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Bayerns Ministerpräsident unter den Ehrengästen

Georgiritt und Schwertertanz in Traunstein: Die große Pferdewallfahrt

Eine ganze Reihe von Festwagen mit prachtvoll geschmückten Pferdegespannen verleihen dem Georgiritt Glanz.
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Eine ganze Reihe von Festwagen mit prachtvoll geschmückten Pferdegespannen verleihen dem Georgiritt Glanz.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Sie sind immaterielles UNESCO-Kulturerbe, der Brauch geht jahrhunderteweit zurück. Der Georgiritt samt Schwertertanz lockt bis zu 25000 Besucher nach Traunstein. Wir sagen Ihnen, welche Straßen gesperrt sind, wo es Parkplätze gibt und wie der Zeitplan ist.

Traunstein – Die Freude, aber auch die Anspannung unter den rund 1000 Mitwirkenden und an der Organisation Beteiligten ist groß, bevor am Ostermontag in Traunstein wieder der Ruf ertönt: „Hie gut allweg – alten Brauches Pfleg, nach Ettendorf wir reiten – wie zu Väters Zeiten“. Mit diesem Satz beginnt seit altersher auf dem Stadtplatz der Georgiritt.

Mit durchschnittlich bis zu 25.000 Besuchern und bis zu 400 prächtig herausgeputzten Pferden aus der ganzen Region gehört die traditionelle Pferdewallfahrt von Traunstein zur Segnung am Ettendorfer Kircherl zu den größten Brauchtumsveranstaltungen in Bayern. Nicht weniger spektakulär ist der auf einen alten germanischen Frühlingsbrauch zurückgehende Schwertertanz mit seinen akrobatischen Einlagen. Er symbolisiert der den Sieg des Frühlings über den Winter. Sowohl der Georgiritt wie der Schwertertanz wurden 2016 ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Ritterfräulein, Trachtler und viel Prominenz

Die aufwändig geschmückten Wagengespanne für die Gebirgsschützen, Trachtler und Musikgruppen, historische Kutschen für die Prominenz und zahlreiche mittelalterlich gewandete Landsknechte, Ritterfräulein und Fanfarenbläser in farbenprächtigen Kostümen sowie die Geistlichkeit geben dem Umzug ein eindrucksvolles Erscheinungsbild.

Nach zweijähriger, coronabedingter Pause steht der Umritt heuer in mehrfacher Hinsicht unter besonderen Vorzeichen. Zum einen wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach 2018 heuer erneut als Ehrengast zum Georgiritt nach Traunstein kommen.

Nach dem Tod von Albert Schmied begann eine neue Ära

Zum anderen beginnt für den St. Georgs-Verein als Ausrichter eine ganz neue Ära. Am 14. Februar letzten Jahres hinterließ der Tod des langjährigen Vorsitzenden Albert Schmied eine schmerzliche Lücke in die Reihen der rund 600 Mitglieder. Auch dessen Vater und Großvater haben den Verein seit 1936 mit Unterbrechungen über Jahrzehnte hinweg geführt. Ebenso verlor der Verein im letzten Jahr mit Sigi Strohammer einen unermüdlichen Unterstützer, der von 1998 bis 2004 Vorsitzender war. Im Dezember konnte der Verein dann sein 130-jähriges Bestehen feiern. Ohne großes Fest, aber zumindest mit einem Gottesdienst.

„Das war für uns alle eine große Herausforderung und trotzdem waren wir uns im Januar einig, dass wir den Georgiritt heuer unbedingt wieder durchführen wollen“, sagt Simon Schreiber. Er ist seit August letzten Jahres neuer Vorsitzender und ergänzt im Gespräch: „Ein Ostern ohne Georgiritt ist kein Ostern.“

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Für ihn ist der Umritt ein prägendes Stück Identität für den Chiemgau. „Gerade jetzt ist das Engagement unseres Wirkens und Handels wichtig, um diesen Brauch einer der schönsten und größten Pferdewallfahrten Bayerns weiterzuführen. Er ist auch ein ermutigendes Zeichen des festen Zusammenhalts von Jung und Alt.“

Dank einer gut gefüllten Kasse und einer großzügigen Spende konnten neue Sättel für die Pferde besorgt werden, nachdem manche „Museumsstücke“ schon rund 100 Jahre alt waren. Ebenso konnten die historischen Kostüme ausgebessert und ergänzt werden.

Bis aus der Oberpfalz kommen die Tiere

Allein ein paar originalgetreue Lederschuhe kosten etwa 700 Euro. Bis in die Oberpfalz und das Oberland ist der Georgiverein vor dem Georgiritt unterwegs gewesen, um die über 80 Reit- und Einspannpferde zu organisieren, die für die historischen Reiter, Kutschen und Festwagen benötigt werden.

Seit Anfang März haben sich die 16 Mitwirkenden des Schwertertanzes im Vereinshaus auf die zum Teil akrobatischen Auftritte vorbereitet. In rund 13 Gemeinden war der Verein beim Rittbitten unterwegs, um für die Teilnahme zu werben.

Erster schriftlichter Nachweis stammt aus dem Jahr 1762

Beim Osterritt zu Ehren des Heiligen Georg als Schutzpatron der Pferde und Reiter erbitten die Menschen traditionell den Segen für Tiere, Feldarbeit und heimischen Stall. Der erste schriftliche Nachweis des Georgiritts in Traunstein lässt sich in einer Ettendorfer Kirchenrechnung aus dem Jahr 1762 festmachen. Der Brauch selbst dürfte viel älter sein und seine Wurzeln in altgermanischen Flurumritten haben. Auf die lange Tradition verweist auch das hohe Alter des Ettendorfer Kircherls. Es ist erstmals 1120 urkundlich erwähnt. Das Patronat von St. Veit und Anna lässt aber ein sehr viel höheres Alter vermuten, wurde St. Veit doch schon im achten Jahrhundert als Viehpatron verehrt, wie in der Chronik des St. Georgs-Verein zu lesen ist. Der Schwertertanz wird seit 1926 aufgeführt, geht jedoch bereits auf das Jahr 1530 zurück. Die Zeit des ausgehenden Mittelalters lassen vor allem auch die historischen Figuren lebendig werden. Neben dem prachtvoll gewandeten Herold als Anführer des Zugs sind dies der ritterlich gewandete Lindl, der als Wahrzeichen seit 1526 auf dem Brunnen am Stadtplatz Wache hält, und der „Eiserne Ritter“, ein Symbol der Wehrhaftigkeit Traunsteins. Mit Samtmantel, Federbarett und der goldenen Kette des Stadtoberhaupts begleitet Hans von Schaumburg, Stadtpfleger von 1522 bis 1570, dem Zug. Nicht zuletzt steht der Heilige Georg in römischer Rüstung im Mittelpunkt des Festzugs. Er verbindet seit altersher Stadt und Land in gleicher Treue zur Heimat sowie in Freundschaft.

Der Zeitplan:

Der Traunsteiner Georgiritt startet in vier Gruppen um 10 Uhr unter Glockengeläut auf dem Stadtplatz und zieht mit historischen Gruppen, Musikkapellen und Festwagen in einer Prozession zum Ettendorfer Kir-cherl. Dort findet gegen 10.45 Uhr sie Segnung der Pferde und Reiter statt. Auf dem Rückweg ziehen die Teilnehmer durch die Untere Stadt und den Kniebos mit Jackelturm wieder zum Stadtplatz zur zweiten Benediktion an der Stadtpfarrkirche. Um 9.30 und um 14 Uhr wird der historische Schwertertanz aufgeführt. Aufgrund zahlreicher gesperrter Straßen im Zentrum empfiehlt sich, auf die zahlreichen zentrumsnahen Parkplätze auszuweichen.

Traunstein – Um eine sichere Durchführung von Georgiritt und Schwerttanz zu gewährleisten, werden Stadtplatz und Zugstrecke am Veranstaltungstag, Ostermontag, 18. April, bis 15 Uhr, zeitweise für den Verkehr gesperrt.

Die Straßensperrungen:

Um eine sichere Durchführung von Georgiritt und Schwerttanz zu gewährleisten, müssen der Stadtplatz und die Zugstrecke am Veranstaltungstag bis 15 Uhr zeitweise für den Verkehr gesperrt werden. Betroffenvon den Sperrungen sind, laut Pressemitteilung der Stadt Traunstein, der Maxplatz, die Maximilianstraße, die Rosenheimer Straße, die Herzog-Friedrich-Straße, die Ludwigstraße, die Klosterstraße, die Schützenstraße, die Kammerer Straße und die Ettendorfer Straße. Hier gilt außerdem Parkverbot.

Besuchern stehen zentrumsnahe Parkplätze in Traunstein zur Verfügung, insbesondere der Parktunnel am Bahnhof, der Karl-Theodor-Platz, die öffentliche Parkgarage unterhalb des Rathauses, der Parkplatz an der Berufsschule in der Wasserburger Straße, das Parkdeck am Einkaufszentrum in der Theresienstraße, der Pendlerparkplatz an der Gabelsbergerstraße, der Parkplatz an der Justiz sowie der Parkplatz am Chiemgau-Gymnasium. Der Festplatz an der Siegsdorfer Straße ist nur eingeschränkt nutzbar.

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