Zum Tod von Georg Ratzinger: Er war Rimsting und dem Chiemgau eng verbunden

Georg (links) und Joseph Ratzinger bei ihrer Nachprimiz in Rimsting. Archiv Thümmler
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Georg (links) und Joseph Ratzinger bei ihrer Nachprimiz in Rimsting. Archiv Thümmler
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    vonDirk Breitfuß
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Nach dem Tod von Georg Ratzinger ist die Trauer groß, auch im Chiemgau. Dort haben der ehemalige Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen und sein Bruder, der frühere Papst Benedikt, ihre Wurzeln. Eine lebenslange Verbundenheit gibt es mit der Gemeinde Rimsting.

Rimsting – Der Tod von Georg Ratzinger hat im Chiemgau tiefe Betroffenheit ausgelöst. Der ehemalige Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen und sein Bruder Joseph, der eremitierte Papst Benedikt XVI., waren Zeit ihres Lebens mit dem Chiemgau eng verbunden.

In Traunstein absolvierten sie ihre theologische Ausbildung, in Rimsting verbrachten sie als Kinder oft die Ferien und feierten aus Verbundenheit mit der Chiemseegemeinde dort am 30. Juli 1951 auch ihre priesterliche Nachprimiz.

Georg Ratzinger weiht die neue Kirchenorgel in St. Nikolaus in Rimsting.

Mutter wuchs in Rimsting auf

Die Mutter der Brüder, Maria Ratzinger, geborene Rieger, war als Kind nach Rimsting gekommen und dort aufgewachsen. Der Tod von Georg Ratzinger im Alter von 96 Jahren in Regensburg löste deshalb auch in Rimsting große Anteilnahme aus.

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Maria Ratzinger ist dort im Haus der Bäckerei Brandl aufgewachsen und hat inmitten ihrer sieben Geschwister ihre schönsten Jugendjahre verbracht. Sie lebte dort 30 Jahre bis Jahre 1920. Mit 36 Jahren zog sie nach Pleiskirchen und heiratete den Gendarmariemeister Joseph Ratzinger. Bedingt durch dessen Beruf zog die Familie mehrmals um und wurde in Hufschlag bei Traunstein sesshaft.

Georg und Joseph Ratzinger empfingen das Sakrament der Priesterweihe vom damaligen Erzbischof von München und Freising, Kardinal Michael von Faulhaber. Die Primiz der Brüder fand in der Stadtpfarrei St. Oswald in Traunstein statt.

Zahlreiche Besuche und Begegnungen bezeugen von der innigen Verbundenheit des späteren Papstes und seines Bruders mit Rimsting. So besuchte im Sommer 1999 der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger mit seinem Bruder die Ratzinger Höhe in der Gemeinde Rimsting.

Georg Ratzinger weihte neue Orgel

Die besondere Verbundenheit mit Rimsting drückte sich auch am 4. Juni 2000 aus: Georg Ratzinger weihte die neue Rimstinger Orgel in der Pfarrkirhe St. Nikolaus ein.

Die Erinnerung an die Nachprimiz der Brüder Ratzinger feierte die Pfarrei St. Nikolaus in Rimsting 2016, 65 Jahre nach dem Ereignis, mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Beide Brüder, der emeritierte Papst und Georg Ratzinger, hatten damals eigene Grußbotschaften gesandt. So schrieb Georg Ratzinger: „Die Erinnerung an das schöne Fest der Nachprimiz hat sowohl meinen Bruder, den ehemaligen Papst, als auch mich durch alle Jahrzehnte unseres Priesterleben begleitet.“

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Dass die Erinnerung an den früheren Papst Benedikt und seinen Bruder Georg in Rimsting nicht verblasst, ist insbesondere dem Rimstinger Hans Nußbaum zu verdanken. Unter dem Titel „Poetisch und herzensgut“ (So hatte Papst Benedikt seine Mutter Maria charakterisiert) gab die Gemeinde mit Nussbaum als Autor zu einem Jahrestag der Papstwahl eine kleines Büchlein mit Erinnerungen und zahlreichen Fotodokumenten der Zeitgeschichte heraus. Zur Präsentation kam damals Domkapellmeister Georg Ratzinger, der auch ein persönliches Grußwort über das Leben der Familie geschrieben hatte.

Nußbaum schrieb später unter dem Titel „Ich werde mal Kardinal“ ein zweites Buch über die Ratzinger-Brüder, das später in einer überarbeiteten und erweiterten Fassung neu aufgelegt wurde.

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