LESERFORUM

Geplante Schlammentsorgung: Ein Supergau für den See

Zum Bericht „Chiemsee-Schlamm als Präzedenzfall?“ im Lokalteil:

Welcher Schlamm soll hier entfernt werden, wenn vor 20 Jahren ausgebaggert wurde? Die üblichen Verdächtigen Prien und Mühlbach scheiden hier aus. Seitlich des Hafens hat sich nichts verändert.

Also geht es um Verbreitern und Vertiefen. Passen größere Schiffe rein, werden die Liegeplatzgebühren entsprechend steigen, und die Unkosten sind schnell eingefahren. Ein Supergau für den See ist der Gedanke, den ganzen Aushub im See zu verklappen. Der Gewinn von wenigen geht auf Kosten sehr vieler. Der Schaden dürfte immens sein. Das Plankton kann sich nur durch Licht und Sauerstoff entwickeln.

Die aufgewühlten Sedimente verbreiten sich wie riesige Wolken in den verschiedenen Wasserschichten und verbleiben da sehr, sehr lange.

Die Biomasse Plankton dürfte um bis zu 30 Prozent rückgängig sein. Fische brauchen ab dem Schlupf und teilweise lebenslang (Renke) Plankton. Das bedeutet weniger Fische und somit mehr Stechmücken aus dem See. Vom Starnberger See wird das genauso berichtet. Wollen wir das?

Gerhard Händlmayer

Übersee

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