreszeiten aufgrund künstlicher Lichtquellen schädliche Einwirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt ergeben“, zitierte der Sprecher die Begründung des Gerichts.

Denn der Abbauplan sehe den Kiesabbau werktäglich zwischen 6 und 20 Uhr vor und damit auch jenseits scheinenden Tageslichts. Auch habe das Landratsamt Traunstein die während der Abbauphase zwingend erforderliche Grundwasserüberwachung nicht mit hinreichender Deutlichkeit angeordnet. „Es bleibt zudem unklar, in welchem Umfang Rodungen geschützter Gehölze stattfinden sollen“, so Schlämmer.

Betrieber der Kiesgrube kann Beschwerde einlegen

Weitere Gründe stehen dem Kiesabbau nach Auffassung des Gerichts nicht entgegen. Gegen den Beschluss können der Freistaat Bayern sowie das Kiesabbauunternehmen innerhalb von zwei Wochen Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen, hieß es abschließend.

Ob die Firma Riedel-Kies gegen diese Entscheidung Beschwerde vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen werde und wie sich das weitere Klageverfahren zu der Ein-Drittel-Fläche sowie das zweite Klageverfahren zu der Zwei-Drittel-Fläche entwickeln wird, werde man erst in Wochen oder Monaten sehen, sagte der Zweite UVA-Vorsitzende Gerd Raepple am 1. Oktober unserer Zeitung. „Bis dahin ist jedenfalls der weitere Kiesabbau gestoppt.

Die Firma Riedel war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

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