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BAUPROJEKT IM DISKURS

Geplantes Mehrfamilienhaus in Rimsting wirft viele Fragen auf

  • Elisabeth Sennhenn
    VonElisabeth Sennhenn
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Das alte „Dr.-Scherer-Haus“ in der Priener Straße Nr. 16 in Rimsting soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Mit einem entsprechenden Bauntrag befasste sich jetzt der Rimstinger Gemeinderat. Besonders über die Zahl der Wohneinheiten und der Stellplätze wurde diskutiert.

Rimsting – Fünf neue Wohneinheiten sollen entstehen, wobei das Grundstück im planungsrechtlichen Innenbereich liegt und es dort keinen Bebauungsplan gibt. Die beantragten Wandhöhen von sechs Metern und die Firsthöhe von neun Metern würden sich in die Nachbarbebauung einfügen. Laut Bauwerberin sollen die Wohnungen zwischen 60 und 90 Quadratmeter groß sein.

Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) und mehrere Gemeinderäte sahen in der jüngsten Sitzung jedoch die Anzahl der Stellplätze problematisch. Gebaut werden sollen lediglich eine Einzelgarage und zusätzlich vier Stellplätze, also pro Wohneinheit nur ein Parkplatz. Ein geplanter Carport würde direkt an der Gehsteigkante stehen, „ohne die erforderlichen drei Meter Abstand.“ Möglich sind demnach dann nur offene Stellplätze, normalerweise werden „gerne zwei pro Wohneinheit gesehen, rechtlich reicht einer aus“, so Fenzl.

Vorher war es ein Einfamilienhaus

Ein Keller ist nicht geplant, dafür soll ein kleines Nebengebäude zur Unterbringung von Kinderwagen und Rädern dienen. Fenzl stellte die Frage nach den Stellplätzen zur Diskussion im Gemeinderat, „auch wenn das Landratsamt den Bau wie geplant genehmigen würde.“

Monika Walter (Grüne) fand problematisch, dass das Haus nicht unterkellert ist, und fünf Einheiten für die Größe des Grundstücks zu viel. „Mit Müh und Not“ könnten die Anwohner dort parken; sie befürchtet, dass Autos beim Hort oder der Turnhalle abgestellt werden könnten, was Folgeprobleme wie Halteverbotsschilder nach sich ziehen würde.

„Es war vorher auch ein Einfamilienhaus, warum jetzt so groß? Wir haben schon solche Parkplatzprobleme im Innenbereich, die Autos werden immer mehr.“

Fenzl, stimmte Walter in diesem Punkt zu; was sich anbieten würde, wäre eine Tiefgarage, „aber das können wir nicht beeinflussen. Auch für einen Keller gibt es keine rechtliche Grundlage.“ Die Bauwerberin argumentierte, dass Kellerbauten zu viel Zement verbrauchten und man auch in diesem Sinne mit der Zeit gehen wolle und auf den Keller verzichte. Zudem hoffe man für die Zukunft auf den Öffentlichen Nahverkehr auf dem Land, um das Autofahren weniger attraktiv zu machen.

„Es gibt auch Hybridbauweisen mit Keller aus Beton und Holzaufbau“, brachte sich Mary Fischer (FW) ein und machte deutlich: „wir müssen nicht fünf Wohnungen zulassen, die Einzelgarage finde ich lachhaft“.

Gemeinde kann Stellung beziehen

Sie erbat sich eine andere Planung und nannte als Beispiele ein neues Mehrfamilienhaus in der Bahnhofstraße, wo man ebenso die Einheiten reduzieren konnte. Nina Weinland (Grüne) fragte sich, wie die Anwohner künftig auf die Staatsstraße ausbiegen wollen, sie sieht dabei Schwierigkeiten.

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Thomas Schuster (CSU) fügte an, ihm sei das Bauvorhaben „zu massiv“, er sah ebenso Probleme wegen der Stellplätze und kündigte an, bei der vorgelegten Planung mit Nein zu stimmen. Ihm sei außerdem zu wenig Abstand zwischen Parkfläche und Haus vorgesehen: „Wie soll man da ein- und aussteigen können?“

Josef Stöffl (FW) hielt eine Tiefgarage für machbar, „auch wenn es mehr kostet“. Auch Grünen-Mandatsträger Stefan Walter (Grüne) plädierte dafür, das Ganze nur mit der Auflage für eine Tiefgarage zu genehmigen. Raimund Feichtner (UWG) befürchtete, der Bauwerber werde sich auf die Umgebungsbebauung berufen, da könne man als Gemeinde noch so gut gemeinte Beschlüsse fassen. Bürgermeister Fenzl fand es dennoch wichtig, „als Gemeinde Stellung zu beziehen, unabhängig von der Entscheidung des Landratsamts. Wir können immerhin Verbesserungsvorschläge einbringen.“ Grundsätzlich war man sich im Gremium einig, dass die Schaffung neuen Wohnraums positiv zu sehen ist, Nina Weinland lobte, dass auch eine größere, familientaugliche Wohnung geplant sei.

Gemeinde ist für weniger Einheiten

Für den Antrag wie dargelegt stimmte niemand. Dagegen herrschte bei der anschließenden zweiten Abstimmung Geschlossenheit, der Bauherrin folgende Empfehlungen auszusprechen: Sie möge sich mit einer Tiefgarage befassen; den Carport hält man für nicht umsetzbar. Berücksichtigt werden solle zudem die Frage nach der künftigen Ausfahrt auf die Staatsstraße. Die Anzahl der Stellplätze gehört verdoppelt, und die Zahl der Wohneinheiten reduziert. „Die Königslösung wären vier Wohneinheiten und acht Stellplätze“, fasste Fenzl zusammen.sen

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